The National Times - Rücktritt: Santos-Coach von Missbrauchsvorwürfen eingeholt

Rücktritt: Santos-Coach von Missbrauchsvorwürfen eingeholt


Rücktritt: Santos-Coach von Missbrauchsvorwürfen eingeholt
Rücktritt: Santos-Coach von Missbrauchsvorwürfen eingeholt / Foto: © SID

Brasiliens früherer Frauenfußball-Nationaltrainer Kleiton Lima ist von seiner mutmaßlich übergriffigen Vergangenheit wieder eingeholt worden. Als Konsequenz aus ligaweiten Protesten gegen seine Wiedereinstellung beim brasilianischen Frauen-Erstligisten FC Santos erklärte der 49-Jährige nur wenige Tage nach seinem Comeback beim Stammklub von Brasiliens verstorbener Ikone Pele erneut seinen Rücktritt. Nach Angaben des Klubs soll Lima vor seiner Demission auch Morddrohungen erhalten haben.

Textgröße ändern:

Limas Rückkehr zur Frauen-Mannschaft von Santos trotz vorheriger Vorwürfe der sexuellen Belästigung und des Missbrauchs durch 19 Spielerinnen hatte landesweit eine Welle der Empörung ausgelöst. Vor den Meisterschaftsspielen in Brasiliens höchster Frauen-Liga am vergangenen Wochenende verdeckten Spielerinnen mehrerer Mannschaften ihre Münder und Ohren als Zeichen des Protestes gegen Lima. Andere Teams posierten symbolisch für die Anzahl der mutmaßlichen Opfer von Limas Übergriffen komplett in Trikots mit der Rückennummer 19.

Santos hatte den ehemaligen Profispieler in der ersten April-Hälfte wieder als Chefcoach zurückgeholt. Zuvor war eine Ende vergangenen Jahres eingeleitete Untersuchung aus Mangel an Beweisen für Limas Fehlverhalten vor seinem ersten Rücktritt wegen der Anschuldigungen ergebnislos eingestellt worden.

Sein abermaliger Abgang dürfte für Brasiliens erfolgreichsten Frauen-Trainer voraussichtlich das Ende seiner Laufbahn als Coach bedeuten. 2011 hatte der frühere Mittelfeldspieler die Brasilianerinnen bei der WM-Endrunde in Deutschland bis ins Viertelfinale geführt, nachdem seine Mannschaft ein Jahr zuvor die Südamerikameisterschaft gewonnen hatte.

In Santos war Lima mit mehreren Unterbrechungen seit 1999 tätig. Außer die nationalen Meisterschaften 2007 und 2009 gewann Lima mit den Santos-Frauen auch zweimal das Champions-League-Pendant Copa Libertadores (2009 und 2010).

In Brasilien haben die Fälle der wegen Vergewaltigungen zu Haftstrafen verurteilten Ex-Nationalspieler Dani Alves und Robinho in den vergangenen Wochen gesamtgesellschaftlich zu mehr Sensibilität für den Schutz von Frauen vor sexuellen Gewalt durch Männer geführt. Vor diesem Hintergrund distanzierten sich die Männer-Nationalmannschaft ebenso wie der nationale Verband CBF nach langem Schweigen auch öffentlich von ihren früheren Stars.

P.Barry--TNT

Empfohlen

Bayer schlägt Posen: Schick bleibt im Hexenkessel eiskalt

Zweites Spiel, zweiter Sieg: Dank Patrik Schicks Nervenstärke vom Elfmeterpunkt hat Bayer Leverkusen den Härtetest im Hexenkessel von Lech Posen bestanden. Die Werkself gewann am zweiten Spieltag der Europa League souverän mit 4:0 (3:0) beim polnischen Meister und tankte Selbstvertrauen für das Bundesliga-Topspiel am Sonntag (15.30 Uhr/DAZN) gegen den Tabellenführer SC Freiburg.

Urbig als Nummer eins? Kahn und Lehmann zweifeln noch

Die früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn und Jens Lemann verfolgen den Werdegang von Jonas Urbig mit einer gewissen Skepsis. "Ich kann nicht sagen, ob Urbig die Qualität hat, wirklich die Nummer eins bei Bayern München zu sein", sagte Kahn in einer Talkshow bei Sky. Beim deutschen Rekordmeister gilt der 23-jährige Urbig als designierter Nachfolger von Manuel Neuer, jüngst debütierte er in der Nationalmannschaft und könnte auch dort perspektivisch zur Nummer eins aufsteigen.

Tennis: ATP plant Ranglistenreform und winkt mit mehr Geld

Die Tennis-Profitour ATP will ihre Topspieler durch eine Reform der Weltrangliste in Zukunft entlasten und deutlich mehr Geld ausschütten. Damit reagiert die Organisation auf die wachsende Kritik am Turnierkalender und die Verletzungen der Stars wie Jannik Sinner (Italien) und Carlos Alcaraz (Spanien), die in diesem Jahr beide monatelang gefehlt haben. Ihren Plan, der ab dem Jahr 2028 greifen soll, veröffentlichte die ATP am Donnerstag.

Pokal-Ausschreitungen: Zuschauer-Teilausschluss für Mannheim

Drittligist Waldhof Mannheim ist nach den massiven Ausschreitungen im DFB-Pokalspiel gegen den Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern zu einem Zuschauer-Teilausschluss sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Demnach müssen die Mannheimer im kommenden Drittliga-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II am 25. Oktober ohne Teile ihrer Fans auskommen, eine weitere Partie wurde bis Ende 2028 zur Bewährung ausgesetzt.

Textgröße ändern: