The National Times - Holtby lässt Dampf ab: "Sind wir so soft geworden?"

Holtby lässt Dampf ab: "Sind wir so soft geworden?"


Holtby lässt Dampf ab: "Sind wir so soft geworden?"
Holtby lässt Dampf ab: "Sind wir so soft geworden?" / Foto: © IMAGO / TSG 1899 Hoffenheim/SID

Lewis Holtby redete sich richtig in Rage. "Sind wir so soft geworden im deutschen Fußball", fragte der Kapitän von Holstein Kiel, dass Szenen "für den Mist" abgepfiffen werden? Nein, die Leistung von Schiedsrichter Florian Exner (Münster) beim 0:2 (0:2) gegen den VfL Wolfsburg hatte Holtby überhaupt nicht gefallen.

Textgröße ändern:

Man bekomme mittlerweile einen Freistoß, "wenn mich einer nur noch berührt", dann könne man zeigen, was man vielleicht in der "Schauspielschule" gelernt habe: "Mich mal fallen lassen, theatralisch." Und schon pfeife der Schiedsrichter. "Also wirklich", sagte Holtby.

Exner zeigte zwei Rote Karten, zog elf Mal Gelb - besonders der Platzverweis für seinen Trainer Marcel Rapp in der Schlussphase regte Holtby auf. "Wenn man es jetzt nicht gesehen hätte, würde man meinen, Rappo wäre hingegangen, hätte dem Trainer oder irgendeinem eine Backpfeife gegeben", sagte der Anführer des Aufsteigers über den Aufreger der Partie: "Wofür man heutzutage Rot kriegt als Trainer!"

Rapp selbst nahm es gelassener als Holtby, er hatte in der Coachingzone des Gegners reklamiert. Diesen Bereich zu betreten, sei aber nicht erlaubt, habe ihm Exner nach dem Spiel erklärt. "Das wusste ich bis dahin auch nicht", sagte Rapp.

Holtby appellierte an die Referees, ihre Spielleitung zu überdenken. "Einfach mal durchatmen", sagte der 33-Jährige. Sein Rat? "Entspannt euch mal alle wieder ein bisschen, Schiedsrichter, das ist mir zu einfach", sagte Holtby, sonst "fangen wir irgendwann auch an, zu spielen wie Schauspieler. Sobald uns einer berührt, lassen wir uns fallen, wir rollen uns 17 Mal - aber das will auch keiner sehen."

Kommunikativ sein, Ruhe reinbringen - so wünscht sich Holtby einen Schiedsrichter. "Wenn ich heute jedes Mal den sterbenden Schwan gespielt hätte, hätte ich 18 Fouls rausziehen können", sagte er: "Wenn du ein Unparteiischer bist, bring Ruhe rein. Wenn zwei hitzige Stiere mehr oder weniger hier einen Kampf auf dem Platz haben - Ruhe reinbringen. Und nicht immer die ganze Zeit Gelbe Karten ziehen."

A.M.James--TNT

Empfohlen

Bayer schlägt Posen: Schick bleibt im Hexenkessel eiskalt

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Dank Patrik Schicks Nervenstärke vom Elfmeterpunkt hat Bayer Leverkusen den Härtetest im Hexenkessel von Lech Posen bestanden. Die Werkself gewann am zweiten Spieltag der Europa League souverän mit 4:0 (3:0) beim polnischen Meister und tankte Selbstvertrauen für das Bundesliga-Topspiel am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen den Tabellenführer SC Freiburg.

Urbig als Nummer eins? Kahn und Lehmann zweifeln noch

Die früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn und Jens Lemann verfolgen den Werdegang von Jonas Urbig mit einer gewissen Skepsis. "Ich kann nicht sagen, ob Urbig die Qualität hat, wirklich die Nummer eins bei Bayern München zu sein", sagte Kahn in einer Talkshow bei Sky. Beim deutschen Rekordmeister gilt der 23-jährige Urbig als designierter Nachfolger von Manuel Neuer, jüngst debütierte er in der Nationalmannschaft und könnte auch dort perspektivisch zur Nummer eins aufsteigen.

Tennis: ATP plant Ranglistenreform und winkt mit mehr Geld

Die Tennis-Profitour ATP will ihre Topspieler durch eine Reform der Weltrangliste in Zukunft entlasten und deutlich mehr Geld ausschütten. Damit reagiert die Organisation auf die wachsende Kritik am Turnierkalender und die Verletzungen der Stars wie Jannik Sinner (Italien) und Carlos Alcaraz (Spanien), die in diesem Jahr beide monatelang gefehlt haben. Ihren Plan, der ab dem Jahr 2028 greifen soll, veröffentlichte die ATP am Donnerstag.

Pokal-Ausschreitungen: Zuschauer-Teilausschluss für Mannheim

Drittligist Waldhof Mannheim ist nach den massiven Ausschreitungen im DFB-Pokalspiel gegen den Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern zu einem Zuschauer-Teilausschluss sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Demnach müssen die Mannheimer im kommenden Drittliga-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II am 25. Oktober ohne Teile ihrer Fans auskommen, eine weitere Partie wurde bis Ende 2028 zur Bewährung ausgesetzt.

Textgröße ändern: