The National Times - Frankreichs Premierministerin Borne zu zweitägigem Besuch in Algerien

Frankreichs Premierministerin Borne zu zweitägigem Besuch in Algerien


Frankreichs Premierministerin Borne zu zweitägigem Besuch in Algerien
Frankreichs Premierministerin Borne zu zweitägigem Besuch in Algerien / Foto: © AFP

Gut sechs Wochen nach Präsident Emmanuel Macron ist auch die französische Premierministerin Elisabeth Borne nach Algerien gereist, um die schwierigen Beziehungen zu der Ex-Kolonie zu verbessern. Borne, die von mehreren Kabinettsmitgliedern begleitet wird, wurde am Sonntag von Ministerpräsident Aïmene Benabderrahmane am Flughafen in Algier empfangen. Am Montag steht ein Treffen mit Präsident Abdelmadjid Tebboune auf dem Plan.

Textgröße ändern:

Gespräche über Gaslieferungen an Frankreich stünden nicht auf der Agenda, sagte Borne der algerischen Nachrichten-Website TSA, da Frankreich nicht stark von Gaslieferungen abhängig sei. Paris wolle aber auf dem Energiesektor gemeinsame Projekte mit Algerien entwickeln, "um die Effizienz seiner Gasproduktionskapazitäten zu erhöhen, was seine Exportkapazität nach Europa steigern wird". EU-Energiekommissarin Kadri Simson wird am Montag zu einem zweitägigen Besuch in Algier erwartet. Algerien ist der größte Erdgasproduzent Afrikas.

Borne ist nach eigenen Angaben in Algerien, um die von Macron verkündete "erneuerte Partnerschaft" in die Tat umzusetzen und die bilaterale Zusammenarbeit zu vertiefen. Macron und Tebboune hatten bei Beratungen in Algier Ende August vereinbart, den "Grundstein" für eine "erneuerte" und "privilegierte Partnerschaft" zwischen ihren Ländern zu legen. Der französische Präsident kündigte unter anderem die Einsetzung einer Kommission von Historikern aus beiden Ländern an, die die "komplexe" und "schmerzhafte" Vergangenheit aufarbeiten soll.

Die Beziehungen zwischen Frankreich und Algerien hatten im vergangenen Jahr stark gelitten. Vor allem kritische Bemerkungen Macrons über die algerische Regierung hatten für Ärger gesorgt. Frankreichs Präsident hatte zudem die Frage aufgeworfen, ob das nordafrikanische Land schon vor der französischen Kolonialzeit eine Nation gewesen sei. Algerien rief daraufhin zeitweise seinen Botschafter zurück.

Algerien ist die einzige frühere Kolonie Frankreichs in Afrika, die sich mit Waffengewalt aus der französischen Vorherrschaft befreite. Nach einem fast achtjährigen Krieg erlangte das nordafrikanische Land 1962 seine Unabhängigkeit. Im Algerienkrieg wurden hunderttausende Menschen getötet, rund 400.000 Algerier und 100.000 Franzosen.

N.Johns--TNT

Empfohlen

Macron hält neue russische Mobilmachung für Ukraine-Krieg für "glaubwürdig"

Der französische Präsident Emmanuel Macron hält eine neue russische Mobilmachung für den Krieg in der Ukraine für "glaubwürdig". "Das heute glaubwürdige Szenario, das häufig geteilt wird, ist eines mit rund 300.000 Mann", sagte Macron am Donnerstagabend den französischen Sendern TF1 und France 2. Moskau sende ein Signal: "Wir sind bereit, noch größere Opfer zu bringen, um den gesamten Donbass einzunehmen", fügte Frankreichs Staatschef hinzu.

Frankreich will Soldaten zum Schutz des saudiarabischen Hafen Janbu entsenden

Frankreich will Soldaten und Militärgerät entsenden, um den saudiarabischen Öl-Hafen Janbu gegen Angriffe der Huthi-Miliz zu schützen. Frankreich habe sich mit Saudi-Arabien darauf verständigt, Radaranlagen und Verteidigungssysteme nach Janbu zu schicken, "nicht um uns an irgendeinem Konflikt zu beteiligen, sondern um diesen Ort zu schützen", sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag im französischen Fernsehen.

Newsom: Trumps Präsidentschaft nach den Kongresswahlen in bisheriger Form vorbei

Nach Ansicht des Gouverneurs des US-Bundesstaates Kalifornien, Gavin Newsom, wird die Präsidentschaft von Donald Trump nach den Kongresswahlen im November in ihrer bisherigen Form vorbei sein. "Wir holen uns das Repräsentantenhaus zurück", sagte der Hoffnungsträger der oppositionellen Demokraten der Nachrichtenagentur AFP und zwei anderen Medien nach einem UN-Klimagipfel in New York. "Trumps Präsidentschaft, so wie wir sie kennen, endet im November".

Nach Berlin-Wahl: Evers zu neuem CDU-Fraktionschef gewählt

Nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat sich die CDU-Fraktion neu aufgestellt und ihren Spitzenkandidaten Stefan Evers zum neuen Vorsitzenden gewählt. Der 46-Jährige trat am Donnerstag ohne Gegenkandidaten an und erhielt knapp 94 Prozent der Stimmen, wie ein Fraktionssprecher mitteilte. Evers löste den bisherigen CDU-Fraktionschef Dirk Stettner ab.

Textgröße ändern: