The National Times - Irans Ankündigung einer Hyperschall-Rakete löst international Besorgnis aus

Irans Ankündigung einer Hyperschall-Rakete löst international Besorgnis aus


Irans Ankündigung einer Hyperschall-Rakete löst international Besorgnis aus
Irans Ankündigung einer Hyperschall-Rakete löst international Besorgnis aus / Foto: © SEPAH NEWS/AFP/Archiv

Die vom Iran verkündete Entwicklung einer Hyperschall-Rakete ist international mit Sorge aufgenommen worden. Dies erhöhe die Besorgnis hinsichtlich des iranischen Atomprogramms, sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Der iranische General Amirali Hadschisadeh, Befehlshaber der Luftwaffenabteilung der Revolutionsgarden, hatte zuvor die Entwicklung einer ballistischen Hyperschall-Rakete verkündet.

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Laut der Nachrichtenagentur Fars sagte der General, die Rakete werde alle feindlichen "Raketenabwehrsysteme überwinden können". Es werde Jahrzehnte bis zur Entwicklung eines Systems brauchen, das das Geschoss abfangen könne.

Hyperschall-Raketen, die auch mit Atomsprengköpfen ausgestattet werden können, können mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen und sind wegen ihrer Schnelligkeit und wegen ihrer vergleichsweise geringeren Flughöhe von Radarsystemen schwer zu erfassen. Russland ist derzeit an der Spitze bei der Entwicklung solcher Raketen, danach kommen China und die USA.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Iran zugegeben, Russland Drohnen geliefert zu haben - allerdings will der Iran das seit dem russischen Einmarsch in der Ukraine nicht mehr getan haben. Berichte, wonach Teheran Moskau auch mit Raketen versorgt habe, wies Teheran zurück.

"All diese Ankündigungen" erhöhten die Besorgnis hinsichtlich des iranischen Atomprogramms, sagte IAEA-Chef Grossi. Nach dem bereits wenige Tage zuvor angeblich erfolgreich absolvierten Testflug einer iranischen Rakete, die Satelliten ins All befördern kann, hatten die USA wiederholt ihre Besorgnis geäußert, dass derartige Starts Irans ballistische Raketentechnologie voranbringen könnten - bis hin zum möglichen Einsatz von Atomsprengköpfen.

Am Mittwoch warnte der Iran nun seine rivalisierenden Nachbarländer, darunter Saudi-Arabien, dass er angesichts der Proteste im Land Vergeltungsmaßnahmen ergreifen könnte. Teheran wirft Saudi-Arabien ebenso wie dem Westen eine "Destabilisierung" seines Landes durch Unterstützung der Protestbewegung vor.

Der Iran habe bisher "strategische Geduld bewiesen", aber er könne nicht garantieren, diese beizubehalten, wenn die Feindseligkeiten gegen ihn weitergingen, sagte der iranische Geheimdienstminister Esmail Chatib.

Im Iran gibt es seit Wochen landesweite Proteste, die durch den Tod einer jungen Frau nach ihrer Festnahme durch die sogenannte Sittenpolizei in Teheran ausgelöst worden waren. Die Frau hatte angeblich ihr islamisches Kopftuch nicht streng genug getragen.

Die iranische Armee machte am Donnerstag deutlich, dass sie bei einem Befehl bereitstehe, um gegen die Proteste vorzugehen. Der Befehlshaber der iranischen Bodentruppen, Brigadegeneral Kiumars Hejdari, nannte laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr als Grund für die bisherige Zurückhaltung der Armee, "dass der Oberste Führer dies so beschlossen hat". Er bezog sich damit auf das geistliche Oberhaupt des Iran, Ayatollah Ali Chamenei. Hejdari warnte, die Armee sei bereit, an der Seite der Polizei und der berüchtigten Basidsch-Miliz einzugreifen, wenn sie dazu aufgefordert werde.

Derweil kündigte die EU neue Sanktionen gegen den Iran an. Wegen des gewaltsamen Vorgehens der iranischen Behörden gegen Demonstranten wollen die EU-Staaten am Montag Sanktionen gegen 31 weitere Verantwortliche und Organisationen verhängen.

Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte das neue Sanktionspaket am Mittwoch angekündigt. "Wir stehen an der Seite der Männer und Frauen im Iran, und zwar nicht nur heute, sondern so lange es notwendig ist", betonte sie auf Twitter.

Irans Außenminister Hossein Amir-Abdollahian drohte mit einer "angemessenen und entschlossenen" Reaktion auf neue Sanktionen. Der Minister reagierte damit direkt auf Baerbocks Äußerungen: "Alte Beziehungen zu untergraben, hat langfristige Konsequenzen. Deutschland kann sich für Engagement entscheiden, um gemeinsame Herausforderungen anzugehen - oder für Konfrontation", erklärte er auf Twitter.

S.Arnold--TNT

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