The National Times - Ukraine: Mehr als sieben Millionen Haushalte nach russischen Angriffen ohne Strom

Ukraine: Mehr als sieben Millionen Haushalte nach russischen Angriffen ohne Strom


Ukraine: Mehr als sieben Millionen Haushalte nach russischen Angriffen ohne Strom
Ukraine: Mehr als sieben Millionen Haushalte nach russischen Angriffen ohne Strom / Foto: © AFP

Russland hat nach Angaben aus Kiew am Dienstag massive Raketenangriffe auf verschiedene ukrainische Städte geflogen und dabei große Teile der Energie-Infrastruktur beschädigt. Betroffen waren unter anderem Kiew, Lwiw und Charkiw. Den ukrainischen Angaben zufolge fiel in mehr als sieben Millionen Haushalten im Land der Strom aus.

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Am Nachmittag ertönten laut einer Luftabwehr-App in der gesamten Ukraine Sirenen, kurz darauf waren Explosionen unter anderem in Kiew, Lwiw und Charkiw zu hören. "Es ist klar, was der Feind will", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. "Er wird sein Ziel aber nicht erreichen." 85 Raketen seien auf Standorte der Energie-Infrastruktur im Land abgefeuert worden, sagte der Präsident. "Wir arbeiten, wir werden alles wiederherstellen."

In Kiew wurden nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko bei einem Raketenangriff zwei Wohngebäude getroffen. Die ukrainische Luftabwehr habe mehrere Raketen über Kiew abgefangen. Klitschko zufolge fanden Rettungskräfte einen Toten. Mindestens die Hälfte der Bewohner der Hauptstadt sei ohne Strom.

Der stellvertretende Leiter des ukrainischen Präsidialbüros, Kyrylo Tymoschenko, erklärte, die Raketen seien von russischen Streitkräften abgefeuert worden. Er verbreitete Filmmaterial, auf dem ein Feuer aus einem fünfstöckigen Wohnhaus in Kiew zu sehen ist. "Die Gefahr ist nicht vorbei", erklärte Tymoschenko. "Russische Terroristen haben einen weiteren geplanten Angriff auf die Energie-Infrastruktur vorgenommen." Tymoschenko bezeichnete die Lage als "kritisch".

Zuletzt hatten die russischen Streitkräfte wiederholt die Energie-Infrastruktur der Ukraine angegriffen. Die erneuten Angriffe am Dienstag seien offenbar eine Reaktion auf die Rede des ukrainischen Präsidenten Selenskyj beim G20-Gipfel, erklärte Präsidentenberater Andrij Jermak. In der Rede hatte Selenskyj die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder aufgefordert, Moskau zur Beendigung seines Angriffskrieges zu drängen.

Auch andere ukrainische Städte waren von Angriffen betroffen. "Es gibt Explosionen in Lwiw", erklärte der Bürgermeister der westukrainischen Stadt in Onlinemedien. Der Bürgermeister von Charkiw im Nordosten des Landes sprach von einem "Raketenangriff" auf die Stadt. Beide Bürgermeister meldeten Stromausfälle in ihren Städten. In einer Region im Westen des Landes waren den ukrainischen Angaben zufolge 90 Prozent der Menschen ohne Strom.

Die russischen Angriffe hatten auch Auswirkungen auf das an die Ukraine grenzende Moldau. In Teilen des Landes gebe es Stromausfälle, schrieb Außenminister Nicu Popescu auf Twitter.

Derweil meldete der Gouverneur einer an die Ukraine grenzenden russischen Region, bei einem ukrainischen Angriff seien zwei Menschen getötet worden.

Die USA verurteilten die Angriffe auf die Ukraine scharf. "Die russischen Angriffe werden die Besorgnis der G20-Staaten über die destabilisierende Wirkung von (Präsident Wladimir) Putins Krieg nur noch verstärken", erklärte der Nationale Sicherheitsberater, Jake Sullivan. Die USA stünden der Ukraine so lange zur Seite, wie es nötig sei.

Beim G20-Gipfel auf Bali war Russland diplomatisch in der Isolation. In einem am Dienstag vorliegenden Entwurf für die gemeinsame Abschlusserklärung der Teilnehmerstaaten hieß es, der "Krieg in der Ukraine" habe die "Weltwirtschaft negativ beeinflusst", die Androhung des Einsatzes von Atomwaffen sei "unzulässig". Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verwarf seinerseits einen "Diktat-Frieden aus der Perspektive Russlands" als inakzeptabel.

A.M.Owen--TNT

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