The National Times - Samba in Houston: Brasilien ringt Japan nieder

Samba in Houston: Brasilien ringt Japan nieder


Samba in Houston: Brasilien ringt Japan nieder
Samba in Houston: Brasilien ringt Japan nieder / Foto: © SID

Erst keinerlei Feuer, dann doch noch eine Samba-Party in letzter Sekunde in Texas: Brasilien träumt nach einem ersten K.o.-Kraftakt weiter vom sechsten WM-Stern. Der anfangs enttäuschende Rekordweltmeister fand gegen unbeugsame Japaner in Houston immer besser ins Spiel und zog dank eines ganz späten Joker-Tores von Gabriel Martinelli (90.+5.) letztlich verdient mit 2:1 (0:1) ins Achtelfinale ein. Dort wartet auf die Mannschaft von Trainer Carlo Ancelotti am 5. Juli Norwegen oder die Elfenbeinküste.

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Ein Bundesliga-Profi brachte die Brasilianer aber vor 68.777 Zuschauern ganz schön ins Zittern. Der Mainzer Kaishu Sano erzielte für Japan nach einem Sololauf sein erstes Länderspieltor (29.), im Stadion der Houston Texans ging bei der Selecao die Angst um. Erst Casemiro (56.) beruhigte mit seinem Kopfballtor die Nerven - und der in der 66. Minute eingewechselte Martinelli führte Brasilien spät in der Nachspielzeit in die nächste Runde.

Ancelotti setzte zum ersten Mal in seiner Zeit als Selecao-Coach auf dieselbe Elf wie im Spiel zuvor, Superstar Neymar nahm nach seinem emotionalen Joker-Comeback gegen Schottland (3:0) wieder auf der Bank Platz. Man müsse nun jedes Spiel "wie ein Finale angehen", sagte Vinicius Júnior, der die Südamerikaner mit vier Toren zum Gruppensieg geführt hatte. "Auf geht’s, Brasilien, alle gemeinsam!", schrieb der große Ronaldinho, der gemeinsam mit den 2002er-Weltmeistern Ronaldo und Cafú auf der Tribüne mitfieberte.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden ungeschlagenen Teams in der Gruppenphase hatte Japan im Oktober 2025 in einem Testspiel nach 0:2-Rückstand 3:2 gewonnen. Und auch wenn die brasilianische Mannschaft damals eine ganz andere war, könne der viermalige Asienmeister längst "jede Weltklassemannschaft schlagen", sagte Mats Hummels bei MagentaTV. Er tippte auf den Überraschungssieg.

Damit schien er nicht so schlecht zu liegen. Beim stimmungsvollen "Heimspiel" im geschlossenen Houston Stadium begann Brasilien zwar dominant, hatte durch Bruno Guimaraes (2.) und den ehemaligen Bundesligaprofi Matheus Cunha (14.) die ersten Gelegenheiten. Sano hatte zudem Glück, als er Cunha im Sechzehner von den Beinen holte und der italienische Schiedsrichter Maurizio Mariani nicht auf Elfmeter und Gelb-Rot entschied (23.).

Sechs Minuten aber später fing der Mainzer einen schlimmen Fehlpass von Danilo an der Mittellinie ab, enteilte Casemiro und schob aus 20 Metern aus vollem Lauf eiskalt ein. Brasilien war schockiert - und nahm erst nach dem Seitenwechsel Fahrt auf. Guimaraes (52.) und Casemiro (54.) scheiterten zunächst noch am glänzend aufgelegten japanischen Keeper Zion Suzuki, ehe Casemiro mit seinem wuchtigen Kopfball den Bann brach. Wieder nur zwei Minuten später hatte Vinicius die Führung nach tollem Solo auf dem Fuß, Suzuki und der Pfosten standen jedoch im Weg.

Japan wurde in den Schwitzkasten genommen und hatte nur noch wenige Offensivaktionen. Brasilien drückte, und nach japanischen Ballgewinnen waren die Wege weit.

O.Nicholson--TNT

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