The National Times - Stromausfälle in der ganzen Ukraine nach russischen Luftangriffen

Stromausfälle in der ganzen Ukraine nach russischen Luftangriffen


Stromausfälle in der ganzen Ukraine nach russischen Luftangriffen
Stromausfälle in der ganzen Ukraine nach russischen Luftangriffen / Foto: © AFP

Mit massiven Luftangriffen auf die Energie-Infrastruktur der Ukraine hat Russland am Montag auf die jüngsten Drohnenangriffe auf seine Schwarzmeerflotte reagiert. Betroffen waren laut den ukrainischen Behörden unzählige Gemeinden und Städte, darunter neben der Hauptstadt Kiew auch Lwiw im Westen, Saporischschja im Süden und Charkiw im Nordosten des Landes. In Kiew waren demnach 350.000 Haushalte ohne Strom, 80 Prozent der Verbraucher waren ohne Wasser.

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Das ukrainische Militär berichtete von über 50 Marschflugkörpern, die von russischen Flugzeugen vom Norden des Kaspischen Meers sowie von der russischen Region Rostow aus auf die Ukraine abgefeuert worden seien. Der ukrainischen Seite gelang es demnach, 44 Raketen abzufangen.

Raketen und Drohnen hätten insgesamt 18 Anlagen in zehn Regionen des Landes getroffen, erklärte der ukrainische Regierungschef Denys Schmyhal. "Hunderte Gemeinden" in sieben Regionen seien ohne Strom.

Das russische Verteidigungsministerium informierte über Angriffe mit "Präzisionswaffen" gegen militärische Kommandostrukturen und Anlagen zur Stromversorgung. Alle anvisierten Ziele seien getroffen worden, erklärte es.

Teile einer abgeschossenen russischen Rakete gingen laut der moldauischen Regierung in einem Dorf im nördlichen Grenzgebiet zur Ukraine nieder. Dabei habe es Sachschäden gegeben, Menschen seien aber nicht zu Schaden gekommen.

Die russischen Luftangriffe seien eine "direkte Gefahr für die Sicherheit der Nachbarstaaten", warnte der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Oleg Nikolenko. Erneut forderte er auf Facebook von den Verbündeten moderne Raketen- und Luftabwehrsysteme für sein Land.

Als Reaktion auf die Drohnenangriffe auf seine Schwarzmeerflotte, für die es die Ukraine verantwortlich machte, hatte Moskau bereits am Wochenende das auf Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei zustandegekommene Abkommen über ukrainische Getreide-Exporte ausgesetzt. Kiew warf daraufhin Moskau vor, "falsche Vorwürfe" als Vorwand zu nutzen, um die ukrainischen Exporte komplett zu stoppen. Auch die USA, die UNO und die EU kritisierten scharf den Moskauer Schritt.

Das im Juli geschlossene Abkommen gilt als zentraler Beitrag zur Milderung der vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ausgelösten globalen Ernährungskrise. Ungeachtet des russischen Rückzugs von der Vereinbarung kündigten die UNO und Ankara an, die Exporte über den humanitären Seekorridor fortzusetzen.

Nach Angaben des internationalen Koordinierungszentrums (JCC) in Istanbul, das für die Überwachung des Abkommens zuständig ist, sollten insgesamt zwölf Frachtschiffe am Montag von ukrainischen Häfen aus in Richtung Istanbul und vier weitere in Richtung Ukraine aufbrechen. Laut dem JCC beschlossen die Vertreter von UNO und der Türkei, zusätzliche Kräfte für die Inspektorenteams zur Verfügung zu stellen.

Der Tracking-Website Marine Traffic zufolge verließen sechs Frachtschiffe bis zum frühen Nachmittag die ukrainischen Häfen in Richtung Istanbul. Unter ihnen war auch die vom Welternährungsprogramm (WFP) gecharterte "Ikaria Angel" mit 30.000 Tonnen Getreide für das von einer Hungerkatastrophe bedrohte Horn von Afrika.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will sich trotz des russischen Rückzugs für eine Fortsetzung des Abkommens einsetzen. Die Türkei sei entschlossen, ihre Bemühungen "im Dienste der Menschlichkeit" fortzusetzen, sagte Erdogan in einer Fernsehansprache.

Dagegen warnte der Kreml vor einer Fortsetzung der Exporte ohne Beteiligung Russlands. Russland könne nicht mehr die Sicherheit solcher Transporte auf dem Seeweg garantieren, deshalb sei die Fortsetzung des Abkommens kaum noch möglich, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Russland stehe mit der UNO und Ankara in Kontakt, sagte Peskow weiter. Die Frage, unter welchen Bedingungen Moskau zu dem Abkommen zurückkehren würde, ließ er jedoch unbeantwortet.

ans/ck

A.Little--TNT

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