The National Times - Wadephul sieht "weitergehende Pläne" Moskaus über die Ukraine hinaus

Wadephul sieht "weitergehende Pläne" Moskaus über die Ukraine hinaus


Wadephul sieht "weitergehende Pläne" Moskaus über die Ukraine hinaus
Wadephul sieht "weitergehende Pläne" Moskaus über die Ukraine hinaus / Foto: © AFP/Archiv

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sieht "weitergehende Pläne" des Kremls über den Krieg gegen die Ukraine hinaus. Die Bundesregierung müsse davon ausgehen, dass zu diesen auch Ansprüche auf Georgien, Moldau und das Baltikum gehören könnten, sagte Wadephul am Montagabend in der ntv-Sendung "Pinar Atalay". "Und damit sind wir dann selbst auch betroffen als Alliierte", fügte er hinzu.

Textgröße ändern:

Deutschland sei bereits jetzt mit russischen hybriden Angriffen konfrontiert, sagte Wadephul. "Wir werden ja jetzt schon angegriffen", sagte er. "Denken Sie an die Drohnen in Leipzig." Auch Cyberangriffe gebe es "ständig". Einen Krieg wolle er darin allerdings noch nicht sehen: "Nein, das würde ich nicht als Krieg bezeichnen." Die Nato könne auf entsprechende Vorfälle reagieren. Zugleich betonte er: "Wir scheuen uns auch nicht davor, dann von Krieg zu sprechen, wenn es einer wäre."

Bei seinem Gespräch mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow am Rande der UN-Generalversammlung vor mehr als einer Woche habe er die Drohnenvorfälle in Leipzig angesprochen, erklärte der Außenminister. "Für Deutschland ist da eine Linie überschritten worden und hat es eine neue Qualität." Dass er Lawrow bei dem Treffen die Hand gegeben habe, verteidigte Wadephul: "Die Zivilisation - die legt man nicht ab, nur weil die Person, die man trifft und mit der man spricht, völlig andere Werte vertritt als man selber."

Zuvor am Montag hatten die Spitzen der deutschen Sicherheitsdienste vor der Gefahr eines gewaltsamen Konflikts mit Russland gewarnt. Von "keinem anderen Land" gehe aktuell eine so konkrete Bedrohung aus wie von Russland, sagte der Präsident des Bundesnachrichtendiensts (BND), Martin Jäger, in einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags. Deutschland sei in Gefahr, "in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten".

K.M.Thompson--TNT

Empfohlen

Gouverneur: Mindestens fünf Tote in Charkiw bei russischen Angriffen mit Lenkbomben

Bei russischen Angriffen mit Lenkbomben auf die Stadt Charkiw im Osten der Ukraine sind nach Angaben des örtlichen Gouverneurs mindestens fünf Menschen getötet worden. 30 Verletzte seien in Krankenhäusern, erklärte Gouverneur Oleh Synehubow am Montag im Onlinedienst Telegram. Drei von ihnen seien lebensgefährlich verletzt worden.

Merz betont Bedeutung der Sicherheit des Baltikums für die Sicherheit Deutschlands

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat anlässlich des Besuchs des litauischen Ministerpräsidenten Mindaugas Sinkevicius in Berlin die Bedeutung der Sicherheit des Baltikums für Deutschland unterstrichen. "Die Sicherheit des Baltikums ist die Sicherheit Deutschlands und die Sicherheit von Berlin wird auch in Vilnius verteidigt", sagte Merz am Montag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Sinkevicius im Bundeskanzleramt.

In Ungnade gefallener Top-Republikaner Dennis Hastert stirbt 84-jährig

Er galt einst als einer der mächtigsten Politiker in Washington und musste später im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Jungen ins Gefängnis - nun ist der frühere Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Dennis Hastert, tot. Er starb im Alter von 84 Jahren in seinem Haus im Großraum von Chicago "eines natürlichen Todes", wie die Behörden im Bundesstaat Illinois am Montag mitteilten.

AfD will EU und Eurozone reformieren - Boehringer bestreitet Kurswechsel

Europapolitiker der AfD haben sich von der Forderung nach einem Austritt Deutschlands aus der Eurozone und der EU distanziert. In einem neuen Strategiepapier, das der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag, fordern AfD-Abgeordnete aus Europaparlament, Bundestag und Landtagen stattdessen eine grundlegende Reform der EU und des gemeinsamen Währungssystems.

Textgröße ändern: