The National Times - Evakuierte aus umkämpfter ukrainischer Stadt Oleschky zurück bei ihren Angehörigen

Evakuierte aus umkämpfter ukrainischer Stadt Oleschky zurück bei ihren Angehörigen


Evakuierte aus umkämpfter ukrainischer Stadt Oleschky zurück bei ihren Angehörigen
Evakuierte aus umkämpfter ukrainischer Stadt Oleschky zurück bei ihren Angehörigen / Foto: © AFP

Inmitten einer Feuerpause sind Einwohner der russisch besetzten südukrainischen Stadt Oleschky über Russland und Belarus evakuiert worden und zu ihren Angehörigen zurückgekehrt. Wie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, überquerten die Menschen am Samstag die ukrainische Grenze in der Region Tschernihiw im Norden des Landes. Die Feuerpause läuft noch bis Sonntagabend.

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Mehrere der Evakuierten trugen ukrainische Flaggen um die Schultern, als sie aus einem Bus stiegen und von ihren Angehörigen auf einem Waldweg im Norden der Ukraine in Empfang genommen wurden. Zuvor waren die Menschen per Bus in die russische Stadt Anapa und von dort per Flugzeug nach Belarus gebracht worden. Die genaue Zahl der Evakuierten wurde weder von Kiew noch von Moskau mitgeteilt.

Sie habe ihren Vater "seit Januar 2024" nicht mehr gesehen, berichtete die 19-jährige Jelysaweta Palij der Nachrichtenagentur AFP. Damals habe sie gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrer Schwester Oleschky verlassen. Ihr zurückgekehrter Vater sagte, es gebe in der von Russland besetzten Stadt "seit fast einem Jahr kein Essen mehr". Die Bewohner müssten trotz der Gefahr weite Strecken mit dem Rad oder zu Fuß zurücklegen, um an Lebensmittel zu gelangen.

Die Stadt Oleschky liegt am Ufer des Dnipro in der Region Cherson im von Russland besetzten Süden der Ukraine und wird von beiden Armeen in die Zange genommen. Russland hatte die Stadt schon 2022 erobert. Von den ursprünglich 24.000 Einwohnern sollen sich vor der nun erfolgten Evakuierungsaktion noch etwa 2000 in der Stadt aufgehalten haben.

Das Weiße Haus hatte in der vergangenen Woche eine von US-First-Lady Melania Trump vermittelte Waffenruhe für Oleschky verkündet, die am Dienstag in Kraft trat. Die bis Sonntagabend vorgesehene Feuerpause sollte angesichts gravierender Engpässe bei Lebensmitteln, Wasser und Medikamenten eine Versorgung der Bevölkerung, Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen. Es handelt sich um die längste Waffenruhe seit Kriegsbeginn im Februar 2022.

"Wir hoffen, dass der humanitäre Zugang zu Oleschky offen bleibt", erklärte der ukrainische Präsident Selenskyj nach der erfolgreichen Evakuierungsaktion. Demnach befinden sich trotz anhaltender Kämpfe weiter Menschen in der Stadt.

Nach russischen Angaben wollten auch einige Menschen aus Oleschky in Russland bleiben. Die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa veröffentlichte am Samstag ein Video, das den Empfang von Männern, Frauen und Kindern in Simferopol auf der annektierten Halbinsel Krim zeigt. Lantratowa zufolge handelte es sich dabei um Evakuierte aus der russisch besetzten Stadt.

Präsident Selenskyj traf unterdessen zu Gesprächen mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan in Istanbul zusammen. Dabei sollte es seinen Angaben nach um "wichtige Themen im Zusammenhang mit der Schifffahrt im Schwarzen Meer" gehen. Seit Anfang Oktober hat es im Schwarzen Meer mehrfach Drohnenangriffe auf Handelsschiffe gegeben. Das Gebiet ist infolge des russischen Angriffskriegs immer wieder Schauplatz solcher Vorfälle.

Erdogan nannte Angriffe auf zivile Schiffe am Samstag "inakzeptabel". Weiter rief er "alle Parteien" dazu auf, verantwortungsvoll zu handeln.

Die US-Regierung genehmigte unterdessen den Verkauf von 500 Patriot-Abfangraketen an die Ukraine. Die Lieferungen würden "die Luft- und Raketenabwehrkapazitäten" Kiews verstärken, erklärte das US-Außenministerium am Freitag. Selenskyj begrüßte die Entscheidung, forderte angesichts einer langen Lieferzeit aber eine Übergangslösung.

Der geplante Verkauf hat nach US-Angaben einen Wert von zwei Milliarden Dollar (knapp 1,8 Milliarden Euro) und muss noch vom US-Kongress geprüft werden. Bezahlt werden sollen die Raketen nach US-Angaben mit Beiträgen Deutschlands, Kanadas und Norwegens sowie mit ukrainischen Mitteln aus einem Darlehen der EU.

Die Patriot-Abfangraketen sind für die Ukraine besonders wichtig, um russische Geschosse abzuwehren. Kiew beklagt seit Wochen schwindende Vorräte.

R.Campbell--TNT

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