The National Times - Putin und Xi stellen bei Gipfeltreffen die Weltordnung in Frage

Putin und Xi stellen bei Gipfeltreffen die Weltordnung in Frage


Putin und Xi stellen bei Gipfeltreffen die Weltordnung in Frage
Putin und Xi stellen bei Gipfeltreffen die Weltordnung in Frage / Foto: © SPUTNIK/AFP

Der russische Präsident Wladimir Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping haben beim Gipfeltreffen asiatischer Staats- und Regierungschefs in Usbekistan eine neue Weltordnung gefordert. Es sei an der Zeit, die internationale Ordnung neu zu gestalten und das "Nullsummenspiel und die Blockpolitik aufzugeben", sagte Xi am Freitag auf dem Gipfeltreffen der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in Samarkand. Putin rühmte seinerseits den wachsenden Einfluss nicht-westlicher Länder.

Textgröße ändern:

"Die wachsende Rolle neuer Machtzentren, die miteinander kooperieren, wird immer deutlicher", sagte der russische Staatschef. Er verurteilte "Instrumente des Protektionismus, illegale Sanktionen und wirtschaftlichen Egoismus". Angesichts der westlichen Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs versucht Russland, seine Beziehungen zu asiatischen Ländern auszubauen, allen voran China.

Xi rief die teilnehmenden Staats- und Regierungschefs auf, sich dafür einzusetzen, dass sich "die internationale Ordnung in eine gerechtere und vernünftigere Richtung entwickelt". Putin und Xi waren bereits am Donnerstag zu ihrem ersten persönlichen Treffen seit Beginn des Ukraine-Kriegs zusammengekommen. Dabei hatte der russische Präsident Xi für dessen "ausgeglichene Position" in dem Konflikt gedankt.

Andere Staaten reagierten alarmiert auf den Schulterschluss. Russland und China fügten dem "internationalen Frieden, der Stabilität, der Demokratie und der Freiheit" Schaden zu, warnte das taiwanische Außenministerium am Freitag.

Der 2001 als politisches und wirtschaftliches Gegengewicht zu westlichen Institutionen gegründeten SCO gehören neben China und Russland die vier zentralasiatischen Länder Kasachstan, Kirgistan, Usbekistan und Tadschikistan sowie Indien und Pakistan an.

Putin gab der Gipfel Gelegenheit deutlich zu machen, dass er seit Beginn des Ukraine-Kriegs international nicht völlig isoliert ist. Allerdings machte sein Treffen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi am Rande des Gipfels deutlich, dass die Einheit der SCO Risse aufweist.

Jetzt sei "nicht die Zeit für einen Krieg", sagte Modi Putin laut einem Bericht des indischen Senders Doordashan. Indien, das enge Beziehungen zu Russland pflegt, hat zwar ein Ende der Kampfhandlungen gefordert. Bislang scheute die Regierung jedoch davor zurück, den russischen Einmarsch in die Ukraine zu verurteilen.

Putin erwiderte, Russland werde sein "Bestes tun", um den Krieg "so schnell wie möglich zu beenden". Die Ukraine habe Verhandlungen jedoch abgelehnt "und erklärt, dass sie ihre Ziele mit militärischen Mitteln" erreichen wolle.

Die Türkei, die im Ukraine-Konflikt insbesondere bei der Wiederaufnahme ukrainischer Getreidelieferungen eine Vermittlerrolle eingenommen hatte, war auf dem SCO-Gipfel als sogenannter Dialogpartner ebenfalls vertreten. "Wir bemühen uns, den Konflikt in der Ukraine so schnell wie möglich auf diplomatischem Wege zu lösen", sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

Putin versicherte Erdogan, dass Moskau großes Interesse an engeren Beziehungen zu Ankara habe und bereit sei, die russischen Exporte in das Land "erheblich auszubauen".

Xi plädierte bei einem Treffen mit Erdogan indes für mehr "gegenseitiges politisches Vertrauen" beider Länder und drang auf eine verstärkte Zusammenarbeit im Zuge der chinesischen Infrastrukturinitiative "Neue Seidenstraße".

Die Beziehungen zwischen China und der Türkei waren in der Vergangenheit von der Kritik an Peking wegen mutmaßlicher Menschenrechtsverletzungen gegenüber Uiguren in China überschattet worden. Dabei handelt es sich um eine muslimische Minderheit, die im Nordwesten des Landes in der Provinz Xinjiang lebt.

Auch der Iran, der bei der SCO einen Beobachterstatus innehat, nahm an dem hochrangigen Treffen in Usbekistan teil. Teheran werde angesichts der "Schikanen der USA nicht klein beigeben", erklärte der iranische Präsident Ebrahim Raisi nach Angaben des iranischen Präsidialamts. Die USA haben insbesondere wegen des iranischen Atomprogramms zahlreiche Sanktionen gegen Teheran verhängt.

F.Adams--TNT

Empfohlen

Forschungsinstitute heben Prognose kräftig an: 1,3 Prozent Wachstum erwartet

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr stark angehoben: Sie erwarten eine Zunahme des Bruttoinlandsprodukts um 1,3 Prozent, wie sie am Donnerstag in ihrer Gemeinschaftsdiagnose erklärten. Die Erholung falle stärker aus als noch im Frühjahr erwartet - damals lag ihre Prognose bei 0,6 Prozent.

Vorläufiges Ergebnis: Bisherige Koalitionspartei gewinnt Parlamentswahl in Marokko

Bei der Parlamentswahl in Marokko hat die bisherige Koalitionspartei Partei für Authentizität und Modernität (PAM) laut dem vorläufigen Ergebnis einen klaren Sieg errungen. Die dem Königspalast nahestehende Partei kam im Parlament auf 97 der 395 Sitze, wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte. Die Nationale Sammlung der Unabhängigen (RNI) des bisherigen Regierungschefs Aziz Akhannouch musste herbe Verluste hinnehmen und landete mit 66 Sitzen auf dem zweiten Platz.

Bartsch: Antisemitismus hat in der Linken keinen Platz

Der Linken-Politiker und frühere Fraktionsvorsitzende Dietmar Bartsch hat Antisemitismus-Vorwürfe gegen die Berliner Linke zurückgewiesen. "Ich bin dagegen, dass man jetzt die Linke in Berlin denunziert. Das ist schlicht falsch", sagte Bartsch am Mittwochabend dem Sender Phoenix. "Antisemitismus hat in der Linken keinen Platz, hat in Berlin keinen Platz, hat nirgendwo einen Platz. Genauso ist das bei der Organisierten Kriminalität."

Xi persönlich von Trump zu Staatsbesuch empfangen - Aufruf zu "Partnerschaft"

Chinas Staatschef Xi Jinping ist zu einem dreitägigen Staatsbesuch in den USA eingetroffen. Bei seiner Ankunft auf dem Militärflughafen Joint Base Andrews südöstlich von Washington wurde er am Mittwoch von US-Präsident Donald Trump persönlich und mit militärischen Ehren empfangen, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Xi zeigte sich anschließend offen für eine Zusammenarbeit mit den USA: Staatsmedien zufolge rief er zu "Partnerschaft statt Rivalität" zwischen beiden Ländern auf.

Textgröße ändern: