The National Times - Viertelfinale schon in Gefahr: DEB-Team kassiert zweite Pleite

Viertelfinale schon in Gefahr: DEB-Team kassiert zweite Pleite


Viertelfinale schon in Gefahr: DEB-Team kassiert zweite Pleite
Viertelfinale schon in Gefahr: DEB-Team kassiert zweite Pleite / Foto: © picture-alliance/BEAUTIFUL SPORTS/SID

Auch mit Geburtstagskind Lukas Reichel hat die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft einen kapitalen WM-Fehlstart hingelegt, das Ziel Viertelfinale gerät schon früh in Gefahr. Beim ersten Einsatz des nachgereisten NHL-Stürmers unterlag das Team von Bundestrainer Harold Kreis Lettland mit 0:2 (0:1, 0:1, 0:0) und steht nach zwei Pleiten in zwei Spielen bereits enorm unter Druck - mit nur einem Tor in 120 WM-Minuten. Nächster Gegner ist am Montag (20.20 Uhr/ProSieben und MagentaTV) der bislang ungeschlagene Gastgeber Schweiz.

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An Reichels 24. Geburtstag fand die stark ersatzgeschwächte Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), die zum Auftakt bereits 1:3 gegen den Olympiadritten Finnland verloren hatte, keinen Weg vorbei an DEL-Torhüter Kristers Gudlevskis. Martins Dzierkals (19.) und Rudolfs Balcers (25.) trafen für das deutlich verjüngte lettische Team, das bei den Winterspielen in Mailand in ganz anderer Besetzung schon die deutschen Stars um Leon Draisaitl mit 4:3 besiegt hatte.

Ohne Draisaitl und Co., aber immerhin mit vier NHL-Profis, enttäuschte die DEB-Auswahl um Kapitän Moritz Seider vor 6000 Zuschauern in Zürich auf ganzer Linie. Edmonton-Stürmer Joshua Samanski vergab die größte Chance allein vor Gudlevskis (32.). Die Letten mit nur noch zehn Olympiateilnehmern und einem einzigen NHL-Spieler nutzten die Schwächen eiskalt aus. Reichel war am Donnerstag angereist, zuvor hatte er einen neuen Vertrag bei den Boston Bruins unterschrieben. Gegen Finnland hatte Kreis ihm noch eine Pause gegönnt.

Am Montag wartet der Erzrivale Schweiz, der die letzten beiden WM-Duelle gewonnen hat und nach zweimal Silber in Folge endlich den ersten Titel gewinnen will. Deshalb tritt die "Nati" - anders als das DEB-Team - fast in Bestbesetzung an, inklusive sechs NHL-Profis um die Stars Roman Josi und Nico Hischier.

"Da sind wirklich alle mit dabei, deshalb sind sie brutal eingespielt. Das ist ihre Stärke", sagte Stürmer Dominik Kahun, der seit fünf Jahren in der Schweiz spielt, "es sind unglaubliche Spieler, gleichzeitig auch super Charaktere."

Dass zu Beginn der WM-Vorbereitung Erfolgstrainer Patrick Fischer wegen des Skandals um ein gefälschtes Corona-Impfzertifikat entlassen wurde, hatte bislang noch keine negative Folgen. Sowohl beim 3:1 gegen die USA als auch beim 4:2 gegen Lettland überzeugten die Gastgeber.

Mit Reichel im Team startete die DEB-Auswahl engagiert, doch mit zunehmender Spielzeit schlichen sich Fehler im Aufbau ein. Lettland attackierte früher, NHL-Goalie Philipp Grubauer bekam mehr Arbeit. Nach einem kapitalen Fehler von Verteidiger Leon Hüttl erzielte Dzierkals die verdiente Führung der Balten, Grubauer war dabei völlig außer Position.

Dann setzte sich die Unterzahl-Misere aus dem ersten Spiel fort: Zum vierten Mal war das deutsche Team ein Mann weniger, zum dritten Mal traf der Gegner. Erst gegen Ende des Ende des zweiten Durchgangs gelang es, sich länger im lettischen Drittel festzusetzen. "Wir müssen einfach mehr Verkehr vor dem Tor haben", sagte Seider in der zweiten Pause. Das DEB-Team drängte auf den Treffer und hatte Chancen, blieb aber erfolglos. Kreis nahm Grubauer gut fünf Minuten vor dem Ende für einen zusätzlichen Feldspieler vom Eis, doch es half nichts.

F.Harris--TNT

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