The National Times - Heil: Bürgergeld leistet "Beitrag zum sozialen Zusammenhalt"

Heil: Bürgergeld leistet "Beitrag zum sozialen Zusammenhalt"


Heil: Bürgergeld leistet "Beitrag zum sozialen Zusammenhalt"
Heil: Bürgergeld leistet "Beitrag zum sozialen Zusammenhalt" / Foto: © AFP/Archiv

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat das geplante Bürgergeld als Erneuerung des "Schutzversprechens unseres Sozialstaates" bezeichnet. Der "Geist des Bürgergeldes" sei "der Geist der Ermutigung und der Befähigung", sagte Heil am Donnerstag bei der ersten Bundestagsdebatte über das Vorhaben. Damit werde das Bürgergeld auch einen "Beitrag zum sozialen Zusammenhalt" leisten.

Textgröße ändern:

Das Bürgergeld soll zum Jahreswechsel das bisherige Hartz-IV-System, ersetzen. Vorgesehen sind eine Anhebung der Regelsätze und bessere Zuverdienstmöglichkeiten sowie mehr Hilfen für Qualifizierung und Weiterbildung. Die bisherigen Sanktionen, also Leistungskürzungen bei bestimmten Versäumnissen, bleiben in abgemilderter Form erhalten.

Die Reform verfolge zwei zentrale Ziele, sagte Heil: Zum einen wolle die Regierung "Menschen verlässlich absichern, die in existenzielle Not geraten sind". Gerade die Corona-Jahre hätten gezeigt, wie schnell dies geschehen könne.

Zweitens, "und das ist mir noch wichtiger", solle dafür gesorgt werden, "dass Menschen dauerhaft aus der Not wieder herauskommen", fuhr Heil fort. Dass es noch immer viele Langzeitarbeitslose gebe, liege vor allem daran, dass zwei Drittel von ihnen keine abgeschlossene Berufsausbildung hätten. Deshalb werde das Thema Qualifizierung nun weiter in den Vordergrund gerückt.

Bisher seien Langzeitarbeitslose zu oft einfach nur in irgendwelche kurzzeitigen Jobs vermittelt worden, kritisierte Heil. Nun solle es "um gute Arbeit statt Hilfsjobs" und um "dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt" gehen.

Vorwürfe, das Bürgergeld komme einem bedingungslosen Grundeinkommen gleich, wies Heil zurück. Es gebe weiterhin Mitwirkungspflichten und für "ganz hartnäckige Fälle" bei einer Verweigerung auch Leistungsminderungen. Er lehne es aber ab, Betroffene unter den "Generalverdacht" zu stellen, dass sie "zu faul zum Arbeiten" seien.

Manche versuchten derzeit auch, "Geringverdiener gegen Bedürftige und Bedürftige gegen Geflüchtete auszuspielen", sagte Heil mit Blick auf die AfD und "auch an die Adresse der CDU/CSU" gerichtet. Gerade in der aktuellen Zeit, in der "der gesellschaftliche Zusammenhalt bedroht" sei, finde er solche Rhetorik "persönlich unanständig", sagte der Minister. "Das gehört sich nicht".

T.Hancock--TNT

Empfohlen

Pistorius trifft neuen ungarischen Verteidigungsminister in Budapest

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) reist am Freitag zu politischen Gesprächen nach Ungarn. Im Mittelpunkt des Besuchs in Budapest steht der Austausch mit seinem neuen ungarischen Amtskollegen Romulusz Ruszin-Szendi über die Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich. Für 12.15 Uhr ist zunächst eine Kranzniederlegung am Denkmal des Unbekannten Soldaten auf dem Heldenplatz geplant, gegen 13.00 Uhr beginnen die Beratungen. Um 14.00 Uhr wollen beide Minister vor die Presse treten.

Wadephul trifft bei Kanada-Besuch Außenministerin und Verteidigungsminister

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) setzt am Freitag seine Nordamerika-Reise mit politischen Gesprächen in Ottawa fort. Zunächst trifft er dort seine kanadische Amtskollegin Anita Anand. Für 11.25 Uhr Ortszeit (17.25 Uhr MESZ) ist eine gemeinsame Begegnung mit der Presse vorgesehen. Wadephul war bereits am Donnerstag von New York nach Ottawa geflogen. In New York hatte er die UN-Generaldebatte verfolgt.

Berliner Linkspartei entscheidet bei Parteitag über Sondierungsgespräche

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin kommt die siegreiche Linkspartei am Freitag (17.00 Uhr) zu einem außerordentlichen Landesparteitag zusammen. Dieser soll nach Parteiangaben gegebenenfalls über die Aufnahme von Sondierungsgesprächen entscheiden. Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp kündigte nach dem Urnengang vom Sonntag Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit mit Grünen und SPD in der Bundeshauptstadt an.

Macron hält neue russische Mobilmachung für Ukraine-Krieg für "glaubwürdig"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine neue russische Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine für "glaubwürdig". "Das heute glaubwürdige Szenario, das häufig geteilt wird, ist eines mit rund 300.000 Mann", sagte Macron am Donnerstagabend den französischen Sendern TF1 und France 2. Moskau sende ein Signal: "Wir sind bereit, noch größere Opfer zu bringen, um den gesamten Donbass einzunehmen", fügte Frankreichs Staatschef hinzu.

Textgröße ändern: