HBL: Melsungen verliert - und gewinnt das Königklassen-Ticket
Spiel verloren, Ziel erreicht: Der frischgebackene European-League-Sieger MT Melsungen hat sich erstmals in seiner Vereinsgeschichte einen Platz in der Handball-Königsklasse gesichert - dank einer deutlichen 28:39 (16:18)-Niederlage gegen die Füchse Berlin. Weil den Hauptstädtern der wichtige zweite Tabellenplatz durch den Sieg nun nicht mehr zu nehmen ist, dürften die Hessen nun mit ihrer Teilnahme an der Champions League planen.
Verantwortlich für das skurrile Szenario war am Donnerstagabend allerdings nicht gänzlich die Leistung der Melsunger, die ihren Gegnern zumindest bis zur Halbzeit ein ausgeglichenes Spiel lieferten, sondern das neue Regelwerk: Denn hätten die Füchse ihren zweiten Tabellenplatz am letzten Spieltag noch an die SG Flensburg-Handewitt verloren, und Mitte Juni dann die Champions League gewonnen, wäre Melsungen trotz des großen Triumphes - zusätzlich auch der erste Vereinstitel der Geschichte - am vergangenen Wochenende nicht für die Königsklasse qualifiziert.
Durch den Sieg aber haben die die Berliner nun zwei Punkte Vorsprung auf Verfolger Flensburg - und die deutlich bessere Tordifferenz können die Norddeutschen auch im direkten Showdown am letzten Spieltag nicht mehr aufholen. In Melsungen drehte das Team von Trainer Nicolej Krickau vor allem in der zweiten Halbzeit deutlich auf - bereits in den ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff entschied der deutsche Meister des Vorjahres die Partie nach einem furiosen 5:1-Lauf zu seinen Gunsten. Bester Werfer des Spiel war Welthandballer Mathias Gidsel mit neun Toren.
Flensburg, das zuvor gegen den ThSV Eisenach mit 36:31 (21:18) seine Pflicht erfüllte, bleibt so nur der Platz in der zweitklassigen European League.
T.Allen--TNT