The National Times - Ceferin attackiert Infantino: "Fußball braucht keine Kaiser"

Ceferin attackiert Infantino: "Fußball braucht keine Kaiser"


Ceferin attackiert Infantino: "Fußball braucht keine Kaiser"
Ceferin attackiert Infantino: "Fußball braucht keine Kaiser" / Foto: © picture-alliance/KEYSTONE/SID

UEFA-Chef Aleksander Ceferin hat sich unbeeindruckt von den jüngsten Bemühungen von Gianni Infantino gezeigt - und eine neue Attacke auf den FIFA-Boss gestartet. Bei der Generalversammlung der European Football Clubs (EFC) in Kopenhagen kritisierte er das unlängst gescheiterte Investorenprojekt, die Vergabe des FIFA-Friedenspreises an den US-Präsidenten Donald Trump sowie die Hintergründe im "Fall Balogun" bei der WM im Sommer scharf - ohne Infantinos Namen zu nennen.

Textgröße ändern:

"Wie oft müsste so etwas bei Ihren Vereinen passieren, bevor der Vorstand sagt: Genug ist genug?", fragte Ceferin die Klubbosse am Dienstag: "Es ist Zeit, 'genug' zu sagen. Keine Politik und keine noch so große Macht gibt einem das Recht, den Fußball zu verkaufen."

Ceferin zog einen Vergleich zu "Des Kaisers neue Kleider" und betonte: "Der Fußball braucht keine Kaiser." Im Märchen des Dänen Hans Christian Andersen werde der Kaiser "überzeugt, dass er prächtige Kleider trägt – Kleider, so wird ihm gesagt, die nur die Dummen oder Unfähigen nicht sehen können. Sein Hof spielt das Spiel mit. Bis schließlich ein Kind einfach laut ausspricht, was alle sehen können: Der Kaiser ist nackt", sagte Ceferin: "Vielleicht lautet die Moral der Geschichte: Bequeme Worte können unangenehme Realitäten nicht verändern."

Infantino war in den vergangenen Tagen in die Offensive gegangen: Er signalisierte Reformbereitschaft und stellte den Mitgliedsverbänden weitere Gelder aus den Reserven des Weltverbandes in Aussicht. Der Weltfußball habe zuletzt "einige sehr bequeme Worte gehört", führte Ceferin aus: "Entwicklung, Demokratisierung, Konsultation – Worte, die tatsächlich dazu benutzt wurden, das Gegenteil zu beschreiben."

Die FIFA hatte die UEFA zuvor bezichtigt, mit juristischen Schritten zu versuchen, die FIFA-Präsidentschaftswahl zu beeinflussen. Hintergrund ist die von der UEFA vorbereitete Strafanzeige in der Schweiz gegen Infantino. Dabei geht es um die Rolle des FIFA-Chefs beim inzwischen verworfenen Plan, Anteile an Turnieren des Weltverbandes an private Investoren auch aus Trumps Umfeld zu verkaufen.

Der Schweizer strebt bei der Wahl im März 2027 eine weitere Amtszeit an. Neben anderen fordert vor allem die UEFA den Rückzug Infantinos.

F.Adams--TNT

Empfohlen

Offiziell: Manchester City im Finanzskandal schuldig

Manchester City ist wegen schwerwiegender Verstöße gegen Finanzregeln offiziell in den meisten Anklagepunkten für schuldig befunden worden. Das teilte die Premier League am Dienstag mit, nachdem eine unabhängige Kommission zu dem Entschluss gekommen war. Der Verein kann gegen die Feststellungen bis Freitag Berufung einlegen. Über die Sanktion wird in einer gesonderten Anhörung entschieden.

U21: Tresoldi Kapitän auf Malta und gegen Georgien

Der umworbene Deutsch-Italiener Nicoló Tresoldi wird die U21 in den abschließenden beiden EM-Qualifikationsspielen als Kapitän auf den Platz führen. "Er hat sich das verdient", sagte DFB-Trainer Antonio Di Salvo vor der Begegnung am Mittwoch (18.00 Uhr/ProSieben Maxx) beim krassen Außenseiter auf Malta: "Ich möchte sehen, wie er reagiert mit so einer Binde am Arm, wie er damit umgeht und sich vielleicht noch mehr in der Verantwortung sieht."

Müller verlängert bei den Whitecaps

Thomas Müller hat seinen Vertrag bei den Vancouver Whitecaps aus der nordamerikanischen Major League Soccer (MLS) bis zum Sommer 2027 verlängert. Die Vereinbarung gilt damit für die "sprint season", die nur von Februar bis Mai dauert - danach synchronisiert die MLS ihre Saison mit den europäischen Ligen. Der Weltmeister von 2014 war im August 2025 nach Vancouver gewechselt, im Dezember unterlagen die Whitecaps im Endspiel Inter Miami mit Lionel Messi (1:3).

"Das ist mein Leben": Alonso bleibt der Formel 1 treu

Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso bleibt der Formel 1 über das Saisonende hinaus erhalten und hat seinen Vertrag bei Aston Martin verlängert. Dies teilte das Team am Dienstag mit, ohne dabei die Laufzeit zu nennen. Alonsos alter Vertrag wäre zum Saisonende ausgelaufen. Auch sein Teamkollege Lance Stroll (Kanada) bleibt bei Aston Martin.

Textgröße ändern: