The National Times - Traumtor nach Elfmeter-Patzer: Mbappé lässt Frankreich jubeln

Traumtor nach Elfmeter-Patzer: Mbappé lässt Frankreich jubeln


Traumtor nach Elfmeter-Patzer: Mbappé lässt Frankreich jubeln
Traumtor nach Elfmeter-Patzer: Mbappé lässt Frankreich jubeln / Foto: © SID

Traumtor nach Elfmeter-Patzer: Kylian Mbappé hat Top-Favorit Frankreich bei der Fußball-WM als erstes Team ins Halbfinale geführt. Nach einem wunderschönen Schlenzer seines Superstürmers besiegte das französische Starensemble Afrikameister Marokko in einem einseitigen Spiel mit 2:0 (0:0) und kann nun Geschichte schreiben. Der Traum vom dritten WM-Titel nach 1998 und 2018 lebt.

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Die Franzosen mussten trotz drückender Überlegenheit lange warten, unter anderem, weil Mbappé mit einem Strafstoß an Yassine Bounou scheiterte (28.). Seinen Fehlschuss machte der Torjäger mit dem erlösenden Führungstreffer nach einer Stunde wett (60.). Dem achten Turniertreffer, ein Traumtor von der Strafraumgrenze und zugleich das 20. des Ausnahmekönners im 20. WM-Spiel, ließ Ousmane Dembélé mit seinem fünften Turniertor das 2:0 folgen (66.).

Marokkos Mauertaktik hatte in der Neuauflage des WM-Halbfinals von 2022 (2:0 für Frankreich) nur eine Stunde lang Erfolg. Immer wieder scheiterten Frankreichs Angreifer zunächst auch an Bounou. Die beste Gelegenheit zur früheren Führung vergab Mbappé, als er einen Foulelfmeter direkt in die Arme des Torhüters schob. Am Ende durften Les Bleus in Foxborough, dem Ort des deutschen Fiaskos gegen Paraguay, dennoch jubeln.

Allerdings zeigten sich auch Sorgenfalten bei den Franzosen: Mbappé musste in der 77. Minute vom Feld, danach musste sein Knöchel mit Eis gekühlt werden.

Im Halbfinale geht es für die Mannschaft von Trainer Didier Deschamps, der mit seinem 25. WM-Spiel am Donnerstag mit Helmut Schön als Rekordtrainer gleichzog, nun am Dienstag (21.00 Uhr MESZ) in Dallas gegen Spanien oder Belgien. Dann winkt das dritte WM-Endspiel hintereinander - ein Final-Hattrick, der bislang nur Deutschland (1982 bis 1990) und Brasilien (1994-2002) gelungen ist.

Für Marokko geriet das Rendezvous mit der eigenen Geschichte zum Alptraum. Statt zum zweiten Mal in Serie in die Runde der letzten Vier einzuziehen, zerschellten die Hoffnungen auf den ersten WM-Triumph einer afrikanischen Mannschaft erneut an Frankreich. Ausgerechnet an der früheren Kolonialmacht, dem Land, in dem sechs Spieler des aktuellen marokkanischen Kaders geboren wurden. Mit den "Löwen vom Atlas" schied auch das letzte afrikanische Team aus dem Wettbewerb aus.

Eine schlechte Nachricht hatte Marokko bereits vor dem Anpfiff zu verdauen. Für Bayerns Star-Neuzugang Ismael Saibari kam der Frankreich-Showdown noch zu früh. Mit drei Treffern hatte Saibari sein Team ins Achtelfinale geführt, doch eine Muskelverletzung aus dem Achtelfinale (3:0 gegen Kanada) machte einen Einsatz in der Startelf unmöglich. Bei Frankreich saß Mittelfeldstar Aurélien Tchouaméni nach seinem Achtelfinal-Ausfall zunächst nur auf der Bank.

Auch wenn Marokkos Trainer Ouahbi die Stimmung vor der Partie mit markigen Worten noch einmal einheizte ("Wir spielen mit dem Messer zwischen den Zähnen") - die erste Halbzeit gehörte einzig der Équipe Tricolore. Erst ließ Mbappé einen Warnschuss aus gut 18 Metern los, nach dem anschließenden Eckball köpfte der völlig freistehende Bayern-Verteidiger Dayot Upamecano aus vier Metern viel zu unplatziert (4.).

Und Marokko? Fand im Gillette Stadium bei Boston offensiv über weite Strecken überhaupt nicht statt. Alle elf Akteure standen enorm tief und lauerten im erst zweiten Pflichtspiel der beiden Teams auf Umschaltmomente - die nicht kamen. Im Gegenteil. Frankreich blieb gefährlich, und zwar nicht bloß beim vom Ex-Münchner Noussair Mazraoui verursachten Elfmeter. Dembelé verfehlte das Ziel mit einem Schlenzer (33.), wenig später fand auch Desiré Doué nach einem feinen Dribbling seinen Meister in Bounou (35.). Einen Fernschuss von Lucas Digne lenkte der marokkanische Schlussmann in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit an die Latte (45.2).

Apropos Bounou. Mit dem parierten Strafstoß gegen Mbappe schraubte der Keeper seine atemberaubende Quote weiter nach oben. Von neun Strafstößen (einschließlich Elfmeterschießen) bei Weltmeisterschaften hat Bannou nur zwei Gegentore kassiert. Doch es half alles nichts. Gegen Doué (55.) parierte Bannou zwar noch einmal glänzend, dann traf Mbappe traumhaft.

R.Hawkins--TNT

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