The National Times - HSV zu harmlos: St. Pauli feiert Stadtmeisterschaft

HSV zu harmlos: St. Pauli feiert Stadtmeisterschaft


HSV zu harmlos: St. Pauli feiert Stadtmeisterschaft
HSV zu harmlos: St. Pauli feiert Stadtmeisterschaft / Foto: © SID

Die Festung Volkspark erklommen, die fußballerische Vorherrschaft in Hamburg untermauert: Der abgezockte FC St. Pauli hat Aufsteiger HSV das Heimspiel-Comeback in der Bundesliga verhagelt und ist in einem hitzigen Derby zur Stadtmeisterschaft gestürmt. 14 Jahre nach dem letzten Erstligaduell der beiden Rivalen siegte St. Pauli am Freitagabend hochverdient mit 2:0 (1:0).

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Adam Dzwigala (19.) brachte vor 57.000 elektrisierten Zuschauern die Gäste vom Millerntor in Führung. Andreas Hountondji legte in einer der seltenen Drangphasen des HSV nach (60.). Die Gastgeber müssen nach der nächsten offensiven Nullnummer weiter auf ihr erstes Bundesligator seit dem Abstieg vor mehr als sieben Jahren warten. HSV-Verteidiger Giorgi Gocholeishvili sah zudem die Gelb-Rote Karte (77.).

Eine Woche nach dem wilden 3:3 gegen Dortmund darf sich St. Pauli über einen famosen Saisonstart und die Tabellenführung für eine Nacht freuen. Der HSV hingegen präsentierte sich im 112. Stadtderby trotz der erstklassigen Unterstützung von den Rängen zeitweise nicht bundesligatauglich und hat noch jede Menge Arbeit vor sich.

Zuvor hatte ein großes Polizeiaufgebot in der gesamten Hansestadt ein Aufeinandertreffen der "marschierenden" HSV-Anhänger mit den auf Fahrrädern und Rollern anreisenden St. Pauli-Fans verhindert - bis zum Anpfiff blieb es friedlich. Hitzig ging es auf den Rängen dennoch zu, beide Fanlager machten ihren Teams mit speziellen Choreografien Dampf.

Pünktlich um 20.30 Uhr war es dann so weit: 2666 lange Tage nach dem Abstieg war der Volkspark offiziell wieder ein Bundesligastadion. Doch ein Großteil der Zuschauer kassierte früh einen Stimmungsdämpfer. St. Pauli schockierte den Gastgeber nach einer ausgeglichenen Anfangsphase mit einer kreativen Eckenvariante - an deren Ende Verteidiger Dzwigala aus rund acht Metern sein erstes Bundesligator erzielte.

Auch im Anschluss wirkte St. Pauli wie die reifere Bundesligamannschaft. Der überforderte HSV hatte gleich zweimal großes Glück: Zunächst wurde Hountondji fälschlicherweise eine sehr aussichtsreiche Abschlussposition wegen eines vermeintlichen Fouls genommen (25.), dann vergab Mathias Pereira Lage völlig frei vor Daniel Heuer Fernandes (41.).

Die zweite Hälfte begann mit einer Gefühlsexplosion. Der vermeintliche Treffer von Ransford-Yeboah Königsdörffer nach einem langen Ball verwandelte den Volkspark kurzzeitig in ein Tollhaus, doch Schiedsrichter Christian Dingert mutierte wegen einer knappen Abseitsstellung zum Spielverderber. Der HSV blieb dran: St. Pauli-Keeper Nikola Vasilj parierte einen guten Freistoß von Miro Muheim (53.).

Doch es war wenig später wieder der abgezockte "kleine Nachbar", der den Treffer machte. Hountondji umkurvte den unentschlossenen Heuer Fernandes und traf aus spitzem Winkel. Kurz davor war der neue HSV-Kapitän Yussuf Poulsen wie schon beim 0:0 in Gladbach zum Saisonstart eingewechselt worden. In der Schlussphase hatte St. Pauli noch weitere gute Gelgenheiten zum dritten Tor.

F.Harris--TNT

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