The National Times - "Keine Warnung": Selenskyj kritisiert westliche Partner nach neuen russischen Angriffen

"Keine Warnung": Selenskyj kritisiert westliche Partner nach neuen russischen Angriffen


"Keine Warnung": Selenskyj kritisiert westliche Partner nach neuen russischen Angriffen
"Keine Warnung": Selenskyj kritisiert westliche Partner nach neuen russischen Angriffen / Foto: © AFP

Nach massiven russischen Angriffen auf die Ukraine hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj seinen westlichen Verbündeten vorgeworfen, Kiew nicht vor den Attacken gewarnt zu haben. "Wieder einmal keine Vorwarnung von unseren Partnern", schrieb Selenskyj am Mittwoch im Onlinedienst Facebook. Nach ukrainischen Angaben war auch der Betrieb des US-Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in der Nacht stark eingeschränkt, was zum Scheitern ukrainischer Angriffe geführt habe.

Textgröße ändern:

Bei Facebook erklärte Selenskyj weiter, am Dienstagabend hätten die ukrainischen Systeme die russischen Raketen erst erfasst, als diese sich bereits der Hauptstadt Kiew näherten. "Das ist absolut ungerecht: Während sie unsere Infrastruktur zerstören, erhält die Ukraine noch nicht einmal Frühwarnungen über Raketenstarts", klagte der ukrainische Präsident.

Die Ukraine ist in ihrem Abwehrkampf gegen Russland in hohem Maße auf westliche Geheimdienstinformationen angewiesen, insbesondere aus den USA. Dabei geht es um Warnungen vor russischen Raketen sowie die Identifizierung eigener Angriffsziele.

Dazu kommt, dass der Betrieb des US-Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in der Nacht offenbar stark eingeschränkt war. "Unsere Streitkräfte wurden nicht über diese Einschränkung informiert, was zum Scheitern einer Reihe von Missionen geführt hat", erklärte ein Berater Selenskyjs am Mittwoch. Der Schritt stehe "offensichtlich im Zusammenhang mit der aktuellen politischen Lage".

Wegen der in Folge des Iran-Kriegs stark gestiegenen Kraftstoffpreise steht US-Präsident Donald Trump kurz vor den Zwischenwahlen für den US-Kongress unter starkem Druck. Er hat deshalb unlängst ein Ende der ukrainischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Russland verlangt und eine "Energie-Waffenruhe" angekündigt, von der Selenskyj eigenen Angaben zufolge aber nichts wusste.

Außerdem kündigte Trump an, trotz geltender Sanktionen russische Diesel-Importe in die USA zuzulassen, um die heimischen Spritpreise zu senken. An dieser Vereinbarung mit Moskau hatte es viel Kritik gegeben - von Selenskyj, der EU und von zahlreichen US-Senatoren. Als Reaktion auf Selenskyjs Widerspruch forderte Trump dessen Ablösung und Neuwahlen in der Ukraine.

Bei den neuen russischen Angriffen wurden in der Nacht zu Mittwoch nach ukrainischen Angaben landesweit mindestens sechs Menschen getötet. Besonders betroffen war erneut die Hauptstadt Kiew, wo nach einem Angriff auf ein Heizkraftwerk in vielen Stadtteilen die Strom- und Wasserversorgung ausfiel.

Bei der Attacke im Bezirk Desnjanskyj wurde nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko auch ein mehrstöckiges Wohnhaus in Mitleidenschaft gezogen. Mindestens zwei Menschen wurden ihm zufolge getötet und 20 weitere verletzt. "In der Hauptstadt kommt es zu Stromausfällen", erklärte Klitschko im Onlinedienst Telegram. Er rief die Bürger dazu auf, in Schutzräumen zu bleiben. Dem ukrainischen Katastrophenschutz zufolge gab es einen weiteren Toten bei einem Angriff im Stadtteil Holossijiwskyj.

Die ukrainische Armee meldete zudem zwei Tote und sechs Verletzte durch russische Angriffe in der Region Dnipropetrowsk. Ein weiterer Mensch wurde in der südöstlichen Region Saporischschja getötet. Angriffe wurden zudem aus den Regionen Charkiw und Schytomyr sowie aus den Städten Sumy und Tschernihiw gemeldet.

Russische Behörden berichteten ihrerseits von zahlreichen ukrainischen Angriffen. Dem Gouverneur der Region Saratow zufolge wurde dabei in der Stadt Balakowo ein Mensch getötet. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, über Nacht hätten die Luftverteidigungssysteme 902 ukrainische Drohnen zerstört. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, 180 ukrainische Drohnen seien beim Anflug auf die russische Hauptstadt abgefangen worden.

S.O'brien--TNT

Empfohlen

Urteil gegen Ex-Bundestagsabgeordneten wegen Kindesmissbrauchs rechtskräftig

Mehr als ein halbes Jahr nach Prozessende ist das Urteil gegen einen früheren Bundestagsabgeordneten wegen sexuellen Kindesmissbrauchs rechtskräftig. Der Bundesgerichtshof (BGH) verwarf die Revision als unbegründet, wie das Landgericht Braunschweig am Mittwoch mitteilte. Das Gericht hatte den Mann im März zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt. Berichten zufolge handelt es sich dabei um den ehemaligen FDP-Abgeordneten Hartmut Ebbing.

AfD-Politiker Moosdorf scheitert mit Antrag gegen Bundestagsfraktion in Karlsruhe

Der AfD-Bundestagsabgeordnete Matthias Moosdorf ist mit einem Eilantrag gegen seine Fraktion vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe gescheitert. Wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, klagte Moosdorf gegen Ordnungsmaßnahmen seiner Partei und forderte eine einstweilige Anordnung, um diese zu unterbinden. Die AfD hatte diese demnach verhängt, weil der Abgeordnete mit Äußerungen in einer E-Mail das Ansehen der Partei beschädigt habe. (Az. 2 BvQ 66/26)

Trump kündigt "massive" Erkundungen von Öl- und Gasvorkommen auf Grönland an

US-Präsident Donald Trump hat "massive" Erkundungen von Erdöl- und Erdgasvorkommen auf der zu Dänemark gehörenden Insel Grönland angekündigt. "Eine massive Erdöl-, Erdgas- und Minenerkundung steht kurz davor, in unserem neuen und wunderbaren Grönland zu beginnen", erklärte Trump am Dienstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. "Experten sagen, dass die dort leicht zugängliche Ölmenge weit über der jedes anderen Gebiets liegt", fügte er hinzu.

Unterbrochene Sondierungen in Berlin: Evers bringt CDU-geführte Koalition ins Gespräch

Nach der Unterbrechung der rot-grün-roten Sondierungen in Berlin hat sich die CDU erneut für eine mögliche unionsgeführte Koalition in Stellung gebracht. "Ich mache deutlich, unsere Hand ist ausgestreckt, unsere Tür steht offen", sagte CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers am Mittwoch im Sender Welt TV. "Sobald ich das Signal bekomme, dass man bereit ist, darüber nachzudenken, auch ein solches Bündnis zu bilden, sobald treten wir auch in Gespräche ein."

Textgröße ändern: