The National Times - Helm-Causa: Skeletonfahrer Heraskewytsch ausgeschlossen

Helm-Causa: Skeletonfahrer Heraskewytsch ausgeschlossen


Helm-Causa: Skeletonfahrer Heraskewytsch ausgeschlossen
Helm-Causa: Skeletonfahrer Heraskewytsch ausgeschlossen / Foto: © SID

Doppelte Bestrafung für den ukrainischen Skeletonfahrer Wladyslaw Heraskewytsch in der Helm-Causa: Der WM-Vierte wurde vom olympischen Wettkampf am Donnerstag und Freitag im Eiskanal von Cortina ausgeschlossen, das gaben das Internationale Olympische Komitee (IOC) und der Weltverband IBSF eine knappe halbe Stunde vor dem Beginn des ersten Laufs bekannt. Die formale Disqualifikation sprach die IBSF aus, das IOC entzog ihm die Akkreditierung. Heraskewytsch kündigte an, vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS zu ziehen.

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"Ich habe keine Regeln verletzt", sagte der ukrainische Skeletonfahrer am ZDF-Mikrofon und klagte einmal mehr das IOC an: "Mir ist mein olympischer Moment gestohlen worden."

Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha sprach nach dem Rauswurf von einem "Moment der Schande", Heraskewytschs Vater Mychailo wurde in Cortina weinend am Rande des Eiskanals gesehen. Das Nationale Olympische Komitee der Ukraine hingegen erklärte: "Ein Sieg für Wladyslaw. Ein Sieg für das ganze Land."

IOC-Präsidentin Kirsty Coventry vertrat die Entscheidung unter Tränen gegenüber Medien in Cortina: "Leider konnten wir keine Lösung finden. Es war ein sehr emotionaler Morgen."

Heraskewytsch hatte darauf beharrt, wie schon im Training auch im Wettkampf einen besonderen Helm zu tragen, auf dem Porträts von im Krieg von russischen Soldaten getöteten Sportlern aus der Ukraine zu sehen sind. Das IOC sieht darin einen Verstoß gegen die Olympischen Charta, die Meinungsäußerungen unter anderem auf dem Spielfeld ("field of play") untersagt.

"Skeletonpilot Wladyslaw Heraskewytsch darf nicht an den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand/Cortina teilnehmen, nachdem er sich geweigert hat, die Richtlinien des IOC zur Meinungsäußerung von Athleten einzuhalten", erklärte das IOC. Ferner habe man "mit Bedauern beschlossen", ihm die Akkreditierung für die laufenden Winterspiele "zu entziehen".

Am Donnerstagmorgen hatte es abermals ein Gespräch zwischen Heraskewytsch und Coventry am Cortina Sliding Centre gegeben, das IOC sprach in seiner Kommunikation von einer "letzten Chance". Heraskewytsch hatte zuvor bereits nicht eingelenkt, durch Videos in den Sozialen Medien vielmehr seinen Konfrontationskurs verschärft.

Das IOC sei "sehr daran interessiert" gewesen, dass Heraskewytsch an den Wettkämpfen teilnimmt. Aus diesem Grund habe sich das IOC mit ihm zusammengesetzt, um nach einer "möglichst respektvollen Möglichkeit zu suchen, seinem Wunsch nachzukommen, seiner im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine ums Leben gekommenen Sportlerkollegen zu gedenken". Der Kern seines Falls sei "nicht die Botschaft selbst, sondern der Ort, an dem er sie zum Ausdruck bringen wollte". Das IOC hatte ihm als Kompromiss angeboten, mit einer schwarzen Armbinde als Zeichen der Trauer zu starten.

A.Wood--TNT

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