The National Times - Boëtius erinnert an Basels letzten Auswärtssieg gegen YB

Boëtius erinnert an Basels letzten Auswärtssieg gegen YB


Boëtius erinnert an Basels letzten Auswärtssieg gegen YB
Boëtius erinnert an Basels letzten Auswärtssieg gegen YB

Der FC Basel wartet seit mehr als zehn Jahren auf einen Auswärtssieg bei den Young Boys. Jean-Paul Boëtius, Doppeltorschütze beim letzten Erfolg 2016, blickt auf das Spiel und seine weitere Laufbahn zurück.

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Seit 3750 Tagen hat der FC Basel kein Auswärtsspiel bei den Young Boys mehr gewonnen. In Meisterschaft und Cup trat der FCB seither 22-mal im Berner Wankdorf an, ohne einen Sieg zu erzielen. Der letzte Basler Erfolg datiert vom 22. Mai 2016, als die Mannschaft am vorletzten Spieltag der Saison mit 3:2 gewann.

Entscheidenden Anteil hatte Jean-Paul Boëtius, der damals zweimal traf. Der Niederländer erinnert sich an einen sehr heißen Tag und an eine Basler Mannschaft, die den Schweizer Fußball dominierte. Captain Matias Delgado brachte den FCB bereits nach zehn Minuten in Führung. Kurz danach musste Renato Steffen verletzt ausgewechselt werden. Für ihn kam Davide Callà, der noch vor der Pause beide Treffer von Boëtius vorbereitete.

Boëtius zufolge hatten die Berner Anhänger den früheren YB-Flügel Steffen ausgepfiffen. Mit seinen beiden Toren habe er die Pfiffe verstummen lassen. Auch an seine insgesamt eineinhalb Jahre in Basel denkt der heute 32-Jährige gern zurück. Er spricht von einer engen Beziehung zum Verein und zu dessen Fans. Zu früheren Mitspielern wie Manuel Akanji, Breel Embolo und Philipp Degen hat er nach eigenen Angaben weiterhin gelegentlich Kontakt.

Nachdem er in seiner zweiten Saison unter Trainer Urs Fischer nur noch eine Nebenrolle gespielt hatte, verließ Boëtius Basel im Januar 2017 zunächst auf Leihbasis in Richtung Genk. Später wechselte er endgültig zu Feyenoord. Danach absolvierte er für Mainz und Hertha BSC insgesamt 143 Bundesligaspiele.

Seine Karriere wurde jedoch von einer schweren Erkrankung unterbrochen. Im Herbst 2022 diagnostizierten Ärzte bei ihm einen Hodentumor. Nach einer Operation kehrte er rasch auf den Platz zurück. Im Frühjahr 2024 wurde dann festgestellt, dass sich die Erkrankung in die Lymphknoten ausgebreitet hatte, woraufhin er eine Chemotherapie erhielt.

Heute bezeichnet Boëtius seinen Gesundheitszustand als sehr gut. Die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen seien positiv. Sportlich konnte er nach der Behandlung jedoch nicht mehr an seine erfolgreichsten Bundesligajahre anknüpfen. Nach einem kurzen Engagement in der zweiten niederländischen Liga ist er seit Sommer 2026 ohne Verein. Er vermutet, dass manche Klubs angesichts seiner Krankheitsgeschichte zurückhaltend sind, obwohl er sich vollständig belastbar fühlt.

Eine Rückkehr in die Schweiz kann sich Boëtius vorstellen. Er sei bei 100 Prozent und könne einem Klub mit 32 Jahren weiterhin helfen. Besonders würde ihn ein erneutes Engagement beim FC Basel reizen. Sollten die Verantwortlichen Erfahrung auf dem Platz benötigen, stehe er bereit. Ob sein Profil zur gegenwärtigen Basler Transferstrategie passt, bleibt offen. Seine Rolle beim bislang letzten FCB-Auswärtssieg gegen YB ist jedoch Teil der Klubgeschichte.

Boëtius erklärt die Zurückhaltung möglicher Arbeitgeber mit der Unsicherheit, die eine Krebserkrankung im Profisport auslösen könne. Bei einer gewöhnlichen Verletzung könnten Ärzte meist einen klaren Behandlungsplan und eine Ausfallzeit nennen. Bei einer schweren Erkrankung seien viele Vereine weniger sicher, wie sie die sportliche Belastung bewerten sollten.

Als Beleg dafür, dass Erfahrung auch jenseits der 30 wertvoll sein kann, verweist er auf Xherdan Shaqiri, der einige Jahre älter ist. Der FCB von 2016 war bereits als Meister bestätigt und galt aus Sicht von Boëtius klar als stärkste Mannschaft der Schweiz. Die heutige Serie von 22 sieglosen Basler Auftritten in Bern steht dazu in deutlichem Gegensatz.

G.Waters--TNT

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