The National Times - Lipowitz verteidigt Weiß trotz Sturz - Etappensieg für Wellens

Lipowitz verteidigt Weiß trotz Sturz - Etappensieg für Wellens


Lipowitz verteidigt Weiß trotz Sturz - Etappensieg für Wellens
Lipowitz verteidigt Weiß trotz Sturz - Etappensieg für Wellens / Foto: © SID

Florian Lipowitz pustete bei der erlösenden Zieldurchfahrt tief durch. Der deutsche Radsport-Shootingstar hat bei seiner Traum-Tour einen heiklen Stresstest im Weißen Trikot überstanden und nimmt die Schlusswoche der 112. Frankreich-Rundfahrt trotz eines Sturzes als Gesamtdritter in Angriff.

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Während der Belgier Tim Wellens am Sonntag im Schatten der Mittelalter-Festung von Carcassonne als Solist triumphierte, kam Lipowitz auf der überaus hektischen 15. Etappe mit einem Schrecken davon. Der 24-Jährige vom Team Red Bull-Bora-hansgrohe war früh zu Fall gekommen, kämpfte sich aber zurück und rollte an der Seite der Top-Stars um Spitzenreiter Tadej Pogacar ins Ziel. Als Führender der Nachwuchswertung nahm Lipowitz dort nach der Premiere in den Pyrenäen zum zweiten Mal an der Siegerehrung teil.

Der Hauptdarsteller des Tages war Pogacar-Helfer Wellens. Der belgische Meister attackierte aus einer Fluchtgruppe am letzten Anstieg Pas du Sant und fuhr eine größere Lücke auf die Rivalen heraus. Im Ziel hatte Wellens 1:28 Minuten Vorsprung auf seinen Landsmann Victor Campenaerts. Mit seinem ersten Tour-Etappensieg hat Wellens nun bei allen großen Landesrundfahrten mindestens einen Tageserfolg erzielt.

UAE-Kapitän und Weltmeister Pogacar fährt im Gelben Trikot seinem vierten Gesamtsieg entgegen. Der Slowene führt das Klassement mit 4:13 Minuten Vorsprung auf den dänischen Ex-Champion Jonas Vingegaard an. Lipowitz (+ 7:53 Minuten) folgt mit größerem Abstand, sein Polster auf den viertplatzierten Briten Oscar Onley beträgt 1:25 Minuten.

Nach zuletzt drei intensiven Bergetappen in den Pyrenäen hatten die Klassementfahrer um das Top-Trio Pogacar, Vingegaard und Lipowitz auf eine eher ruhige Überführungsetappe gehofft - und wurden schnell von der Realität eingeholt. Das galt insbesondere für Lipowitz.

Der Ulmer war nach nur 17 km in einen Massensturz verwickelt, blieb dabei aber offenbar von Verletzungen verschont und setzte die Fahrt umgehend fort. Lipowitz schloss mit Teamunterstützung und dank eines Pogacar-Machtworts zum Peloton auf. Der Weltmeister hatte seine Kollegen zu einer Tempoentschärfung aufgefordert.

Die Hatz durch das Pyrenäen-Vorland blieb auch nach dem Zusammenschluss chaotisch. Windkanten zerteilten das Feld und verlangten auch von Lipowitz höchste Wachsamkeit. Erst spät beruhigte sich die Dynamik im Hauptfeld.

Während Lipowitz und Co. im Verbund dem Ziel entgegenrollten, kämpften die Ausreißer um den Tageserfolg. Wellens, der zuvor nur für Pogacars Gelb-Traum geschuftet hatte, nutzte die seltenen Freiheiten im UAE-Team. 43,5 km vor dem Ziel nahm der 34-Jährige Reißaus und spielte dann seine Qualitäten im Zeitfahren aus. Auf den letzten Metern klatschte Wellens gelöst mit den Fans am Streckenrand ab.

Am Samstag hatten die Stars um Pogacar die Rivalität über den Col du Tourmalet und weiter zum Ziel in Superbagnères offen ausgetragen. Lipowitz untermauerte dabei seinen Platz in der Weltspitze. Der Tour-Debütant übernahm - auch begünstigt durch den Ausfall von Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel - Platz drei der Gesamtwertung sowie die Führung in der Nachwuchswertung. Das damit verbundene Weiße Trikot zu tragen, sei "etwas ganz besonderes", sagte Lipowitz: "Es fühlt sich an wie ein Märchen."

Nach dem Ruhetag am Montag will er es am Dienstag am legendären Mont Ventoux fortschreiben.

W.Baxter--TNT

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