The National Times - Tour-Aus für Lipowitz: Sturzdrama überschattet Zeitfahren

Tour-Aus für Lipowitz: Sturzdrama überschattet Zeitfahren


Tour-Aus für Lipowitz: Sturzdrama überschattet Zeitfahren
Tour-Aus für Lipowitz: Sturzdrama überschattet Zeitfahren / Foto: © SID

Sturzdrama um Florian Lipowitz: Der deutsche Hoffnungsträger ist im Einzelzeitfahren der Tour de France schwer gestürzt und hat das Rennen unter Schmerzen aufgegeben. Der Vorjahresdritte vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe kam am Dienstag in einer Rechtskurve zu Fall, rauschte bei hoher Geschwindigkeit in eine Absperrung und blieb zunächst auf dem Asphalt liegen. Lipowitz hielt sich die rechte Schulter und wurde dann zu einem Krankenwagen geführt - seine zweite Frankreich-Rundfahrt endete auf tragische Weise vorzeitig.

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Der Unfall überschattete einen sportlich ansonsten erfolgreichen Tag für die deutsche Red-Bull-Mannschaft. Weltmeister Remco Evenepoel bestätigte seine Zeitfahr-Dominanz eindrucksvoll. Der Doppel-Olympiasieger gewann das einzige Einzelzeitfahren der 113. Frankreich-Rundfahrt mit einer Machtdemonstration vor Spitzenreiter Tadej Pogacar und verkürzte mit seinem zweiten Etappensieg nacheinander auch den Rückstand auf den Mann im Gelben Trikot. "Das ist ein großes Unglück. Es ist ein bittersüßer Sieg", sagte Evenepoel im Sieger-Interview über den schweren Sturz von Lipowitz: "Ich wünsche ihm das Allerbeste."

Evenepoel benötigte im Regenbogen-Overall des Weltmeisters 32:19 Minuten für die 26,1 km entlang des Genfer Sees zwischen Évian-les-Bains und dem Ziel in Thonon-les-Bains. Der 26-Jährige lag am belgischen Nationalfeiertag 28 Sekunden vor dem zweitplatzierten Pogacar. Dritter wurde der Däne Mattias Skjelmose (Lidl-Trek/+1:04).

Für Evenepoel war es sein insgesamt vierter Tour-Tageserfolg und der zweite nacheinander. Evenepoel hat als Zweiter der Gesamtwertung 4:32 Minuten Rückstand auf Pogacar und damit beste Chancen auf eine Podestplatzierung in Paris. Dort endet die Tour am kommenden Sonntag.

Für Gesprächsstoff hatte zuvor das Thema Dopingkontrollen gesorgt. Wie Teamchef Ralph Denk im ZDF berichtete, wurde auch das Red-Bull-Team am Montagabend kontrolliert. Die Tests aller Fahrer fanden zwischen 22.00 Uhr und 23.00 Uhr statt und damit noch vor dem Zeitraum, in dem nächtliche Kontrollen nur bei einem konkreten Verdacht zulässig sind. Denk räumte zwar ein, dass die Maßnahme die Regeneration beeinträchtige, äußerte aber zugleich Verständnis für die Kontrollen.

Auch der deutsche Red-Bull-Profi Nico Denz hegte keinen Groll: "So ist es eben. Immerhin war die Kontrolle nicht um zwei Uhr nachts, sondern gegen halb elf", sagte Denz in der ARD. Ex-Champion Jonas Vingegaard (Visma-Lease a bike) war in der Nacht zu Sonntag um 2.00 Uhr getestet worden, er stürzte am selben Tag und schied aus. Nun ereilte dieses Schicksal auch Lipowitz.

Ohne Vingegaard ging der Tagessieg nur über die Spezialisten Pogacar und Evenepoel, der mit einem Prototypen seines Rad-Herstellers auf den anspruchsvollen Kurs ging. Vor dem Top-Duo legte Lipowitz stark vor und sicherte vermeintlich früh den fünften Gesamtrang vor dem enttäuschenden Spanier Juan Ayuso (Lidl-Trek) ab. Mit den Podest-Rivalen Isaac Del Toro (UAE Emirates-XRG) und Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) fuhr der Deutsche auf Augenhöhe, dann platzten alle Podestträume auf schmerzhafte Weise.

Im Kampf um den Tagessieg erwischte Evenepoel einen besseren Auftakt. An der Spitze der Cote de Larringes, einem 9,7 km langen Anstieg, der mit dem Rollen von der Startrampe begann, lag er 14 Sekunden vor Pogacar. Nach der technischen Abfahrt folgte ein etwa acht Kilometer langes Flachstück ins Ziel - Pogacar kam nicht mehr heran.

Vor der spektakulären Alpentrilogie, bei der die großen Entscheidungen im Gesamtklassement fallen werden, wartet auf der 17. Etappe am Mittwoch ein etwas entspannterer Tag auf das Peloton. Der Kurs führt über 174,7 km nach Voiron und begünstigt einen Ausreißererfolg. Die Sprinter hoffen auf eine letzte Chance.

M.Wilson--TNT

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