The National Times - Strom- und Wasserversorgung in Kiew nach russischen Angriffen wiederhergestellt

Strom- und Wasserversorgung in Kiew nach russischen Angriffen wiederhergestellt


Strom- und Wasserversorgung in Kiew nach russischen Angriffen wiederhergestellt
Strom- und Wasserversorgung in Kiew nach russischen Angriffen wiederhergestellt / Foto: © AFP

Nach den massiven russischen Raketenangriffen auf Kiews Infrastruktur hat die Wasser- und Stromversorgung in der ukrainischen Hauptstadt am Dienstag wieder funktioniert. "Die Wasserversorgung der Häuser der Kiewer Bürger wurde vollkommen wiederhergestellt", erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko. Unterdessen nahm die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nach russischen Vorwürfen, die Ukraine baue eine "schmutzige Bomben", ihre Untersuchungen in der Ukraine auf.

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Auch die Stromversorgung funktioniere in Kiew wieder, erklärte Klitschko. Es werde in der Stadt aber weiterhin geplante Unterbrechungen der Stromversorgung geben wegen "des beträchtlichen Defizits im Stromversorgungssystem nach den barbarischen Angriffen des Aggressors", fügte er mit Blick auf die russischen Raketenangriffe hinzu. Nach Angaben der ukrainischen Armee hatte Russland am Montag 55 Marschflugkörper und Dutzende weitere Geschosse auf die Ukraine abgefeuert.

Der ukrainische Präsidentenberater Olexij Arestowitsch nannte die Bombardements "einen der massivsten Beschüsse unseres Territoriums durch die Armee der Russischen Föderation". Wegen der auch dank Lieferungen des Westens verbesserten Luftabwehr der Ukraine seien die Zerstörungen aber "nicht so entscheidend, wie sie hätten sein können", erklärte er. Klitschko hatte zuvor Deutschland für das hochmoderne Luftabwehrsystems vom Typ Iris-T gedankt.

Nach den Vorwürfen Russlands, die Ukraine arbeite an einer sogenannten schmutzigen Bombe, nahmen Inspektoren der IAEA nach eigenen Angaben ihre "Prüfungsaktivitäten" an zwei Orten in der Ukraine auf. Diese würden bald abgeschlossen, hieß es in einer Mitteilung. IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi wolle die Ergebnisse der Untersuchungen noch in dieser Woche verkünden.

Die schmutzige Bombe soll russischen Angaben zufolge in zwei ukrainischen Einrichtungen hergestellt werden. Die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer weisen die Anschuldigung vehement zurück. Kiew warnt, Russland könnte selber den Einsatz einer derartigen Waffe planen.

In der südlichen Region Cherson ordneten die russischen Besatzungsbehörden angesichts der ukrainischen Gegenoffensive die Evakuierung von weiteren zehntausenden Menschen an. "Wir werden bis zu 70.000 Personen neu ansiedeln und verlegen", sagte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Cherson, Wladimir Saldo. Vergangene Woche hatte die russische Armee bereits mitgeteilt, dass 70.000 Zivilisten ihre Häuser am Westufer des Dnipro verlassen hätten. Die ukrainische Armee rückt seit einigen Wochen in der Region Cherson vor.

Trotz Russlands Aussetzung des Getreide-Exportabkommens mit der Ukraine verließen am Dienstagvormittag drei weitere Frachtschiffe mit Getreide ukrainische Häfen, wie das Koordinierungszentrum (JCC) in Istanbul mitteilte. Die Fahrten der drei Getreide-Frachter seien von der ukrainischen, der türkischen und der UN-Delegation gebilligt worden, erklärte das JCC. "Die Delegation von Russland wurde informiert", hieß es weiter. Am Montag waren zehn Schiffe aus ukrainischen Häfen ausgelaufen.

Als Reaktion auf massive Drohnenangriffe auf die russische Schwarzmeerflotte auf der annektierten Halbinsel Krim hatte Russland am Wochenende das Abkommen auf unbestimmte Zeit ausgesetzt.

Russland beschuldigte am Dienstag Großbritannien, in die Angriffe auf der Krim verwickelt zu sein und zudem die die Explosionen an den deutsch-russischen Gas-Pipelines Nord Stream 1 und 2 gesteuert und koordiniert zu haben. Ein Sprecher des britischen Premierministers Rishi Sunak wies die Vorwürfe zurück.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Montag erklärt, er werde sich "trotz der zögerlichen Haltung Russlands" für eine Fortsetzung des Abkommens über die ukrainischen Getreideexporte einsetzen. Am Dienstag erklärte der türkische Außenminister Mevlut Cavusoglu: "Unser Präsident wird in den kommenden Tagen mit (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin und (dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr) Selenskyj sprechen".

Das Getreideabkommen war am 22. Juli unter Vermittlung der Türkei und der UNO unterzeichnet worden und galt als zentraler Beitrag zur Milderung der vom russischen Angriffskrieg ausgelösten globalen Ernährungskrise.

A.M.Owen--TNT

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