The National Times - IOC: Russische Mannschaftssportler dürfen wieder an Olympia teilnehmen - ohne Flagge

IOC: Russische Mannschaftssportler dürfen wieder an Olympia teilnehmen - ohne Flagge


IOC: Russische Mannschaftssportler dürfen wieder an Olympia teilnehmen - ohne Flagge
IOC: Russische Mannschaftssportler dürfen wieder an Olympia teilnehmen - ohne Flagge / Foto: © AFP

Mehr als vier Jahre nach Beginn des Ukraine-Kriegs hat das Internationale Olympische Komitee (IOC) einen Teil der Beschränkungen gegen russische Sportler aufgehoben. Russische Athletinnen und Athleten sollen sich auch in Mannschaftssportarten für die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles qualifizieren können, wie das IOC am Dienstag nach einer Vorstandssitzung in Lausanne mitteilte. Die Ukraine kritisierte die Entscheidung als "unbegründet" und "verfrüht".

Textgröße ändern:

"Wir wollten allen Athleten die Möglichkeit garantieren, an den Olympischen Spielen teilzunehmen und nicht für die Handlungen ihrer Regierung verantwortlich gemacht zu werden", sagte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry. Zugleich betonte sie, das IOC habe "unmissverständlich klargestellt", dass es keinerlei Gewalt oder Kriegshandlungen billige.

Im Unterschied zu Sportlern aus Belarus, die Anfang Mai vollständig wieder zugelassen worden waren, dürfen Russinnen und Russen bei Olympia jedoch vorerst weiterhin nicht unter russischer Flagge antreten. Auch die russische Nationalhymne soll bis auf Weiteres bei den Wettbewerben nicht gespielt werden.

Über die Nutzung russischer Symbole bei den Spielen will das IOC "zu gegebener Zeit" entscheiden. Veranstaltungen in Russland will das IOC zunächst ebenfalls nicht organisieren, Vertreter des russischen Staates sollen nicht eingeladen werden.

Wegen der "Skepsis der weltweiten Sportgemeinschaft" müssen russische Sportler laut IOC vor ihrer Rückkehr zu internationalen Wettbewerben zudem mehrere Dopingtests absolvieren. Diese sollen von der International Testing Agency (ITA) überwacht werden. Russland war in den vergangenen Jahren aufgrund staatlich organisierten Dopings bereits mehrfach der Start unter eigener Flagge verwehrt worden. Zudem wurden russischen Sportlern zahlreiche olympische Medaillen aberkannt.

Die russische Regierung begrüßte die Entscheidung. Das IOC sende ein "klares Signal", erklärte der russische Sportminister Michail Degtjarjow im Onlinedienst Telegram. Die olympische Bewegung müsse "frei von Politik bleiben".

Das Olympische Komitee der Ukraine erklärte dagegen, die Entscheidung sei "verfrüht", "unbegründet" und ungeachtet der "unveränderten objektiven Umstände" getroffen worden. "Die Russische Föderation setzt ihre großangelegte bewaffnete Aggression gegen die Ukraine fort und verstößt dabei eklatant gegen das Völkerrecht sowie die grundlegenden Prinzipien von Frieden und Sicherheit", hieß es in einer Stellungnahme.

Wie weit die Rückkehr russischer Sportler tatsächlich reicht, hängt auch von den einzelnen Sportverbänden ab. Der Leichtathletik-Weltverband World Athletics hält an einem vollständigen Ausschluss von Athleten aus Russland und Belarus fest. Die Verbände für Judo und Schwimmen hatten Sportler beider Länder dagegen bereits zuvor wieder vollständig zugelassen.

Wegen des Doping-Skandals durften russische Athleten bereits bei den Olympischen Winterspielen von 2018 nur unter der olympischen Flagge antreten, nicht unter der russischen. Bei den Sommerspielen 2021 und den Winterspielen 2022 traten russische Teilnehmer dann unter der Bezeichnung "ROC" an, für "Russisches Olympisches Komitee".

Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 empfahl das IOC dann den Ausschluss russischer und belarussischer Sportler. Später wurden sie schrittweise unter neutraler Flagge und strengen Auflagen wieder zugelassen, allerdings nicht in Mannschaftswettbewerben.

Das Nationale Olympische Komitee Russlands war im Herbst 2023 suspendiert worden, nachdem es Sportorganisationen in von Russland annektierten ukrainischen Gebieten aufgenommen hatte. Das IOC hob nun alle Sanktionen gegen das russische Komitee vorläufig auf.

E.Cox--TNT

Empfohlen

Schlotterbeck erleidet Knöchelverletzung

Nächster Verletzungsschock für Nico Schlotterbeck: Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund hat sich beim Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft für das Nations-League-Spiel gegen Serbien eine Außenbandverletzung im rechten Sprunggelenk zugezogen. Das gab der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nach einer MRT-Untersuchung am Mittwoch bekannt.

Guardiola stützt ManCity: "Ich bin hier - mehr denn je"

Der langjährige Teammanager Pep Guardiola hat seinem schwer unter Druck geratenen Ex-Klub Manchester City die Treue geschworen. "Ich möchte, dass jeder einzelne Manchester-City-Fan auf der ganzen Welt weiß, dass ich hier bin – mehr denn je", schrieb der Katalane am Mittwoch in den Sozialen Medien.

DFB-Team bangt um Einsatz von Schlotterbeck

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bangt vor dem Nations-League-Spiel gegen Serbien um den Einsatz von Nico Schlotterbeck. Der Innenverteidiger von Borussia Dortmund zog sich beim Abschlusstraining am Mittwoch in Herzogenaurach eine Knöchelverletzung zu. Schlotterbeck wurde danach direkt zu einer MRT-Untersuchung gebracht.

Mittelmaß? Matthäus sieht "Mentalitätsproblem" bei DFB-Elf

Lothar Matthäus hat sich in die Qualitätsdebatte rund um die deutsche Fußball-Nationalmannschaft eingeschaltet und Bastian Schweinsteiger widersprochen. "Unsere Nationalmannschaft ist kein Mittelmaß!", entgegnete der Rekordnationalspieler dem Weltmeister von 2014 in der Bild-Zeitung und betonte: "Wir haben genügend Unterschiedsspieler, die bei Topklubs wie dem FC Bayern, Barcelona oder Arsenal Woche für Woche unter Beweis stellen, dass sie hohe Qualität haben."

Textgröße ändern: