The National Times - Stadt muss Artikel über rechtsextreme Kleinpartei von Internetseite entfernen

Stadt muss Artikel über rechtsextreme Kleinpartei von Internetseite entfernen


Stadt muss Artikel über rechtsextreme Kleinpartei von Internetseite entfernen
Stadt muss Artikel über rechtsextreme Kleinpartei von Internetseite entfernen / Foto: © AFP/Archiv

Die nordrhein-westfälische Stadt Hilchenbach muss einen Onlineartikel über die rechtsextreme Kleinpartei Der III. Weg von ihrer Internetseite entfernen, in dem sich der Bürgermeister negativ über die Partei äußerte. Das Oberverwaltungsgericht in Münster gab damit der klagenden Partei in einer am Mittwoch veröffentlichten Entscheidung teilweise Recht. Der III. Weg könne sich auf die im Grundgesetz gesicherte Chancengleichheit und das Neutralitätsgebot für Amtsträger berufen.

Textgröße ändern:

Im konkreten Fall hatte die Stadt Hilchenbach laut Gerichtsangaben im April 2022 auf ihrer Internetseite einen Artikel mit dem Titel "Petition übergeben - Kein Platz in Hilchenbach für Rechtsextremismus" veröffentlicht. Darin habe der Bürgermeister geäußert, er sei von der Onlinepetition eines Bürgers gegen das geplante Büro der Partei in der Stadt "sehr beeindruckt" und nehme sie "mit großer Anerkennung" entgegen.

Der Bürgermeister habe zudem darauf hingewiesen, dass er "alle rechtsstaatlichen Möglichkeiten ausschöpfen" werde, um die Pläne der Partei zu verhindern, sich in der Stadt mit einem Büro niederzulassen. Damit unterstütze er nach Ansicht der Richter die Petition, die "ein eindeutig negatives Werturteil" gegen die Partei fälle.

Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass der Bürgermeister mit seinen Äußerungen in das vom Grundgesetz geschützte Recht der Partei auf Chancengleichheit eingreife. Zwar dürfe er sich in seinem Amt für Demokratie, Toleranz und Rechtsstaatlichkeit einsetzen.

Er habe jedoch die Grenzen des Neutralitätsgebotes überschritten, indem er in seinen Äußerungen das Ziel unterstütze, ein Bürgerbüro der Partei in der Stadt zu verhindern. Dies sei geeignet, "deren Position im politischen Meinungskampf zu beeinträchtigen".

Dem steht nach Gerichtsangaben auch nicht entgegen, dass Der III. Weg laut dem nordrhein-westfälischen Verfassungsschutz "ein rechtsextremistisches Staats- und Gesellschaftsbild propagiert" und sich in die Tradition der Nationalsozialisten stellt. Denn die Partei sei vom Bundesverfassungsgericht nicht verboten worden.

Der III. Weg hat laut Gericht jedoch keinen Anspruch darauf, dass die Stadt es unterlässt, direkt auf die Onlinepetition zu verlinken. Auch könne die Partei nicht verhindern, dass der Artikel anderweitig verbreitet werde.

Zuvor war die Partei mit einem Eilantrag beim Verwaltungsgericht Arnsberg gescheitert, die Veröffentlichung zu verhindern. Das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster ist rechtskräftig.

K.M.Thompson--TNT

Empfohlen

Trump postete höchstwahrscheinlich KI-retuschiertes Bild von Xis Staatsbesuch

Ein von US-Präsident Donald Trump veröffentlichtes Foto vom Staatsbesuch seines chinesischen Kollegen Xi Jinping ist nach Ansicht von Fachleuten höchstwahrscheinlich mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz retuschiert worden, um einen unvorteilhaften Gesichtsausdruck zu verändern. Der Datenforensiker Matthew Stamm von der Drexel University sagte der Nachrichtenagentur AFP, das von Trump veröffentlichte Foto, auf dem der Präsident neben Xi während des Überflugs eines Jets salutiert, weise "mit hoher Sicherheit" Spuren auf, "die von generativer KI hinterlassen wurden."

Cambridge-Analytica-Skandal: Facebook-Mutter Meta unterliegt vor US-Gericht

Gut acht Jahre nach dem Cambridge-Analytica-Skandal um den Missbrauch von Facebook-Nutzerdaten hat der Mutterkonzern Meta einen Prozess in den USA verloren. Ein Geschworenengericht in Santa Fe im Bundesstaat New Mexico entschied am Freitag nach Angaben von US-Medien, Meta habe Nutzer über den Schutz ihrer Daten getäuscht. Dem Konzern droht nun eine Geldbuße in Milliardenhöhe.

Putin: Russland bereitet sich nicht auf "irgendeine Art von Kampf mit Europa" vor

Russlands Präsident Wladimir Putin hat beteuert, dass sich sein Land "nicht auf irgendeine Art von Kampf mit Europa" vorbereite. "Viele in Europa sagen, dass sie eine Aggression vonseiten der Russischen Föderation erwarten und dass sie sich deshalb selbst auf Kämpfe, auf einen Krieg mit Russland, vorbereiten müssen", sagte Putin am Freitag vor Journalisten in St. Petersburg. Er wolle jedoch nochmals unterstreichen, dass Russland keine Vorbereitungen für eine solche Aggression treffe.

UN-Sicherheitsrat verurteilt Huthi-Angriffe auf Saudi-Arabien "auf das Schärfste"

Die anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf Saudi-Arabien sind einstimmig vom UN-Sicherheitsrat verurteilt worden. Die Mitglieder des Sicherheitsrats verurteilten "aufs Schärfste die anhaltenden Angriffe (...), besonders jene, bei denen Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, verletzt wurden", hieß es am Freitag in einer Erklärung des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen.

Textgröße ändern: