The National Times - Filter überragt: DHB-Frauen haben Olympia-Ticket fast sicher

Filter überragt: DHB-Frauen haben Olympia-Ticket fast sicher


Filter überragt: DHB-Frauen haben Olympia-Ticket fast sicher
Filter überragt: DHB-Frauen haben Olympia-Ticket fast sicher / Foto: © IMAGO/EIBNER/Michael Schmidt/SID

Deutschlands Handballerinnen haben sich ihren lang gehegten Olympia-Traum dank einer überragenden Torfrau Katharina Filter praktisch sicher erfüllt. Das Team von Bundestrainer Markus Gaugisch gewann mit einer defensiven Glanzleistung auch das zweite Spiel des Vierer-Turniers in Neu-Ulm gegen Montenegro mit 28:24 (11:7). Die erste Qualifikation für Olympische Sommerspiele seit 16 Jahren ist damit nur noch Formsache.

Textgröße ändern:

Sollte Slowenien am Nachmittag (16.45 Uhr) gegen Außenseiter Paraguay nicht verlieren, ist Deutschland die Olympia-Teilnahme nicht mehr zu nehmen. Bei einem Sieg Paraguays würde am Sonntag (13.30 Uhr/ARD und Dyn) das abschließende DHB-Duell mit den Südamerikanerinnen die Entscheidung bringen – in dieses geht die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) als turmhoher Favorit. Bereits ein Remis würde in dem Fall sicher reichen, um eines der zwei zu vergebenen Paris-Tickets zu lösen.

Linkshänderin Julia Maidhof (9 Tore) erzielte am Samstag die meisten Tore für das deutsche Team. Wie schon beim souveränen Auftakt gegen Slowenien (31:25) gab Gaugischs Team stets den Ton an und konnte sich auf eine einmal mehr bärenstarke Filter verlassen, die hinter der felsenfesten Deckung immer wieder erfolgreich in die Ecken ihres Tors hechtete.

"Heute können wir das eintüten, deshalb ist es wichtig, dass wir diesen Schritt gehen", sagte DHB-Coach Gaugisch vor der Partie, in der sich Deutschland auf einen aggressiven und teilweise "dreckig" spielenden Gegner eingestellt hatte. Dieses erwartet intensive Spiel sahen die 4269 Zuschauer in der ratiopharm Arena sowie in der ARD, in deren Programm erstmals seit der bislang letzten Olympia-Teilnahme 2008 ein Livespiel einer weiblichen DHB-Auswahl übertragen wurde, schließlich von Beginn an.

Die Defensivreihen bestimmten die Partie, beide Teams packten hart zu. Auf deutscher Seite fand die bereits gegen Slowenien überragende Filter glänzend in die Partie, im Angriff gab es aber nur wenig Durchkommen. Nach zehn Minuten waren insgesamt erst fünf Treffer gefallen. Beim 7:3 (17.), der ersten Vier-Tore-Führung, gingen vier DHB-Treffer aufs Konto von Maidhof, die vom Siebenmeterstrich traf.

Dank Filter, die in der ersten Hälfte eine sensationelle Quote von 57 Prozent gehaltener Bälle vorweisen konnte, und der eingewechselten Alina Grijseels, die offensiv das Spiel zielgerichteter lenkte, kam Deutschland besser in das Spiel. Montenegro biss sich zunehmend die Zähne aus.

"Das war beste Werbung für den Frauenhandball", sagte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Pause in der ARD. Männer-Bundestrainer Alfred Gislason, dessen Team sich bereits für Paris qualifiziert hat, schwärmte aus der Ferne ebenfalls von einer "überragenden" Leistung: "Sie spielen sehr, sehr gut. Und das gegen Montenegro, die eigentlich eine gute Mannschaft sind."

Ein 4:0-Lauf kurz nach Wiederbeginn bescherte dem deutschen Team immense Sicherheit, der Vorsprung wuchs beim 20:10 (43.) zwischenzeitlich auf zehn Tore - die Vorentscheidung. Weil Deutschland hinten raus etwas schludrig agierte, kam Montenegro noch einmal etwas heran.

G.Waters--TNT

Empfohlen

Urbig als Nummer eins? Kahn und Lehmann zweifeln noch

Die früheren Nationaltorhüter Oliver Kahn und Jens Lemann verfolgen den Werdegang von Jonas Urbig mit einer gewissen Skepsis. "Ich kann nicht sagen, ob Urbig die Qualität hat, wirklich die Nummer eins bei Bayern München zu sein", sagte Kahn in einer Talkshow bei Sky. Beim deutschen Rekordmeister gilt der 23-jährige Urbig als designierter Nachfolger von Manuel Neuer, jüngst debütierte er in der Nationalmannschaft und könnte auch dort perspektivisch zur Nummer eins aufsteigen.

Tennis: ATP plant Ranglistenreform und winkt mit mehr Geld

Die Tennis-Profitour ATP will ihre Topspieler durch eine Reform der Weltrangliste in Zukunft entlasten und deutlich mehr Geld ausschütten. Damit reagiert die Organisation auf die wachsende Kritik am Turnierkalender und die Verletzungen der Stars wie Jannik Sinner (Italien) und Carlos Alcaraz (Spanien), die in diesem Jahr beide monatelang gefehlt haben. Ihren Plan, der ab dem Jahr 2028 greifen soll, veröffentlichte die ATP am Donnerstag.

Pokal-Ausschreitungen: Zuschauer-Teilausschluss für Mannheim

Drittligist Waldhof Mannheim ist nach den massiven Ausschreitungen im DFB-Pokalspiel gegen den Lokalrivalen 1. FC Kaiserslautern zu einem Zuschauer-Teilausschluss sowie einer Geldstrafe verurteilt worden. Dies entschied das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Demnach müssen die Mannheimer im kommenden Drittliga-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim II am 25. Oktober ohne Teile ihrer Fans auskommen, eine weitere Partie wurde bis Ende 2028 zur Bewährung ausgesetzt.

FIFA-Sitzung: Infantino-Entschuldigung, aber offene Fragen

FIFA-Chef Gianni Infantino hat bei der mit Spannung erwarteten Council-Sitzung des Fußball-Weltverbandes um Entschuldigung gebeten, aber wichtige Fragen offengelassen. "Wir haben sehr viele kritische Fragen gestellt, befriedigende Antworten hat es aus meiner Sicht nicht gegeben", sagte DFB-Chef Bernd Neuendorf nach dem rund dreistündigen Treffen am Donnerstag.

Textgröße ändern: