The National Times - In Unterzahl: Baumgartner rettet Leipzig in Essen

In Unterzahl: Baumgartner rettet Leipzig in Essen


In Unterzahl: Baumgartner rettet Leipzig in Essen
In Unterzahl: Baumgartner rettet Leipzig in Essen / Foto: © picture-alliance/dpa/SID

RB Leipzig hat der hitzigen Atmosphäre im Stadion an der Hafenstraße getrotzt und ist dank Doppelpacker Christoph Baumgartner einer Pokalblamage entgangen. Die auswärts bisher zahnlosen Sachsen mühten sich bei Drittligist Rot-Weiss Essen zu einem engen 2:1 (0:1) und zogen trotz Unterzahl in der gesamten zweiten Halbzeit ins Achtelfinale ein.

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Lucas Brumme (9.) nährte früh die Essener Hoffnungen auf eine Sensation. Aufseiten der Leipziger, die auswärts herbe Pleiten in München (1:6) und Madrid (1:4) kassiert hatten, mimte Baumgartner (78./82.) den Partycrasher. RB war zu dem Zeitpunkt bereits über 35 Minuten in Unterzahl: Nicolas Seiwald sah wegen wiederholten Foulspiels (44.) Gelb-Rot.

Uwe Koschinats Hoffnung, Leipzigs Analysten wüssten zwischen Champions-League- und Bundesliga-Alltag in der Kürze der Zeit mit dem RWE-Spielstil "nicht viel anzufangen", verfing. Mit "Kampfkraft und Heimvorteil" als Faustpfand wollte der RWE-Trainer das "David-gegen-Goliath-Kräfteverhältnis" wettmachen. Folgerichtig beschwor er den Faktor "Hafenstraße" - und der Anhang nahm ihn beim Wort: Kurzerhand betonierten RWE-Ultras in der Nacht zu Dienstag medienwirksam den Eingang zum Gästeblock zu.

Etwa 500 mitgereiste Leipziger versuchten dennoch, der Essener Schikane etwas entgegenzusetzen. Wie schon beim 4:0 gegen die SV Elversberg schenkte Trainer Martin Demichelis Örjan Nyland im Tor das Vertrauen. "Er hat Ruhe, Präsenz ausgestrahlt. Klar, jeder weiß ganz genau, wie gut er mit dem Ball am Fuß ist", befand der Argentinier.

Bei der RWE-Führung machte Norwegens WM-Torhüter allerdings ohne Ball direkt eine unglückliche Figur: Castello Lukebas Rückpass erreichte Nyland nach einem Ausrutscher nicht rechtzeitig, Brumme spritzte dazwischen, umkurvte den Torhüter und schob ein.

Koschinats Direktive, "sich von Real Madrid im Spiel gegen den Ball" etwas abzuschauen und "den Gegner auf unser Niveau herunterzuziehen", ging auf. RB hatte sichtbar Probleme und fand offensiv kaum statt, während RWE wie durch José-Enrique Ríos Alonso (38.) Nadelstiche setzte.

Nach Seiwalds berechtigtem Platzverweis stemmte sich der Bundesligist endlich gegen den Pokal-K.o., RWE wirkte fortan wie eine Mannschaft, die etwas zu verlieren hatte. Tidiam Gomis ließ erst zwei Gegenspieler aussteigen, seinen Abschluss parierte Jakob Golz im kurzen Eck stark (59.), kurz darauf verzog Romulo knapp (61.).

Mit den eingewechselten Baumgartner und Antonio Nusa erhöhte sich nochmal der Druck. Der Ausgleich fiel folgerichtig in einer Co-Produktion der Arrivierten, ehe Baumgartner dann die Hafenstraße per Kopf schockte.

S.Collins--TNT

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