The National Times - Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt

Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt


Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt
Tausende demonstrieren in Berlin nach AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt / Foto: © AFP

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben in Berlin tausende Menschen gegen den Wahlsieger AfD protestiert. Zu einer Demonstration am Brandenburger Tor in Berlin kamen am Montagabend rund 5000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Das Netzwerk Campact, das zusammen mit Fridays for Future unter dem Motto "Zeit zum Handeln: AfD stoppen" zum Protest in Berlin aufgerufen hatte, nannte die Zahl von 14.000 Teilnehmern.

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"Die AfD will Sachsen-Anhalt jetzt als Sprungbrett nutzen, um erst das Land, dann den Osten und schließlich die ganze Republik zu erobern", erklärte der geschäftsführende Vorstand von Campact, Christoph Bautz. "Heute versammeln wir die Breite der Zivilgesellschaft auf den Straßen, um uns dagegen zu wehren und eine Protestwelle zu starten, die ganz Deutschland erfassen wird. Unsere Botschaft ist überall: Verfassungsfeinde dürfen nicht regieren - und das BSW darf nicht deren Steigbügelhalter werden."

"Wir haben Angst, dass unsere Demokratie kaputt geht", sagte die 68-jährige Ellen aus Hamburg der Nachrichtenagentur AFP. Sie habe das "beklemmende" Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt "mit Bestürzung" aufgenommen, sagte die Hamburgerin, die mit ihrem Ehemann Michael und ihrer Nichte Johanna an der Demonstration teilnahm. Einem AFP-Fotografen zufolge versammelten sich Menschen aller Altersgruppen am Brandenburger Tor.

Die 48-jährige Berlinerin Alice sagte AFP, das Wahlergebnis vom Sonntag habe sie "deprimiert". Die Tatsache, dass sehr viele Männer AfD wählten, habe sie als Feministin "noch mehr deprimiert". Die Bundesregierung trage "viel" Verantwortung für das Wahlergebnis. "Es muss sich sehr viel ändern. Wir brauchen eine offene Gesellschaft, in der sich alle willkommen fühlen und auch verstanden fühlen." Das funktioniere zurzeit "gar nicht".

Die 36-jährige Demonstrantin Marie-Therese Hattendorf begründete ihre Teilnahme mit ihrer Sorge um die Demokratie, die "gerade echt hart gefährdet" sei. "Ich habe hier noch das Recht, auf eine Demo zu gehen, und solange ich das habe, möchte ich das wahrnehmen und dafür einstehen, dass wir in einem demokratischen Land leben." Sie habe jedoch "wirklich Angst", dass es in fünf Jahren "nicht mehr so sein wird und dass ich dann überlege, Deutschland zu verlassen".

Die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD in Sachsen-Anhalt hatte am Sonntag die Landtagswahl mit fast 44 Prozent der Stimmen klar gewonnen und damit ihren Anteil gegenüber der Wahl von 2021 mehr als verdoppelt. Sie hat aber selbst keine absolute Mehrheit. Die bislang regierende CDU erlitt heftige Stimmeneinbußen und kam nur noch auf 17,2 Prozent. Im Landtag sind zudem SPD, Grüne und Linke sowie erstmals das BSW vertreten.

W.Baxter--TNT

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