Vor Gouverneurswahlen: Trump lobt Schmähvideo gegen Demokratin
Vor den Kongress- und Gouverneurswahlen in den USA am 3. November sorgt ein Schmähvideo der Republikaner für Empörung. US-Präsident Donald Trump sprang am Donnerstag dem Gouverneurskandidaten Vivek Ramaswamy im Bundesstaat Ohio bei, dem selbst Republikaner eine Schmutzkampagne gegen seine demokratische Konkurrentin Amy Acton vorwerfen. Sie war als Kind Opfer sexuellen Missbrauchs.
Ramaswamy habe einen "sehr kraftvollen Spot veröffentlicht", lobte Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. "Illoyal" nannte Trump dagegen den scheidenden republikanischen Gouverneur Mike DeWine, der das Video als "zutiefst beunruhigend" verurteilt und den Rückzug des Spots verlangt hatte.
In dem einminütigen Video tritt die Mutter von Acton auf. "Sie ist eine Lügnerin", sagt Actons Mutter darin über ihre Tochter. "Sie hat ihr ganzes Leben lang gelogen". Acton dürfe deshalb keine Gouverneurin werden, die Wähler müssten dies verhindern.
Acton nannte den Spot "widerwärtig". Ihre leibliche Mutter, zu der sie lange keinen Kontakt mehr habe, habe die Augen vor den sexuellen Übergriffen verschlossen, die sie als Kind durch ihren Stiefvater erlitten habe, erklärte die Demokratin. Sie und ihr Bruder hätten als Kinder zudem "in Angst" vor ihrer "gewalttätigen und unberechenbaren" Mutter gelebt.
Laut US-Medien bestätigen Gerichtsakten Actons Angaben. Sie kam demnach mit zwölf Jahren in die Obhut ihres leiblichen Vaters, nachdem ihr Stiefvater wegen Vergewaltigung angeklagt worden war. Weil ihre Mutter und ihr Stiefvater flohen, wurde letzterer jedoch bis zu seinem Tod nie belangt.
Trump gab der Presse die Schuld für die öffentliche Empörung über das Video. Die Medien wollten seinen Wunschkandidaten Ramaswamy "herabsetzen und demütigen", erklärte der Präsident. "Wenn meine Mutter, die legendäre Mary MacLeod Trump, etwas Schlechtes über mich sagen würde, würden die Fake News es ausschlachten", fügte er hinzu. Trumps Mutter ist bereits seit 26 Jahren tot.
Der 41-jährige Ramaswamy ist Sohn indischer Einwanderer. Er wurde als Biotech-Unternehmer in den USA bekannt und beriet Trump zu Beginn von dessen zweiter Amtszeit zusammen mit Tech-Unternehmer Elon Musk bei Kürzungen in Bundesbehörden. Er gab erst verspätet zu, hinter dem Schmähvideo zu stehen, das in Online-Netzwerken Millionen von Klicks erzielt hat.
Trump verbreitet vor den Kongress- und Gouverneurswahlen selbst immer wieder Unwahrheiten über Demokraten-Politiker. Über den Senatskandidaten James Talarico aus Texas behauptete er etwa wahrheitswidrig, er sei Veganer und halte Gott für ein Transgender-Wesen. Den Senatsbewerber Abdul El-Sayed aus Michigan beschimpfte Trump als "Sympathisanten von Terroristen".
L.A.Adams--TNT