The National Times - Flucht Richtung Wald: McGrath nach Slalom-Drama untröstlich

Flucht Richtung Wald: McGrath nach Slalom-Drama untröstlich


Flucht Richtung Wald: McGrath nach Slalom-Drama untröstlich
Flucht Richtung Wald: McGrath nach Slalom-Drama untröstlich / Foto: © SID

Nachdem er seine Stöcke fortgeschleudert und die Skier abgeschnallt hatte, wollte Atle Lie McGrath nur noch weg. Allein sein. Also stapfte er los. Mitten über die Piste, vorbei an der Streckenbegrenzung, dann durch den Tiefschnee. Immer weiter Richtung Wald. Dort angekommen, ließ sich der Norweger vor den Bäumen auf den Rücken plumpsen, zog sich noch die Handschuhe aus, und starrte dann völlig erschöpft ins Leere.

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Es war ein kurioses Bild, das sich den Zuschauern nach dem Slalom auf der Stelvio in Bormio bot. Und eines mit traurigem Hintegrund. Als Führender war McGrath in den zweiten Durchgang gestartet, der 25-Jährige hatte Gold vor Augen. Dann fädelete er im Stangenwald ein. Der Traum vom Olympiaiseg war geplatzt. "Ich war von meinen Emotionen überwältigt", erklärte McGrath seine Flucht Richtung Wald, "ich wollte alleine sein. Leider haben nich Forografen gefunden."

Für den aktuell besten Slalomfahrer der laufenden Weltcupsaison war es das denkbar bitterste Ende der Olympischen Spiele in Norditalien, an deren Anfang McGrath einen schweren persönlichen Schicksalsschlag hatte verkraften müssen. Am 6. Februar war sein Großvater während der Eröffnungsfeier gestorben.

In der Team-Kombination fuhr McGrath mit schwarzer Armbinde, beim Riesenslalom am Samstag belegte er Rang fünf - und schrieb danach auf Instagram vom "bei weitem härtesten Rennen meines Lebens, und vielleicht jenem, auf das ich am meisten stolz bin."

Nach seinem einsamen Gang durch den Schnee wurde der WM-Zweite im Slalom von 2025 von einem Streckenposten in den Zielbereich gebracht. "Ich habe genug Zeit im Wald verbracht. Jetzt möchte ich bei den Menschen sein, die ich liebe. Das ist alles, was ich brauche", sagte McGrath und ergänzte: "Ich glaube, ich brauche eine Weile Zeit, um das zu verarbeiten. Es wird wirklich schwer werden."

W.Phillips--TNT

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