The National Times - Jobcenter-Personalräte fordern Verschiebung von Teilen des Bürgergelds

Jobcenter-Personalräte fordern Verschiebung von Teilen des Bürgergelds


Jobcenter-Personalräte fordern Verschiebung von Teilen des Bürgergelds
Jobcenter-Personalräte fordern Verschiebung von Teilen des Bürgergelds / Foto: © AFP/Archiv

Die Jobcenter-Personalräte warnen angesichts der Einführung des Bürgergelds und der vorgesehenen Etatkürzungen eindringlich vor einer akuten Überlastung der Jobcenter-Beschäftigten. Diese sei "in dieser Form nicht hinnehmbar und tragbar", zitierte der "Spiegel" am Samstag aus einem Brandbrief an Finanzminister Christian Lindner (FDP), Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) und den Haushaltsausschuss des Bundestags. Die mit den hohen Energiepreisen und das Bürgergeld bedingte Mehrarbeit werde "sich mit dem vorhandenen Personal nicht bewältigen lassen".

Textgröße ändern:

Die Beschäftigten "kündigen häufig nicht mehr nur innerlich – sie kündigen tatsächlich", warnen die Verfasser demnach. Sie fordern unter anderem eine Verschiebung großer Teile der Bürgergeldreform auf Juli kommenden Jahres, 5000 zusätzliche Stellen sowie die Rücknahme der von Lindner für 2023 vorgesehenen Kürzungen bei den Eingliederungsmitteln für Langzeitarbeitslose auf den Arbeitsmarkt.

Die Beschäftigten der Jobcenter seien durch die Corona-Pandemie und den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine bereits stark überlastet, schreiben die Personalräte demnach. Im Zuge der Corona-Krise sei die Zahl der Anträge vielerorts extrem gestiegen. Zudem würden inzwischen zusätzlich zu den bisherigen Grundsicherungsbeziehenden rund 500.000 Geflüchtete aus der Ukraine in den Jobcentern betreut. Die Zahl neuer Anträge drohe sich unter anderem durch den Energiepreisanstieg weiter zu erhöhen.

Das Bürgergeld soll nach den Plänen der Ampel-Koalition zum Jahreswechsel das bisherige Hartz-IV-System ersetzen. Nach Ansicht der Jobcenter-Personalräte könne die Anhebung des Regelsatzes und der Vermögensgrenzen wie geplant bereits im Januar erfolgen, auch wenn dies ebenfalls zu mehr Anträgen neu Anspruchsberechtigter führen dürfte, heißt es in dem Schreiben an die Minister laut "Spiegel" weiter. Durch die Verschiebung der anderen Teile des Bürgergelds könnte aber übergangsbedingte Mehrarbeit reduziert werden.

A.M.James--TNT

Empfohlen

Zentralratspräsident Schuster für Prüfung der Beobachtung der Berliner Linken

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, hat sich für die Prüfung der Beobachtung der Berliner Linken durch den Verfassungsschutz ausgesprochen. Er halte dies "generell für richtig und wichtig, wenn in Parteien extremistische Einstellungen geäußert werden und dies zum Teil auch unwidersprochen geschieht", sagte Schuster in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Er äußerte dabei Zweifel, dass die Berliner Linke ein verlässlicher Partner im Kampf gegen Antisemitismus sein könne.

Kreml: EU-Sanktionen gegen Journalistin Fedorova sind "rechtswidrig"

Die russische Regierung hat die EU-Sanktionen gegen die ehemalige Chefredakteurin des russischen Staatssenders RT Frankreich, Xenia Fedorova, als "rechtswidrig" kritisiert. Bei der Entscheidung, Fedorova auf die EU-Sanktionsliste zu setzen, handele es sich um "die Verfolgung einer Medienvertreterin", erklärte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag. "Medien werden ganz offen unter Druck gesetzt", fügte er hinzu.

Niedersachsen: AfD wählt Fraktionschef Wichmann zu Spitzenkandidat für Landtagswahl

Ein Jahr vor der Landtagswahl in Niedersachsen hat die AfD ihren Landtagsfraktionschef Klaus Wichmann zum Spitzenkandidaten gekürt. Der 62-Jährige wurde am Freitag auf einem Parteitag in Dötlingen mit knapp 94 Prozent auf Platz eins der Landesliste gewählt, wie die Partei mitteilte. Der studierte Jurist führt die AfD-Fraktion seit Februar 2024.

Unfälle mit E-Scootern: Künftig haften bei Unfällen auch Vermieter

Opfer von Unfällen mit E-Scootern sollen künftig leichter an Schadenersatz kommen. Der Bundesrat stimmte am Freitag für einen Gesetzentwurf, wonach für E-Scooter künftig bei Unfällen die gleichen Haftungsregeln gelten sollen wie für andere Kraftfahrzeuge. Das Gesetz führt eine Haftung für die Vermieter der Roller ein - damit haftet bei selbstverschuldeten Unfällen künftig nicht mehr nur die Fahrerin oder der Fahrer eines E-Scooters.

Textgröße ändern: