The National Times - Weltrekordler Liebmann: "Weiß noch nicht, was in mir vorgeht"

Weltrekordler Liebmann: "Weiß noch nicht, was in mir vorgeht"


Weltrekordler Liebmann: "Weiß noch nicht, was in mir vorgeht"
Weltrekordler Liebmann: "Weiß noch nicht, was in mir vorgeht" / Foto: © SID

Nach seinem Weltrekord musste Johannes Liebmann erstmal seine Gefühle sortieren. "Was in mir vorgeht, weiß ich selber noch nicht genau. Es ist auf jeden Fall viel", sagte der neue deutsche Schwimmstar nach seinem sensationellen Goldrennen bei der EM in Paris, "ich muss jetzt auch erstmal gucken, dass ich heute Nacht wieder schlafen kann. Morgen geht es ja weiter."

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Der 19-Jährige war aufgewühlt, hatte er doch nach Gold über 800 m Freistil mit Europarekord noch eins draufgesetzt: Gold über 1500 m mit Weltrekord - in einem Rennen, in dem die Konkurrenten um Bronzemedaillengewinner Oliver Klemet schon früh nur noch Staffage waren, als einziger Gegner blieb die Uhr.

Doch von Anfang an schwamm der Abiturient, der vor drei Wochen noch bei einer Junioren-EM am Start gewesen war, auf Rekordkurs. Je länger das Rennen dauerte, desto deutlicher wurde der Abstand zur bisherigen Bestmarke des amerikanischen Olympiasiegers Bobby Finke.

Genau das war seine Taktik: "Ich wollte es von vorne schnell angehen, ich wollte die anderen direkt hinter mir lassen, das Rennen für mich gestalten." Das funktionierte perfekt. Schon nach 400 m konnte auch der Ungar Zalan Sarkany nicht mehr mithalten.

Dass er auf dem Weg zu etwas Großem war, sah Liebmann beim kurzen Blick auf die Tribüne. "Als ich die Zuschauer stehen und mich anfeuern gesehen habe auf den letzten paar hundert Metern, habe ich gedacht, ich muss jetzt schnell schwimmen. Es funktioniert anscheinend so, wie ich es mir vorgestellt habe", erzählte er: "Ich habe dann noch mal gebissen. Ich hatte im Wasser noch überlegt, vielleicht wird es eng mit dem Weltrekord."

Die Sorge war jedoch unbegründet. Am Ende blieb Liebmann in 14:26,79 Minuten knapp vier Sekunden unter Finkes Zeit beim Olympiasieg 2024.

Groß feiern konnte der neueste Siegschwimmer aus der Magdeburger Medaillenschmiede von Bundestrainer Bernd Berkhahn aber noch nicht. Denn am Sonntagmorgen steht der Vorlauf über 400 m Freistil an. Dann geht es gegen Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler Lukas Märtens, erneut Klemet und Sven Schwarz, Vizeweltmeister über 800 und 1500 m, um maximal zwei deutsche Plätze im Finale am Abend: "Ich habe nichts mehr zu verlieren eigentlich, nur noch etwas zu gewinnen."

R.Hawkins--TNT

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