The National Times - IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor

IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor


IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor
IWF legt düstere Prognose für Weltwirtschaft vor / Foto: © AFP

"Das Schlimmste steht noch bevor": Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat angesichts von Krisen wie dem Ukraine-Krieg eine düstere Prognose für die Entwicklung der Weltwirtschaft abgegeben. Die internationale Finanzinstitution mit Sitz in Washington korrigierte in ihrem am Dienstag veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick ihre Prognose für das Wachstum der Weltwirtschaft im kommenden Jahr auf 2,7 Prozent nach unten. Der IWF sagt zudem voraus, dass Deutschland und Italien in die Rezession stürzen werden.

Textgröße ändern:

Deutschlands Volkswirtschaft dürfte demnach im laufenden Jahr noch um 1,5 Prozent wachsen, 2023 dann aber um 0,3 Prozent schrumpfen. Der IWF korrigierte damit seine Prognose für Deutschland vom April für das kommende Jahr um ganze drei Prozentpunkte nach unten, die letzte Schätzung vom Juli wurde um 1,1 Prozentpunkte nach unten korrigiert. Italiens Volkswirtschaft dürfte laut dem "World Economic Outlook" im kommenden Jahr um 0,2 Prozent schrumpfen.

IWF-Chefvolkswirt Pierre-Olivier Gourinchas warnte, Länder, die für ein Drittel der Weltwirtschaft stehen, dürften in diesem oder im kommenden Jahr einen Rückgang der Wirtschaftsleistung erleiden. "Die Schocks dieses Jahres werden wirtschaftliche Wunden wieder öffnen, die nach der Pandemie nur teilweise verheilt waren", erklärte Gourinchas. "Das Schlimmste steht noch bevor, und für viele Menschen wird sich 2023 anfühlen wie eine Rezession."

Die Eurozone wird laut der IWF-Prognose in diesem Jahr um 3,1 Prozent wachsen und im kommenden Jahr nur noch um 0,5 Prozent. Die USA als größte Volkswirtschaft der Welt wird demnach um 1,6 Prozent und 2023 dann um 1,0 Prozent wachsen.

Die Weltwirtschaft wird derzeit von einer Reihe von Krisen erschüttert. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine hat Preise für Energie und Lebensmittel nach oben getrieben. Die Weltwirtschaft leidet außerdem nach wie vor unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie, etwa wegen Lockdowns in China. Zentralbanken weltweit versuchen derweil, die hohe Inflation unter Kontrolle zu bringen - mit der Gefahr, dass eine zu starke Anhebung von Leitzinsen das Wirtschaftswachstum abwürgen könnte.

Der IWF rechnet in seinem neuen Bericht damit, dass die Inflation weltweit im dritten Quartal 2022 einen Höhepunkt von 9,5 Prozent erreicht hat. Bis 2024 dürfte der Anstieg der Verbraucherpreise dann auf 4,1 Prozent zurückgehen.

Der Weltwirtschaftsausblick wurde anlässlich der Jahrestagungen von IWF und Weltbank in Washington veröffentlicht. Das Treffen mit Vertretern aus mehr als 180 Staaten steht in diesem Jahr im Zeichen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine - so, wie es bereits bei den Frühjahrestagungen von IWF und Weltbank im April der Fall war.

Deutschland wird bei den Treffen in Washington von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) vertreten. Dabei stehen unter anderem am Mittwoch ein Treffen der G7-Finanzminister sowie am Mittwoch und Donnerstag Treffen der Finanzminister und Zentralbankchefs der G20-Staaten an.

F.Hammond--TNT

Empfohlen

Macron hält neue russische Mobilmachung für Ukraine-Krieg für "glaubwürdig"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine neue russische Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine für "glaubwürdig". "Das heute glaubwürdige Szenario, das häufig geteilt wird, ist eines mit rund 300.000 Mann", sagte Macron am Donnerstagabend den französischen Sendern TF1 und France 2. Moskau sende ein Signal: "Wir sind bereit, noch größere Opfer zu bringen, um den gesamten Donbass einzunehmen", fügte Frankreichs Staatschef hinzu.

Frankreich will Soldaten zum Schutz des saudiarabischen Hafen Janbu entsenden

Frankreich will Soldaten und Militärgerät entsenden, um den saudiarabischen Öl-Hafen Janbu gegen Angriffe der Huthi-Miliz zu schützen. Frankreich habe sich mit Saudi-Arabien darauf verständigt, Radaranlagen und Verteidigungssysteme nach Janbu zu schicken, "nicht um uns an irgendeinem Konflikt zu beteiligen, sondern um diesen Ort zu schützen", sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag im französischen Fernsehen.

Newsom: Trumps Präsidentschaft nach den Kongresswahlen in bisheriger Form vorbei

Nach Ansicht des Gouverneurs des US-Bundesstaates Kalifornien, Gavin Newsom, wird die Präsidentschaft von Donald Trump nach den Kongresswahlen im November in ihrer bisherigen Form vorbei sein. "Wir holen uns das Repräsentantenhaus zurück", sagte der Hoffnungsträger der oppositionellen Demokraten der Nachrichtenagentur AFP und zwei anderen Medien nach einem UN-Klimagipfel in New York. "Trumps Präsidentschaft, so wie wir sie kennen, endet im November".

Nach Berlin-Wahl: Evers zu neuem CDU-Fraktionschef gewählt

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat sich die CDU-Fraktion neu aufgestellt und ihren Spitzenkandidaten Stefan Evers zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 46-Jährige trat am Donnerstag ohne Gegenkandidaten an und erhielt knapp 94 Prozent der Stimmen, wie ein Fraktionssprecher mitteilte. Evers löste den bisherigen CDU-Fraktionschef Dirk Stettner ab.

Textgröße ändern: