The National Times - DOSB: Russland-Rückkehr "nur unter strengen Voraussetzungen"

DOSB: Russland-Rückkehr "nur unter strengen Voraussetzungen"


DOSB: Russland-Rückkehr "nur unter strengen Voraussetzungen"
DOSB: Russland-Rückkehr "nur unter strengen Voraussetzungen" / Foto: © POOL/SID

Das IOC drängt auf die Lockerung der Sanktionen gegen russische und belarussische Athleten, und auch der Deutsche Olympische Sportbund unterstützt das Ansinnen - allerdings "nur unter strengen Voraussetzungen", die der DOSB am Donnerstag dem SID mitteilte. Der Verein Athleten Deutschland sieht dagegen den Zeitpunkt, um über die Wiedereingliederung zu sprechen, noch nicht gekommen; das Bundesinnenministerium in den IOC-Plänen auf dem Weg zu den Spielen 2024 einen "völlig falschen Weg".

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"Man darf nicht naiv sein und muss sich der Tatsache stellen, dass Russland den Sport massiv für innen- und außenpolitische Zwecke instrumentalisiert", sagte Maximilian Klein, beim vom DOSB unabhängigen Athletenverein Direktor für Sportpolitik und Strategie. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass "Neutrale Sportler" keine wirksame Lösung darstellen würden.

Die Kritik teilt der DOSB. "Neutralität", wie sie "bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang und Tokio praktiziert wurde", sei nicht ausreichend. Das IOC treibt die Planungen für die Rückkehr russischer und belarussischer Athletinnen und Athleten voran. Der neutrale Status sowie ein "klares Bekenntnis" zur Olympischen Charta seien zentrale Bestandteile, hatte die Ringe-Organisation am Mittwoch mitgeteilt.

Der DOSB gab an, die "schwierige Situation, in der sich der Weltsport befindet" zu verstehen. "Der Sport will vereinen und nicht trennen, seine Mission ist es, Menschen im friedlichen Wettstreit zusammenzubringen", hieß es in der Stellungnahme. Dazu seien aber weitere Voraussetzungen nötig.

Dazu gehören stabile Sanktionen gegen "Athlet*innen, die im Krieg gekämpft haben oder den Krieg offen unterstützen", die Gewährleistung eines "fairen Qualifikationsprozesses" für die Sommerspiele 2024 in Paris und ein "funktionierendes und verlässliches Anti-Doping-System unter der Aufsicht der WADA".

An dieser Umsetzung zweifelt Maximilian Klein, zudem wirft der Athletenvertreter weitere Fragen auf. "Wie kann die Haltung der Athletinnen und Athleten zum Krieg glaubwürdig belegt werden? Wie soll mit Teamwettbewerben umgegangen werden? Was passiert, wenn ukrainische und russische Athleten aufeinandertreffen?" Die Debatten müssten geführt werden, "erst dann sollte man sich Gedanken über eine Exit-Strategie aus den Sanktionen machen".

Bundesinnenministerin Nancy Faeser ließ der FAZ mitteilen: "Der Sport sollte in seiner Verurteilung des brutalen Krieges, den Putin gegen die ukrainische Zivilbevölkerung führt, klar sein." Die SPD-Politikerin ergänzte: "Große Sportereignisse finden nicht im luftleeren Raum statt. Diesen furchtbaren Krieg inmitten Europas darf niemand ausklammern oder zwiespältige Signale senden. Die internationalen Sportverbände bleiben in der Verantwortung, sich eindeutig zu positionieren."

Die uneingeschränkte Solidarität mit den ukrainischen Athletinnen und Athleten, die auch der DOSB versicherte, gehe "nur mit einem Ausschluss Russlands".

P.Johnston--TNT

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