The National Times - SPD-Chef Klingbeil: Koalitionsstreit um Atomkraftwerke diese Woche klären

SPD-Chef Klingbeil: Koalitionsstreit um Atomkraftwerke diese Woche klären


SPD-Chef Klingbeil: Koalitionsstreit um Atomkraftwerke diese Woche klären
SPD-Chef Klingbeil: Koalitionsstreit um Atomkraftwerke diese Woche klären / Foto: © AFP/Archiv

SPD-Chef Lars Klingbeil hat eine schnelle Klärung des Koalitionsstreits über den Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke gefordert. "Ich will, dass das in dieser Woche abgeräumt wird", sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Markus Lanz". "Das ist meine Erwartung an die drei", die darüber verhandeln, nämlich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP).

Textgröße ändern:

Habeck will wegen der Energiekrise die Atomkraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim 2 in Baden-Württemberg bis maximal Mitte April 2023 in Reserve halten. Die dazu nötigen Gesetzesänderungen sollten eigentlich schon im Kabinett beschlossen worden sein. Dies wurde aber bereits zweimal verschoben, offenbar wegen Widerstands der FDP. Die Liberalen wollen alle drei noch aktiven Kernkraftwerke - das dritte ist Emsland in Niedersachsen - bis 2024 weiter laufen lassen.

Es gebe drei Fragen zu beantworten, sagte Klingbeil. "Erstens: Hätte das eine Auswirkung, wenn wir die Atomkraftwerke länger laufen lassen, auf den Preis?" Die zweite Frage sei: "Haben wir wirklich eine Stromlücke, die droht?" Schließlich müsse insbesondere für die Wirtschaft geklärt werden, was in Deutschland die "Energieform der Zukunft" sein solle.

"Diese drei Fragen müssen beantwortet werden und auf der Grundlage muss dann in dieser Woche entscheiden werden", sagte Klingbeil. Er selbst blicke "auf das Thema der Atomenergie sehr pragmatisch und unideologisch", versicherte Klingbeil.

FDP-Fraktionschef Christian Dürr bekräftigte in der ZDF-Sendung die Position seiner Partei. "Wie wäre es denn, wenn wir sagen, wir lassen die Kernkraftwerke länger laufen, aber wenn sie nicht benötigt werden, wenn der Tag gekommen ist - ob das im März ist, ich bin glücklich, wenn so wäre, oder im Jahr 2024 - dann schalten wir sie wieder aus."

"Wir müssen alle Ressourcen nutzen", sagte Dürr. "Übrigens auch im Rahmen der europäischen Solidarität." Es gehe darum, großflächige Stromausfälle zu verhindern und den Strompreis stabil zu halten. Hingegen gehe es "nicht um eine Renaissance der Kernspaltung in Deutschland", betonte Dürr zugleich.

T.Allen--TNT

Empfohlen

Xi von Trump zu Staatsbankett im Weißen Haus empfangen

US-Präsident Donald Trump hat Chinas Staatschef Xi Jinping und dessen Frau Peng Liyuan zu einem Staatsbankett im Weißen Haus empfangen. Unter den geladenen Gästen am Donnerstagabend waren auch die Spitzen der US-Tech-Elite, darunter Tesla-Chef Elon Musk, Nvidia-Chef Jensen Huang und OpenAI-Chef Sam Altman. Die Gästeliste unterstrich die Bedeutung von Konfliktthemen wie Künstliche Intelligenz (KI) und Handel bei Xis Besuch.

Pistorius trifft neuen ungarischen Verteidigungsminister in Budapest

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reist am Freitag zu politischen Gesprächen nach Ungarn. Im Mittelpunkt des Besuchs in Budapest steht der Austausch mit seinem neuen ungarischen Amtskollegen Romulusz Ruszin-Szendi über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Für 12.15 Uhr ist zunächst eine Kranzniederlegung am Denkmal des Unbekannten Soldaten auf dem Heldenplatz geplant, gegen 13.00 Uhr beginnen die Beratungen. Um 14.00 Uhr wollen beide Minister vor die Presse treten.

Wadephul trifft bei Kanada-Besuch Außenministerin und Verteidigungsminister

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) setzt am Freitag seine Nordamerika-Reise mit politischen Gesprächen in Ottawa fort. Zunächst trifft er dort seine kanadische Amtskollegin Anita Anand. Für 11.25 Uhr Ortszeit (17.25 Uhr MESZ) ist eine gemeinsame Begegnung mit der Presse vorgesehen. Wadephul war bereits am Donnerstag von New York nach Ottawa geflogen. In New York hatte er die UN-Generaldebatte verfolgt.

Berliner Linkspartei entscheidet bei Parteitag über Sondierungsgespräche

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin kommt die siegreiche Linkspartei am Freitag (17.00 Uhr) zu einem außerordentlichen Landesparteitag zusammen. Dieser soll nach Parteiangaben gegebenenfalls über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen entscheiden. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte nach dem Urnengang vom Sonntag Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit Grünen und SPD in der Bundeshauptstadt an.

Textgröße ändern: