The National Times - Späte Niederlage im WM-Test: DHB-Männer verspielen Führung

Späte Niederlage im WM-Test: DHB-Männer verspielen Führung


Späte Niederlage im WM-Test: DHB-Männer verspielen Führung
Späte Niederlage im WM-Test: DHB-Männer verspielen Führung / Foto: © FIRO/SID

Stimmungsdämpfer gegen den Geheimfavoriten: Deutschlands Handballer haben im vorletzten WM-Härtetest einen wertvollen Sieg auf der Zielgeraden verspielt. Die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason unterlag Island am Samstag 30:31 (18:14) und schenkte sechs Tage vor dem Start in die Weltmeisterschaft einen zwischenzeitlichen Sechs-Tore-Vorsprung leichtfertig her.

Textgröße ändern:

Spielmacher Juri Knorr und Kapitän Johannes Golla waren vor 8872 Zuschauern in der ausverkauften Bremer ÖVB Arena mit jeweils sechs Toren die besten Werfer für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die lange Zeit konstant spielte, dann jedoch auch bedingt durch personelle Wechsel den Faden verlor. Island erholte sich in einer spannenden Schlussphase noch vom zwischenzeitlichen 23:17 (41.) aus deutscher Sicht.

Das Gislason-Team testet bereits am Sonntag (15.30 Uhr/zdf.de) in Hannover bei der Generalprobe für das Turnier in Polen und Schweden (11. bis 29. Januar) ein weiteres Mal gegen den EM-Sechsten aus Island. Anschließend zieht die Mannschaft zur finalen Vorbereitung in die Sportschule Barsinghausen um, der Abflug in den Vorrundenspielort Kattowitz erfolgt am Donnerstag.

Gislason hatte seine Landsleute mehrfach als "Geheimfavoriten" auf eine WM-Medaille bezeichnet. Und im ersten Aufeinandertreffen mit seinem Heimatland als Bundestrainer sah der 63-Jährige anfangs, wie "seine Isis" stark loslegten. Die Gäste von der Vulkaninsel bestraften deutsche Fehlwürfe in der Offensive zu Beginn eiskalt.

Nach dem ersten DHB-Treffer durch Philipp Weber nach rund vier Minuten stabilisierte sich das deutsche Spiel jedoch. Zwar hatte die Deckung vor Andreas Wolff zunächst Probleme, insbesondere mit dem Magdeburger Gisli Porgeir Kristjansson. Doch auf der Gegenseite wurde Deutschland immer gefährlicher. Patrick Groetzki traf beim 7:6 (12.) zur ersten Führung.

Auf der Spielmacherposition fand Knorr, der bei den Rhein-Neckar Löwen bislang eine fantastische Bundesliga-Saison spielt, mit einer guten Übersicht häufig spielerische Lösungen - und wenn nicht, schloss er selbst ab. Auch die Defensive stellte sich zunehmend besser auf das isländische Spiel ein.

Der Lohn: Eine Vier-Tore-Führung, die Deutschland erfolgreich bis zur Pause durchbrachte. "Juri hat die Fäden in die Hand genommen und die anderen gut in Szene gesetzt", lobte DHB-Sportvorstand Axel Kromer zur Pause am ZDF-Mikrofon.

Gislason, von 2006 bis 2008 Islands Nationaltrainer, probierte viel aus. Im Innenblock rotierten Golla, Shootingstar Julian Köster und Simon Ernst durch. Insgesamt lief es in der Abwehr zwar nicht perfekt, aber bereits sehr ordentlich.

Auch als Island unmittelbar nach Wiederbeginn auf einen Treffer verkürzte, behielt die DHB-Auswahl zunächst einen kühlen Kopf - und schlug stark zurück: Rune Dahmke erhöhte von Linksaußen auf 23:17 (41.). Gislason brachte nun die "Back-ups" Joel Birlehm im Tor und Luca Witzke auf der Mitte, nun wurde das deutsche Spiel unsicherer, Island nutzte dies eiskalt und zog noch vorbei.

In Polen trifft Deutschland in Vorrundengruppe E zum Auftakt am Freitag (18.00 Uhr/ZDF) auf Asienmeister Katar. Weitere Gegner im Kampf um die Hauptrunde sind Serbien am 15. Januar sowie Algerien am 17. Januar.

L.A.Adams--TNT

Empfohlen

Super-Olise erlöst Frankreich: Erster Heimsieg für Zidane

Bayern-Star Michael Olise hat dem französischen Nationaltrainer Zinédine Zidane den ersten Heimsieg in dessen Amtszeit beschert. Der Super-Joker besiegte Belgien am Montag beim 4:1 (0:1) mit zwei Toren und einer Vorlage im Stade de France beinahe im Alleingang. Frankreich behauptete damit die Tabellenführung in der Nations-League-Gruppe 1 und hat das Viertelfinale fest im Blick.

Medwedew schießt Fan ab: Djokovic nach Eklat im Finale

Novak Djokovic hat nach einer Disqualifikation von Gegner Daniil Medwedew seine beeindruckende Siegesserie beim ATP-Turnier in Peking fortgesetzt. Djokovic lag im zweiten Satz mit 7:5, 5:3 in Führung und bereits klar auf Finalkurs, als Medwedew für einen Eklat sorgte. Der Russe schlug frustriert einen Ball in Richtung des Publikums, traf damit einen Zuschauer im Gesicht und wurde schließlich disqualifiziert.

Trotz Leistungseinbruch: Alcaraz beendet Final-Durststrecke

Trotz eines heftigen Leistungseinbruchs hat Tennisstar Carlos Alcaraz seine Durststrecke beendet und das erste Finale auf der ATP-Tour seit knapp einem halben Jahr erreicht. Der im Frühling und Sommer unter gesundheitlichen Problemen leidende 23-Jährige setzte sich im Duell mit seinem spanischen Landsmann Jaume Munar beim Hartplatzturnier in Tokio im Halbfinale mit 5:7, 6:3, 6:1 durch. Der siebenmalige Grand-Slam-Champion kämpfte sich dabei von einem Einbruch zum Ende des ersten Satzes zurück.

Außenbandriss: Gwinn fällt mehrere Wochen aus

Fußball-Nationalspielerin Giulia Gwinn muss wegen einer Sprunggelenksverletzung mehrere Wochen pausieren. Die Kapitänin der deutschen Nationalmannschaft hat laut FC Bayern einen Außenbandriss im linken Knöchel erlitten, wie der Double-Gewinner am Montag mitteilte.

Textgröße ändern: