The National Times - Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren

Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren


Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren
Ex-Geisel Eli Scharabi erinnert in Tel Aviv an Opfer des Hamas-Überfalls vor drei Jahren / Foto: © AFP

Am dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel haben die Menschen im ganzen Land der Opfer gedacht. Bei einer Gedenkveranstaltung am Mittwochabend in Tel Aviv erinnerte die frühere Hamas-Geisel Eli Scharabi an all jene, die am 7. Oktober 2023 von den Islamisten getötet und verschleppt wurden, darunter seine Familie. Das Versagen der Sicherheitsbehörden an jenem Tag ist das bestimmende Thema vor der Parlamentswahl Ende Oktober.

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Bei einer von Überlebenden und Hinterbliebenen organisierten Gedenkveranstaltung am Abend in Tel Aviv beteiligten sich mehrere tausend Menschen. Mitorganisator Eli Scharabi gilt als einer der führenden Köpfe der wichtigsten Vereinigung der Familien der Geiseln. Der damals 53-Jährige war am 7. Oktober aus dem Kibbuz Beeri in den Gazastreifen verschleppt worden. Als die Hamas-Männer sein Haus stürmten, erschossen sie zunächst den Hund der Familie, dann Scharabis Frau und seine beiden Töchter im Teenager-Alter. Sein Bruder Jossi wurde als Geisel verschleppt und ebenfalls getötet.

"Heute Abend gedenken wir der Ermordeten und der im Kampf Gefallenen, und wir denken an jene, die verwundet wurden und noch immer die Narben tragen", sagte Scharabi in seiner Ansprache. Auch führende Vertreter der israelischen Opposition waren bei der Veranstaltung anwesend, darunter Gadi Eisenkot, der wichtigste Rivale von Regierungschef Benjamin Netanjahu.

Das offizielle Gedenken hatte am Morgen auf dem Gelände des Nova-Musikfestivals begonnen. Die Anwesenden hielten um 06.29 Uhr, der Uhrzeit des Beginns der Massaker vor drei Jahren, eine Schweigeminute ab.

Katia Zohar, deren 23-jährige Tochter vor drei Jahren getötet wurde, sprach "von der Minute, die unsere Leben für immer verändert hat". Ihre Tochter Bar habe sie damals angerufen und sie gebeten, abgeholt zu werden, "weil Raketen in der Luft waren". Später habe sie dann von der Straße aus angerufen und geschrien, "dass sie auf mich schießen".

Die Teilnehmer neigten während der Schweigeminute inmitten von Porträts ihrer getöteten Angehörigen und Freunde ihre Köpfe. Das Schweigen wurde jedoch von Techno-Musik unterbrochen, die im Gedenken an die Opfer abgespielt wurde.

Anna Dawitaschwili spielte bei dem Gedenken an ihren getöteten 25-jährigen Sohn den letzten Techno-Track ab, der damals vor Beginn des Angriffs auf dem Festival ertönt war. "Ich fühle ihn hier. Es tut mir so fürchterlich leid, dass ich ihn nicht retten konnte", sagte die Mutter mit Tränen in den Augen.

Auch Präsident Isaac Herzog und der frühere Regierungschef Naftali Bennett nahmen später an dem Gedenken am Ort des Nova-Festivals teil. "Wir sind hier, um der Welt zu sagen: Wir werden wieder tanzen, wir werden wieder leben. Wir sind eine Nation, die leidet, aber wir beweisen immense Widerstandskraft", sagte Herzog am Abend bei seiner Ansprache. Bennett bezeichnete den 7. Oktober 2023 als "ein kolossales Versagen des Staates Israel, der gegründet wurde, um die Juden in unserem Land zu verteidigen".

Auch in den Kibbuzim Re'im und Kfar Aza, wo die Hamas Massaker angerichtet hatte, wurden Gedenkfeiern abgehalten. In Tel Aviv errichteten Aktivisten am Strand eine Installation mit Silhouetten, die die Opfer des Angriffs symbolisieren. Der Regierung warfen sie vor, den Überfall nicht verhindert zu haben.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, vor dem 7. Oktober 2023 Warnungen vor einem Hamas-Großangriff ignoriert zu haben. Laut einem kürzlich veröffentlichten Medienbericht soll ihn die Führung der Vereinigten Arabischen Emirate davor gewarnt haben.

In einer Erklärung betonte Netanjahu am Mittwoch: "An diesem Tag vereint sich das Volk in Gedenken an und in der Sehnsucht nach unseren Liebsten. Wir werden den Auftrag erfüllen: Wir sind hier, und wir werden alle Mörder zur Rechenschaft ziehen".

US-Präsident Donald Trump teilte mit, er habe mit Netanjahu gesprochen. Den 7. Oktober bezeichnete er als "schreckliche Tragödie". "Die Gegenseite zahlt einen sehr hohen Preis für das, was sie am 7. Oktober getan hat - glauben Sie mir", sagte er vor Journalisten im Weißen Haus.

Die Hamas pries derweil den 7. Oktober 2023 als "glorreichen Tag in der Geschichte unseres Volkes". Die islamistische Palästinenserorganisation nahm in einer Erklärung für sich in Anspruch, im auf ihren Überfall folgenden Gaza-Krieg "den Mythos der unbezwingbaren (israelischen) Armee zerschmettert" zu haben.

Bei den Massakern am 7. Oktober 2023 hatten die Islamisten und ihre Verbündeten 1221 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Allein beim Nova-Festival töteten sie mindestens 370 Menschen und nahmen 44 Geiseln. Es waren die schlimmsten Massaker an Juden seit dem Holocaust.

Israel reagierte mit massiven Angriffen im Gazastreifen, bei dem nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums mehr als 74.200 Menschen getötet wurden. Trotz einer im Oktober vergangenen Jahres vereinbarten Waffenruhe greift die israelische Armee weiterhin Ziele im Gazastreifen an.

Auch am Jahrestag des Hamas-Überfalls hörten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP in Re'im laute Knallgeräusche, die aus dem nahegelegenen Gazastreifen hinüberdrangen. Das Al-Schifa-Krankenhaus in der Stadt Gaza teilte mit, dass bei nächtlichen israelischen Luftangriffen zwei Menschen getötet worden seien. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Zivilschutzes handelt es sich bei einem von ihnen um einen freiwilligen Rettungshelfer. Die israelische Armee erklärte, sie habe "zwei Hamas-Terroristen" getötet, die Anschläge auf israelische Soldaten geplant hatten.

W.Phillips--TNT

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