The National Times - Pogacar zum fünften Mal Tour-Sieger - Van der Poel siegt in Paris

Pogacar zum fünften Mal Tour-Sieger - Van der Poel siegt in Paris


Pogacar zum fünften Mal Tour-Sieger - Van der Poel siegt in Paris
Pogacar zum fünften Mal Tour-Sieger - Van der Poel siegt in Paris / Foto: © SID

Tadej Pogacars fünfter Toursieg, ein Volksfest auf dem Montmartre und ein krönendes Kräftemessen der Superstars auf den Champs-Élysées: Beim spektakulären Finale der 113. Frankreich-Rundfahrt ist Weltmeister Tadej Pogacar im Gelben Trikot zum Tour-Rekordsieger aufgestiegen, hat den Prestigesieg auf dem Pariser Prachtboulevard aber auf dramatische Weise verpasst. Auch der deutsche Sprinter Max Kanter ging als Vierter der Schlussetappe knapp leer aus.

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Pogacar brachte dennoch eine erneut dominante Vorstellung beim wichtigsten Radrennen der Welt erfolgreich zum Abschluss. Der 27-Jährige ist nun Teil eines erlesenen Kreises von Tour-Legenden, die Bestmarke von fünf Triumphen teilt er sich mit den Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie Eddy Merckx (Belgien) und Miguel Indurain (Spanien). Die sieben Tour-Erfolge von Lance Armstrong sind wegen dessen Doping-Vergangenheit gestrichen worden.

Sein sechster Etappensieg bei der Tour 2026 entglitt Pogacar auf der Zielgeraden. Jubeln durfte auf der auf 88,7 km verkürzten 21. Etappe stattdessen Mathieu van der Poel (Niederlande) vor Jasper Philipsen (Belgien/beide Alpecin-Premier Tech) und Mads Pedersen (Dänemark/Lidl-Trek). Kanter trauerte der verpassten Chance hinterher. "Das ist bitter. Ich bin gerade ziemlich enttäuscht", sagte Kanter in der ARD: "Ich werde weiter an mir arbeiten und hoffe, dass ich stärker zurückkommen kann."

Pogacar (UAE Emirates-XRG) beendete die 113. Frankreich-Rundfahrt mit 6:26 Minuten Vorsprung auf den zweitplatzierten Belgier Remco Evenepoel. Am Ort seines größten Einzelerfolgs bescherte der Doppel-Olympiasieger von Paris 2024 dem deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe die erneute Podestplatzierung, für die im Vorjahr Florian Lipowitz gesorgt hatte. Der deutsche Hoffnungsträger war nach einem Sturz im Einzelzeitfahren der 16. Etappe ausgeschieden. Lipowitz' Nachfolger im Weißen Trikot und Gesamtdritter wurde Pogacars Teamkollege Isaac Del Toro (+9:42).

Die letzte Etappe war von 133 km auf nur 88,7 km gekürzt worden. Das französische Innenministerium hatte am Samstag entschieden, einen Teil der ursprünglich für die Absicherung der Schlussetappe eingeplanten Sicherheitskräfte abzuziehen. Die Einheiten sollen stattdessen die Einsatzkräfte in den von den Bränden betroffenen Regionen Frankreichs unterstützen.

Der offizielle Start erfolgte daher an der Ziellinie in Paris - und Pogacar rollte auf einem Rad in gelber Sonderlackierung an. Für Pogacar begann die Tour d'Honneur. Der Topstar klatschte gelöst mit den anderen Trägern der Wertungstrikots ab, dann posierte er freihändig fahrend Arm in Arm mit seinen Teamkollegen um den Kölner Nils Politt für Fotos. "Es hat sehr, sehr viel Spaß gemacht. Es war von Barcelona bis Paris eine Top-Tour", sagte Politt der ARD vor dem Start.

Nach zwei lockeren Runden auf den Champs-Élysées nahm das Peloton Tempo auf, ernst wurde es aber erst, als die Fahrer nach rund 40 Kilometern erstmals auf den Rundkurs am Montmartre einbogen. Es erwartete sie ein ohrenbetäubendes Spektakel: Wie schon im Vorjahr und bei den Olympischen Sommerspielen 2024 säumten Zuschauermassen die schmale Kopfsteinpflaster-Passage hinauf zur Basilika Sacré-Coeur.

Bei der zweiten von drei Überfahrten machte Pogacar ernst und lancierte mit einer kraftvollen Attacke ein Ausscheidungsfahren. Einzig Klassikerjäger van der Poel hielt das Hinterrad des Mannes in Gelb. In der Abfahrt schlossen Evenepoel und Pedersen im Grünen Trikot aber wieder auf, auch das Hauptfeld kam noch einmal heran.

Ex-Weltmeister van der Poel attackierte seinerseits auf dem letzten Montmartre-Aufstieg, Pogacar folgte. Das Duo, das sich im Frühjahr bei Klassikern wie Mailand-Sanremo oder Paris-Roubaix umkämpfte Duelle geliefert hatte, kämpfte nach der Abfahrt im Verbund gegen die heraneilenden Verfolger. Der knappe Vorsprung schmolz. Pogacar ließ auf dem Schlusskilometer abreißen, van der Poel rettete den Sieg mit einem Tigersprung auf der Ziellinie.

F.Adams--TNT

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