The National Times - Pionierin Grings: Sexismus nur von "Schwachköpfen"

Pionierin Grings: Sexismus nur von "Schwachköpfen"


Pionierin Grings: Sexismus nur von "Schwachköpfen"
Pionierin Grings: Sexismus nur von "Schwachköpfen" / Foto: © SID

Für die Pionierin Inka Grings ist die erste Cheftrainerin in der Fußball-Bundesliga der Männer längst überfällig gewesen. "Das ist ganz großartig! Ein Riesenschritt vom Verein Union Berlin, in der Stärke und der Außendarstellung ist das ein richtiger, logischer Schritt, der mich als Frau sehr, sehr freut", sagte die langjährige Nationalspielerin dem SID.

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Bei Union wird bis zum Ende der Saison Marie-Louise Eta (34) auf der Bank sitzen. Grings, 2019 beim SV Straelen erste Trainerin eines Männervereins der obersten vier Ligen, darf sich als Wegbereiterin sehen. "Medial war es damals für die Verhältnisse auch extrem. Aber ich war drauf vorbereitet", betonte sie. "Für die Spieler war es relativ entspannt, die waren gespannt, was sie erwartet. Nachher hieß es: Der einzige Unterschied bei mir war, dass eine Frauenstimme redete. Das sagt doch alles."

Die zweimalige Europameisterin erwartet dementsprechend auch für Eta keine geschlechtsbedingten Konflikte mit Spielern. "Diese Problematik wird nicht bestehen", sagte sie: "Ohnehin haben die Spieler das zu machen, was der Trainerstab vorgibt - sonst spielen halt die anderen."

Den Sexismus gegen Eta auf Social-Media-Plattformen findet Grings (47) widerwärtig. "Die Schwachköpfe, die diese Äußerungen tätigen, interessieren mich wenig. Dumme Sprüche aus der Ferne sind immer einfach. Es ist aber schockierend und zeigt ein Bild unserer Gesellschaft - zum Glück nur eines kleinen Teils."

Die Personalie Eta werde der Gesellschaft daher auch insgesamt gut tun: "Es geht nicht ums Geschlecht, es geht um Erfahrung, Kompetenz und Qualifikation. Ich kann es nicht mehr hören. Es macht müde."

Sie selbst habe Sexismus im Männerfußball nie erlebt. "Ich hatte damals einen 2,10 m großen Nationalspieler aus Tunesien. Muslim", berichtete Grings. "Das Ende vom Lied: Er war der erste Spieler, der mir nach meinem Abschied gesagt hat, dass es super schade sei. Wir haben Kontakt bis heute."

P.Murphy--TNT

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