The National Times - Söder lehnt Entwurf aus Kanzleramt für Ministerpräsidentenkonferenz ab

Söder lehnt Entwurf aus Kanzleramt für Ministerpräsidentenkonferenz ab


Söder lehnt Entwurf aus Kanzleramt für Ministerpräsidentenkonferenz ab
Söder lehnt Entwurf aus Kanzleramt für Ministerpräsidentenkonferenz ab / Foto: © AFP/Archiv

CSU-Chef Markus Söder hat den Entwurf des Bundeskanzleramts für die Ministerpräsidentenkonferenz am Mittwoch als völlig unzureichend zurückgewiesen. Es gebe eine "große Enttäuschung" bei ihm und auch bei anderen Ministerpräsidenten über den am Montag an die Länder verschickten Entwurf, sagte Söder am Montag im Anschluss an eine Vorstandssitzung der CSU vor Journalisten in München. "Ein Satz mit X, das war wohl nix, und zwar gar nichts", sagte Söder.

Textgröße ändern:

Der Textvorschlag des Kanzleramts habe weder die Beschlüsse der Finanzminister der Länder noch die der Verkehrsminister aufgenommen. Auch gehe er auf immens steigenden Kosten für das Thema Asyl nicht ein. Wenn er so bliebe, hätte der vorliegende Beschluss einen Nullwert, sagte Söder. "Das wäre ein reines, stures Weiterso wie seit Wochen." Sollte es dabei bleiben, dass die Bundesländer bezahlen sollten, ohne mitreden zu können, sei dies nicht zustimmungsfähig.

Söder griff die Bundesregierung insgesamt scharf an. "Die Regierung streitet, aber sie handelt zu wenig", sagte er. Eigentlich müsste die Ampelkoalition den Menschen in Deutschland jetzt Sicherheit geben, sie verharre aber "in Gezänk untereinander". "Es braucht den großen Wurf - und zwar sofort statt Ideologie."

Der CSU-Vorstand beschloss als eigenes Konzept einen Zehnpunkteplan. In diesem fordert die CSU unter anderem eine Deckelung von Gas-, Strom- und Spritpreisen sowie die Reaktivierung aller Kohlekraftwerke in Deutschland. Laut Söder wären insgesamt bis zu 16 weitere Kraftwerke reaktivierbar. Außerdem forderte die CSU einen Rettungsschirm für Stadtwerke und für soziale Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen und eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Nahrungsmittel auf sieben Prozent.

Söder sagte: "Wir brauchen jetzt den maximalen Ansatz und nicht die Steinschleuder oder die Pinzette - wir müssen jetzt unser Land retten." Er halte die von ihm geforderten Schritte auch mit der Schuldenbremse für machbar. Söder sagte, es könne auch an anderen Stellen noch eine Menge gespart werden. Es gebe Rücklagen, und es könne im Haushalt umorganisiert werden. Ob Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) dies aber mit seinen Koalitionspartnern durchziehen könne, wisse er nicht.

A.M.Murray--TNT

Empfohlen

Tausende demonstrieren in Sri Lanka gegen umstrittene Justizreform

In Sri Lanka haben tausende Anhänger der Opposition gegen eine von der Regierung geplante Justizreform demonstriert. Oppositionsführer Sajith Premadasa warf der linksgerichteten Regierung von Präsident Anura Kumara Dissanayake bei einer Kundgebung am Donnerstag vor dem Parlament nahe der Hauptstadt Colombo vor, mit der Reform die Unabhängigkeit der Justiz "vollständig zu zerstören". Über die dafür nötige Verfassungsänderung soll am Freitag abgestimmt werden.

Brandenburgs Ministerpräsident Woidke rät von Koalition mit Linkspartei ab

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich gegen ein rot-grün-rotes Bündnis in Berlin ausgesprochen. "Ich kann meiner Partei in Berlin nur raten, von einer Koalition mit den Linken Abstand zu nehmen", sagte Woidke dem "Tagesspiegel" und den "Potsdamer Neueste Nachrichten" laut Mitteilung vom Donnerstag. "Die Partei im jetzigen Zustand darf nicht regieren."

Im Westjordanland verletzter Sohn des israelischen Botschafters schwebt in Lebensgefahr

Der bei einem Angriff im besetzten Westjordanland schwer verletzte Sohn des israelischen Botschafters in den USA kämpft nach den Worten seines Vaters nach einer Operation um sein Leben. Den Ärzten sei es gelungen, den Zustand seines 39 Jahre alten Sohns Neria Leiter "zu stabilisieren", sagte der Botschafter Yechiel Leiter am Donnerstag vor dem Shaare Zedek Krankenhauses in Jerusalem. Sein Leben sei "aber immer noch in Gefahr", betonte er.

Pakistan greift mehrere Provinzen in Afghanistan aus der Luft an - vier Tote

Bei pakistanischen Luftangriffen in Afghanistan sind nach Angaben der Taliban-Regierung vier Zivilisten getötet worden. Neben den östlichen Provinzen Paktia und Chost sei auch die südliche Provinz Kandahar getroffen worden, schrieb Regierungssprecher Sabihulla Mudschahid am Donnerstag im Onlinedienst X. Er sprach von einem "kriminellen Akt der Aggression" und drohte der pakistanischen Armee mit "schwerwiegenden Konsequenzen".

Textgröße ändern: