The National Times - Kane erlöst England: Zittersieg gegen DR Kongo

Kane erlöst England: Zittersieg gegen DR Kongo


Kane erlöst England: Zittersieg gegen DR Kongo
Kane erlöst England: Zittersieg gegen DR Kongo / Foto: © GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SID

Tor-Garant Harry Kane lässt England aufatmen, das peinliche Aus ist abgewendet: Dank eines späten Doppelpacks ihres herausragenden Anführers hat die Mannschaft von Teammanager Thomas Tuchel ihren Traum vom zweiten WM-Titel gerade so am Leben erhalten. Im spektakulären Sechzehntelfinale gegen den wie entfesselt aufspielenden Außenseiter aus der Demokratischen Republik Kongo verhinderte der Vize-Europameister am Mittwoch in Atlanta eine Blamage und mühte sich letztlich zu einem 2:1 (0:1)-Sieg.

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Bayern Münchens Stürmerstar Kane (75., 86.) drehte die Partie mit seiner großen Klasse zugunsten der Engländer, die lange an Kongos überragendem Torwart Lionel Mpasi verzweifelt waren, Brian Cipenga (7.) traf für die Zentralafrikaner.

Ein Aus in der Runde der letzten 32 wäre das schlechteste WM-Abschneiden des Fußball-Mutterlandes, das seit 1966 auf einen WM-Triumph wartet, seit dem Scheitern in der Vorrunde vor zwölf Jahren in Brasilien gewesen. Nun geht es im Achtelfinale in der Nacht zu Montag (2.00 Uhr/MESZ) in Mexiko City gegen den mexikanischen Co-Gastgeber.

Für die DR Kongo endet derweil ihr historischer WM-Lauf, bereits der erstmalige Einzug in die K.o.-Runde und ein 1:1 gegen Cristiano Ronaldos Portugal in der Gruppenphasen waren in der von Krieg und Krisen gebeutelten Nation groß gefeiert worden. Bei der zuvor einzigen Turnierteilnahme 1974 (damals hieß das Land noch Zaire) waren die Kongolesen in der Vorrunde ausgeschieden. Nun hat ihr Land neue Helden.

Nach den glanzlosen Auftritten in den abschließenden Gruppenspielen gegen Ghana (0:0) und Panama (2:0) hatte Tuchel Kritik einstecken müssen, England falle nichts gegen tiefstehende Mannschaften ein, monierte Ex-Nationalspieler Jamie Carragher in seiner Telegraph-Kolumne. Roy Keane ätzte, Tuchel wisse nicht, "wie seine beste Elf aussieht." Und der Deutsche wurde von der DR Kongo zunächst kalt erwischt.

Noch bevor die Engländer überhaupt einen ersten vernünftigen Angriff aufziehen konnten, schlug der Underdog zu. Kapitän Chancel Mbemba hebelte die englische Abwehr mit einer Halbfeldflanke aus, plötzlich stand Cipenga frei vor dem Tor und schloss eiskalt in die kurze Ecke ab. Völlig losgelöst feierte der Torschütze mit einem Salto, den Fans der "Three Lions" auf der Tribüne standen die Münder offen.

Die Léopards verteidigten in der Folge mutig nach vorne und suchten im Vorwärtsgang ihre Chancen. Erst nach der Trinkpause kam England gefährlicher auf, es entwickelte sich ein packendes Fußballspiel. Mpasi parierte einen Kopfball von Jude Bellingham (30.) stark, der gebürtige Engländer Aaron Wan-Bissaka klärte gegen Marcus Rashford (35.) auf der Linie.

Doch die Kongolesen ließen sich nicht vollends in die eigene Hälfte drücken. Yoane Wissa (42.) vergab kurz vor der Pause die Riesenchance auf das 2:0 und traf nur den Pfosten. Danach Pech für die Engländer: Schiedsrichter Adham Makhadmeh aus Jordanien verweigerte dem bislang unsichtbaren Kane (43.) einen Elfmeter, nachdem er im Zweikampf mit Mpasi zu Fall gekommen war. Stattdessen rettete der Schlussmann zweimal Weltklasse gegen Bellingham und Kane (45.+2/45.+6).

Nach der Halbzeitpause mussten die Engländer kommen - und sie kamen. Rashford (52.) traf das Außennetz, Bellingham (53.) zwang Mpasi nur Sekunden später zur nächsten Rettungsaktion. Doch auch die Kongolesen, die Englands Drangphase erst einmal überstehen mussten, hielten weiterhin dagegen. Doch England hatte Harry Kane, der mit Beginn der Schlussviertelstunde eine Flanke von Anthony Gordon einköpfte und danach die Partie per Rechtsschuss unnachahmlich drehte.

L.A.Adams--TNT

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