The National Times - Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien in die USA ab

Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien in die USA ab


Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien in die USA ab
Bolsonaro setzt sich nach Wahlniederlage aus Brasilien in die USA ab / Foto: © AFP

Nach seiner Ausreise aus Brasilien trotz eines richterlichen Verbots ist der unterlegene brasilianische Präsidentschaftskandidat Flávio Bolsonaro in den USA angekommen. Er stieg am Mittwoch am Privatflughafen von Opa-Locka nördlich von Miami aus einem Flugzeug, wie AFP-Reporter berichteten. Die US-Regierung hatte dem mit Präsident Donald Trump verbündeten Bolsonaro zuvor die Aufnahme signalisiert.

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Auch Bolsonaros Frau und seine beiden Töchter stiegen aus dem Flugzeug, wie AFP-Bilder zeigten. Das Außenministerium in Washington erklärte, es werde Visa für Bolsonaro und seine Familie ausstellen. "Das Außenministerium wird Flávio Bolsonaro und seiner Familie Visa ausstellen und ihnen die Einreise in die Vereinigten Staaten gestatten", erklärte ein hochrangiger Vertreter des Ministeriums am Dienstag. Medienberichten zufolge wollte Bolsonaro in den USA Asyl beantragen. Sein Bruder Eduardo lebt bereits in den Vereinigten Staaten.

Der Rechtspopulist und seine Familie hatten sich über Argentinien und Ecuador in die USA abgesetzt. Die argentinische Einwanderungsbehörde erklärte am Mittwoch im Onlinedienst X, Flávio Bolsonaro sei am Dienstagabend "mit gültigen Reisedokumenten und ohne rechtliche Hindernisse" nach Argentinien eingereist, ehe er einen Flug nach Ecuador angetreten habe. Bolsonaro, seine Frau und seine beiden Töchter hätten ein Privatflugzeug der Fluggesellschaft Baires Fly S.A. mit Ziel Guayaquil in Ecuador bestiegen, teilte die Behörde mit.

Nach Angaben der Website Flightradar24 startete der Flug in der Nacht von der argentinischen Stadt Puerto Iguazú im Nordosten des Landes nahe der brasilianischen Grenze. Die Maschine landete am Mittwoch in Guayaquil in Ecuador und hob weniger als eine Stunde später wieder ab, wie AFP-Journalisten und Daten von Flightradar24 bestätigten.

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens hatte die Ausreise Bolsonaros untersagt und seinen Reisepass für ungültig erklärt. Allerdings hat Bolsonaro seit 2023 auch die italienische Staatsangehörigkeit.

Die brasilianische Polizei ermittelt gegen Bolsonaro wegen Korruptions- und Geldwäscheverdachts im Zusammenhang mit der Finanzierung des Films "Dark Horse" über seinen inhaftierten Vater Jair Bolsonaro. Letzterer war wegen eines Umsturzversuchs gegen Luiz Inácio Lula da Silva nach seiner Wahlniederlage 2022 zu einer mehrjährigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Flávio Bolsonaro hatte für den Fall seiner Wahl eine Begnadigung seines Vaters angekündigt. Ermittelt wird gegen ihn auch wegen möglicher Wahlkampfhilfen aus dem Ausland.

Bolsonaros Amtszeit als Senator endet Anfang 2027, womit er seine parlamentarische Immunität verliert. Bei der Stichwahl zur Präsidentschaft in Brasilien am Sonntag hatte Amtsinhaber Lula 51,8 Prozent der Stimmen erzielt, Bolsonaro erhielt 48,2 Prozent. Nach seinem Sieg in der ersten Wahlrunde war Flávio Bolsonaro als Favorit in die Stichwahl gegangen.

Bolsonaros Liberale Partei räumte die Niederlage danach ein. Er selbst erkannte sie jedoch nicht an. Bolsonaro wirft Lula Machtmissbrauch vor und kündigte rechtliche Schritte an.

Die Bolsonaro-Familie steht US-Präsident Donald Trump politisch nahe. Trump hatte nach der Bekanntgabe des Ergebnisses Zweifel an Lulas Wahlsieg geäußert. Es sehe nach einer "manipulierten Wahl" aus, sagte der US-Präsident. Nach dem Sieg Bolsonaros in der ersten Wahlrunde hatte Trump Anfang Oktober von einem "sehr großen Sieg" gesprochen.

L.Graham--TNT

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