The National Times - Boykott: Paralympics-Eröffnungsfeier ohne deutsche Sportler

Boykott: Paralympics-Eröffnungsfeier ohne deutsche Sportler


Boykott: Paralympics-Eröffnungsfeier ohne deutsche Sportler
Boykott: Paralympics-Eröffnungsfeier ohne deutsche Sportler / Foto: © IMAGO/Xinhua/SID

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) wird aus Protest gegen die Zulassung von Sportlern aus Russland und Belarus den Einmarsch der Nationen bei der Eröffnungsfeier der Paralympics boykottieren. Wie der Verband mitteilte, werde das Team D keine Sportler und Offizielle ins Amphitheater von Verona entsenden. Diese Entscheidung diene "sowohl der Konzentration auf die bevorstehenden Wettkämpfe als auch dem Anliegen, die solidarische Haltung gegenüber der ukrainischen Delegation respektvoll zum Ausdruck zu bringen".

Textgröße ändern:

Einen kompletten Boykott der Eröffnungsfeier stellt dies allerdings nicht da. An den im Vorfeld an den verschiedenen Austragungsorten aufgezeichneten Aufnahmen, die während der Zeremonie im Stadion und Fernsehbild eingeblendet werden, werde das Team Deutschland Paralympics "wie vorgesehen teilnehmen". Mit diesen Maßnahmen verbindet die deutsche Mannschaft "sportliche Fokussierung mit einer eindeutig wertebasierten Position", heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Für den DBS habe die Perspektive "seiner Athletinnen und Athleten höchste Priorität. Ihre Einschätzungen sowie ihre Verantwortung gegenüber dem sportlichen Wettbewerb und den Werten der Paralympischen Bewegung wurden umfassend in die Entscheidungsfindung einbezogen." Zuletzt hatte der Verbandspräsident noch einen Boykott abgelehnt. Davon halte er "nichts", hatte Hans-Jörg Michels dem SID gesagt: "Das hat man in der Vergangenheit gesehen, dass das im Grunde genommen nichts bringt für den Sport."

Doch nun folgte die Kehrtwende samt harscher Kritik am Internationalen Paralympischen Komitee (IPC). "Der Beschluss der IPC-Generalversammlung im September 2025 und das Urteil des CAS beinhalteten ausdrücklich keine Verpflichtung, Startplätze an diese Nationen zu vergeben", schrieb der DBS: "Die Entscheidung des IPC fordert die Paralympische Bewegung in besonderem Maße heraus." Das IPC hatte im Februar sechs Wildcards an russische Sportlerinnen und Sportler vergeben, die nun unter eigener Flagge starten. Auch Belarus bekam vier Startplätze.

"Angesichts der aktuellen Entwicklungen ist es umso wichtiger, den Kern der Paralympischen Idee zu bewahren: faire Wettkämpfe in einem friedlichen Umfeld, in dem Athletinnen und Athleten aus aller Welt ihre Leistungen und persönlichen Geschichten präsentieren können", betonte der DBS: "Gerade in herausfordernden Zeiten bleibt es unsere gemeinsame Aufgabe, die Paralympischen Werte sichtbar zu leben und die Integrität des Sports entschlossen zu schützen."

Neben der Ukraine hatten zuvor bereits andere Nationen wie Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Niederlande und Tschechien einen Boykott der Eröffnungsfeier angekündigt.

S.Clarke--TNT

Empfohlen

Schwerer Vorwurf: Rüdiger "wollte mir das Gesicht einschlagen"

Schwerer Vorwurf gegen Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger: Der Verteidiger von Real Madrid soll seinen Gegenspieler Diego Rico absichtlich mit dem Knie am Kopf getroffen haben. Das behauptet zumindest der Profi des FC Getafe nach einer Szene im Liga-Derby am Montagabend, in dem sich der Außenseiter überraschend bei den Königlichen durchgesetzt hatte (1:0).

DFL künftig "Bundesliga" - neue Liga und Kaderkostenregel

Ein neuer Name für einen höheren Wiedererkennungswert, eine neue Liga zur besseren Nachwuchsförderung und eine neue Kostenbegrenzung für finanzielle Stabilität: Die Deutsche Fußball Liga hat auf ihrer ordentlichen Mitgliederversammlung am Dienstag einstimmig einige Reformen beschlossen. So wird aus "DFL" ab der kommenden Saison 2026/27 schlicht "Bundesliga". Außerdem werden ein zusätzlicher U21-Wettbewerb und eine Kaderkostenregelung eingeführt.

Kreuzbandriss: Brasilianer Rodrygo verpasst die WM

Rekordchampion Brasilien muss den Kampf um den sechsten Titel bei einer Fußball-Weltmeisterschaft ohne seinen Star Rodrygo aufnehmen. Der Rechtsaußen von Real Madrid hat laut Mitteilung seines Klubs einen Kreuzbandriss und einen Riss des Außenmeniskus am rechten Knie erlitten. Spanischen Medienberichten zufolge wird er mindestens sieben Monate lang ausfallen - somit auch für die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli).

Hjulmand spürt keinen Druck: "Denke nie darüber nach"

Kasper Hjulmand musste lachen. Ob er angesichts der Negativspirale mit Bayer Leverkusen Druck verspüre? "Das geht ja schnell. Ich denke nicht darüber nach. Ich denke nie darüber nach. Ich bin nicht hier, um einen Job zu haben", sagte der Trainer des deutschen Vizemeisters vor dem Bundesliga-Nachholspiel beim Hamburger SV am Mittwoch (20.30 Uhr/Sky): "Ich bin hier, um mein Bestes für das Team zu geben."

Textgröße ändern: