The National Times - "90 Minuten Qual": Schottland mit Duselsieg beim WM-Comeback

"90 Minuten Qual": Schottland mit Duselsieg beim WM-Comeback


"90 Minuten Qual": Schottland mit Duselsieg beim WM-Comeback

Schottland feiert seinen ersten WM-Sieg seit 36 Jahren. Gegen den tapferen Außenseiter Haiti taten sich die Bravehearts aber lange schwer.

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Foxborough (SID) Zum Gassenhauer "Yes sir I can boogie" sang und tanzte die "Tartan Army" wie entfesselt, als Schottlands erster WM-Sieg seit 36 Jahren perfekt war. Und während die freudetrunkenen Fans Matchwinner John McGinn feierten, war ihnen völlig egal, dass ihre Mannschaft diesen historischen Erfolg gegen den wackeren Außenseiter Haiti, ja Haiti, um ein Haar noch verspielt hätte.

"Alle sagten, es sei ein Spiel, das wir unbedingt gewinnen müssten – und wir haben gewonnen", sagte Nationaltrainer Steve Clarke nach dem so kargen wie letztlich höchst glücklichen 1:0 (1:0) zum Auftakt gegen die Haitianer. Die BBC war da in ihrem Urteil etwas kritischer: "Es waren 90 Minuten Qual und, ganz ehrlich, bestenfalls mittelmäßiger Fußball. Aber Schottland liegt vor Brasilien, also wen interessiert's."

Beim schottischen Comeback nach 28-jähriger WM-Abstinenz verdarb ein abgefälschter Schuss von McGinn (29.) den leidgeprüften Haitianern vor 64.146 Zuschauern in Foxborough ihre Rückkehr auf die große Bühne - mehr als ein halbes Jahrhundert nach der WM-Premiere 1974.

Das Team aus dem krisengeplagten Karibikstaat, das aufgrund einer US-Einreisesperre ohne heimische Fans auskommen muss, trifft nun auf Brasilien. Schottland machte als Tabellenführer der Gruppe C vor Brasilien und Marokko einen großen Schritt zum Debüt in der K.-o.-Phase und darf gegen die Marokkaner erneut im Football-Tempel der New England Patriots auf seine frenetischen Fans bauen.

Schon bei der schottischen Hymne vibrierte die Arena, in der auch Edelfan Rod Stewart mitfieberte. Nach Medienangaben hatten rund 30.000 Anhänger, viele davon in Schottenröcken und Trikots, Boston bereits in den vergangenen Tagen in eine Partyzone mit Dudelsackklängen verwandelt. Der Schlachtruf "No Scotland, no Party" schallte auch vor Anpfiff aus zahllosen knallgelben Schulbussen, die die Fans für die Fahrt ins Stadion gemietet hatten.

Mit diesem Rückenwind starteten die Schotten besser in die Partie, leisteten sich dann aber zunehmend nervöse Momente und ließen den auf Umschaltsituationen lauernden Gegner immer wieder gefährlich werden. Phasenweise ging es wild zu, Scott McTominay (17.) hatte bei seinem Pfostenschuss aus 15 Metern die schottische Führung auf dem Fuß.

Dann hatten die Haitianer großes Pech, als McGinns abgefälschter Nachschuss von Jean-Ricner Bellegarde unhaltbar abgefälscht wurde. Trotz der Führung im Rücken blieben die Schotten defensiv anfällig.

Der Underdog aus Haiti, bei dem Josué Duverger vom Oberligisten FC Kosmos Koblenz als Ersatzkeeper auf der Bank saß, antwortete mit der nächsten Druckphase. Doch die Schotten überstanden auch diese, über ein Remis zur Halbzeit hätte sich der Favorit nicht beschweren können.

Die Ansprache Clarkes schien zu fruchten, nach der Pause wirkte sein Team stabiler. Die Begegnung verlor auch spürbar an Tempo; aber gegen Ende drehte Haiti nochmal auf. Doch nachdem McGinn (73.) eine gute Chance zum zweiten Treffer ausließ, verpasste Haitis Wilson Isidor (74.) nur haarscharf den Ausgleich. In der Schlussphase köpfte Frantzdy Pierrot (85.) knapp daneben.

D.Kelly--TNT

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