The National Times - "Rote Teufel" von der Hölle in den Himmel

"Rote Teufel" von der Hölle in den Himmel


"Rote Teufel" von der Hölle in den Himmel
"Rote Teufel" von der Hölle in den Himmel / Foto: © AFP

Belgiens "alte Herren" dürfen dank einer unwirklichen Willensleistung weiter vom Abschied durch das große Tor träumen. Die Mannschaft um Super-Joker Romelu Lukaku und Kapitän Youri Tielemans drehte am Mittwoch in Seattle in einer verrückten Schlussphase einen Zwei-Tore-Rückstand gegen den Senegal und zog dank des wilden 3:2 nach Verlängerung (2:2, 0:1) doch noch ins Achtelfinale der WM in Nordamerika ein.

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Nur wenige Momente vor einem drohenden Elfmeterschießen verwandelte Tielemans einen viel diskutierten Strafstoß (120.+5) und schoss die "Roten Teufel" damit endgültig von der Hölle in den Himmel. Zuvor hatten der eingewechselte Lukaku (86.) und Tielemans (89.) in einer aberwitzigen Schlussphase der regulären Spielzeit ein längst verloren geglaubtes Spiel aus dem Feuer gerissen.

85 Minuten lang hatten die Belgier abermals enttäuscht, dann waren sie plötzlich wie ausgetauscht. Im Achtelfinale treffen sie nun am 7. Juli (2.00 Uhr MESZ) erneut in Seattle auf Co-Gastgeber USA oder Bosnien-Herzegowina.

Der Senegal, der nach den Treffern von Habib Diarra (25.) und Ismaila Sarr (51.) schon wie der sichere Sieger aussah, verpasste denkbar unglücklich den zweiten K.o.-Sieg seiner WM-Geschichte. 2002 waren die Afrikaner bei ihrer Premiere bis ins Viertelfinale vorgestoßen. Das Turnier in Nordamerika dürfte auch das letzte von Anführer Sadio Mané gewesen sein.

Nach dem überzeugenden 5:1 im Vorrundenfinale gegen Neuseeland war die zuvor laute Kritik an Belgiens Mannschaft zunächst verstummt. "Das ist es, was die alten Herren Belgiens draufhaben", hatte Trainer Rudi Garcia großspurig betont. Der Auftritt gegen den Senegal erinnerte dann aber lang Zeit eher an die enttäuschenden Leistungen zum WM-Auftakt.

Immer wieder kombinierte sich der Senegal, der sich erst durch ein 5:0 am letzten Spieltag gegen den Irak noch für die K.o.-Runde qualifiziert hatte, vor allem über die Flügel ins letzte Drittel - und zur Führung. Zwar stolperte Sarr (13.) den Ball nach einem Fehler von Belgiens Keeper Thibaut Courtois zunächst noch an den Pfosten. Als sein Kopfball rund zehn Minuten später dann erneut am Aluminium landete, war aber Diarra zur Stelle.

Erst danach kam Belgien langsam besser ins Spiel - auch, weil der Senegal sich vorerst auf die Abwehrarbeit konzentrierte. Torwart Mory Diaw, der erneut den verletzten Edouard Mendy ersetzte, hatte mit den seltenen belgischen Abschlüssen jedoch keine großen Probleme.

Garcia reagierte zur Halbzeit und brachte Lukaku ins Spiel, doch erneut wurde Belgien kalt erwischt. Zwar vergab Diarra (51.) die große Chance auf seinen Doppelpack, doch sei's drum: Einen langen Ball von Moussa Niakhaté verarbeitete Sarr exzellent, Courtois hatte gegen den wuchtigen Abschluss des Stürmers keine Chance.

Bei Belgien lagen die Nerven nun blank: Bei der Trinkpause lieferten sich Kapitän Tielemans und Leandro Trossard ein Wortgefecht. Vielleicht der entscheidende Weckruf?! Gut 20 Minuten später war Belgien jedenfalls wieder im Spiel.

R.Campbell--TNT

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