The National Times - Pogacar geschlagen: Vingegaard stürmt ins erste Gelbe Trikot

Pogacar geschlagen: Vingegaard stürmt ins erste Gelbe Trikot


Pogacar geschlagen: Vingegaard stürmt ins erste Gelbe Trikot
Pogacar geschlagen: Vingegaard stürmt ins erste Gelbe Trikot / Foto: © SID

Duell eröffnet: Jonas Vingegaard ist in unnachahmlicher Art und Weise ins erste Gelbe Trikot der 113. Tour de France gestürmt. Der zweimalige Gesamtsieger raste im Team-Zeitfahren beim festlichen Grand Départ vor der Traumkulisse in Barcelona als Schnellster ins Ziel auf dem legendären Olympia-Berg Montjuic und schickte eine erste Kampfansage an Dominator Tadej Pogacar.

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Vingegaard (Visma-Lease a bike) verwies den Italiener Filippo Ganna vom Team Netcompany-Ineos um acht Sekunden nach 19,6 Kilometern in einem spannenden Finale auf Platz zwei - und sicherte sich im Duell mit Titelverteidiger Pogacar (UAE Emirates-XRG), der auf Platz drei einfuhr und sich mit dem Bergtrikot begnügen muss, einen ersten Vorsprung von zwölf Sekunden. Zeitfahr-Weltmeister Remco Evenepoel kam als Kapitän des deutschen Rennstalls Red Bull-Bora-hansgrohe auf Platz fünf (0:19 Minuten zurück), sein deutscher Teamkollege Florian Lipowitz landete auf dem achten Rang (+0:35).

Ins Maillot jaune schlüpfte Vingegaard, der im erwarteten Zweikampf mit Pogacar großes Selbstvertrauen tankte - und den Traum von Gelb des Red-Bull-Rennstalls platzen ließ. Mit Evenepoel, dem besten Zeitfahrer der Welt, hatte sich die Mannschaft aus Raubling große Chancen auf den ersten Etappensieg seit drei Jahren ausgerechnet. Die Gesamtwertung hatte in Jai Hindley, nun Helfer der Doppelspitze Evenepoel/Lipowitz, zuletzt im Jahr 2022 ein Fahrer aus dem deutschen Topteam angeführt.

Beim ersten Team-Zeitfahren zum Auftakt seit 1971 - damals gewann die Molteni-Mannschaft mit dem späteren Sieger Eddy Merckx - profitierte Vingegaard auch vom neuen Modus. Zwar starteten die acht Fahrer einer Equipe gemeinsam, nur die Zeit des Besten zählte aber für das Etappenergebnis. Für die Gesamtwertung war die individuelle Zeit jedes einzelnen Fahrers maßgeblich. Das Bergtrikot holte Pogacar, das grüne Sprint-Jersey Egan Bernal vom Ineos-Team. Erster Lipowitz-Nachfolger in Weiß ist der spanische Nachwuchsfahrer Juan Ayuso vom deutschen Team Lidl-Trek.

Der nicht unumstrittene Modus sorgte für viel Taktik-Spielraum. Zumal nach den ersten rund 16 Kilometern mit klassischen Zeitfahrterrain aus weitgehend ebenen und langen Geradeaus-Passagen, die an einigen der berühmtesten Orten Barcelonas wie dem Olympia-Hafen oder der Gaudí-Kathedrale Sagrada Familia vorbeiführten, sowie 15 tückischer 90-Grad-Kurven ein spektakuläres Finale wartete. Zwei längere Bergauf-Stücke auf den letzten 3500 Metern brachten einige Teams an die Grenzen, vor allem die Schlussrampe zum Olympiastadion (800 m mit durchschnittlich sieben Prozent Steigung) verlangte viel spezifische Power.

Visma schnappte sich dank Vingegaard als vorletztes gestartetes Team spät die Bestzeit, die auch den Angriff von UAE mit Pogacar standhielt. Einige Mannschaften verloren bereits einige wichtige Sekunden, darunter auch Decathlon-CMA CGM mit Frankreichs Hoffnungsträger Paul Sexias. Der 19-Jährige hielt den Schaden als Zehnter in Grenzen, geht aber bereits mit 39 Sekunden Rückstand auf Vingegaard in die zweite Etappe am Sonntag.

Auch diese endet in der Hauptstadt Kataloniens, die bereits dreimal Gastgeber der Tour de France (1957, 1965 und 2009) war - und wie immer ist der Montjuic das Ziel. Vorher aber werden die Fahrer rund 90 km westlich von Barcelona in Tarragona ausgeladen, ehe es über 183,9 Kilometer zurück geht.

80 km lang geschieht dies an der Küste, zwar weitgehend in ebenem Gelände, aber unter akutem Windeinfluss. Danach bietet die zweite Rennhälfte einen Parcours im Klassikerstil, mit einer Bergwertung der 2. Kategorie und vier Anstiegen der 3. Kategorie. Das Finale wird auf einer Runde in Barcelona ausgefahren, die dreimal absolviert werden muss und an deren Ende wohl erneut die Klassementfahrer im Fokus stehen werden.

Q.Marshall--TNT

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