The National Times - Iranerinnen und Ungarin für Vaclav-Havel-Menschenrechtspreis nominiert

Iranerinnen und Ungarin für Vaclav-Havel-Menschenrechtspreis nominiert


Iranerinnen und Ungarin für Vaclav-Havel-Menschenrechtspreis nominiert
Iranerinnen und Ungarin für Vaclav-Havel-Menschenrechtspreis nominiert / Foto: © AFP/Archiv

Zwei Iranerinnen - eine Anwältin und eine Journalistin - sowie eine ungarische Menschenrechtsaktivistin sind für den Vaclav-Havel-Menschenrechtspreis nominiert. Die Preisträgerin wird Ende September bestimmt, wie der Europarat am Dienstag in Straßburg mitteilte. Der Preis, der den Namen des ehemaligen Dissidenten und späteren tschechischen Präsidenten trägt, wird seit 2013 von der Parlamentarischen Versammlung des Europarats verliehen.

Textgröße ändern:

Die 63 Jahre alte Anwältin Nasrin Sotudeh verteidigte im Iran zahlreiche politische Häftlinge und Frauen, die sich gegen den Kopftuchzwang wehrten. Sie war in den vergangenen Jahren wiederholt festgenommen und inhaftiert worden, zuletzt im April. Sie setzt sich seit Jahren für die Abschaffung der Todesstrafe im Iran und für die Menschenrechte ein. Nach Ansicht des Europarats ist sie dank ihres "unerschütterlichen Engagements für Gerechtigkeit, selbst angesichts schwerer staatlicher Repression, zu einem Symbol für Mut und Widerstandskraft" geworden.

Auch die 49 Jahre alte iranisch-US-amerikanische Journalistin Masih Alinedschad wurde nominiert. Sie ist unter anderem für eine Social-Media-Kampagne unter dem Motto "Meine heimliche Freiheit" bekannt, die Iranerinnen ermutigte, ihr Kopftuch abzulegen. Alinedschad habe dazu beigetragen, die weltweite Aufmerksamkeit auf die Repression zu lenken, der Frauen im Iran ausgesetzt sind, erklärte der Europarat.

Die dritte Kandidatin ist Marta Pardavi, Ko-Vorsitzende der ungarischen Sektion des Helsinki-Komitees zum Schutz der Menschenrechte, die Asylsuchenden kostenlose Rechtsberatung bietet. Nach Auffassung des Europarats hat Pardavi dazu beigetragen, "schutzbedürftige Menschen an den Grenzen Europas zu schützen".

Der Vaclav-Havel-Menschenrechtspreis ist mit 60.000 Euro dotiert und wird am 28. September in Straßburg verliehen. Im vergangenen Jahr war der ukrainische Journalist Maksym Butkewytsch ausgezeichnet worden. Der Europarat vereint 46 Länder und versteht sich als Hüterin von Demokratie und Menschenrechten auf dem Kontinent. Russland wurde nach seinem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 ausgeschlossen.

W.Phillips--TNT

Empfohlen

Sachsen-Anhalt: Wahlbeteiligung um 16.00 Uhr über 65 Prozent

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine sehr hohe Wahlbeteiligung ab. Um 16.00 Uhr am Sonntag lag sie bei 65,3 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Das war deutlich höher als bei der letzten Landtagswahl am 6. Juni 2021, als um 16.00 Uhr erst 41 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben hatten.

Libanons Präsident ruft nach neuen israelischen Angriffen USA um Hilfe an

Angesichts neuer israelischer Angriffe im Süden des Libanon hat Präsident Joseph Aoun die USA und die internationale Gemeinschaft zu "dringendem Handeln" aufgerufen. Die jüngsten Angriffe, bei denen nach libanesischen Angaben vier Menschen getötet wurden, seien "eine gefährliche Eskalation", erklärte Aoun am Sonntag. Die israelische Armee hatte ihre neuen Angriffe mit Drohnen-Attacken der Hisbollah-Miliz auf ihre Soldaten begründet.

Lawrow nach Leipziger Drohnenvorfall: "Letztlich der Beginn eines echten Krieges"

Im Streit um den Russland zugeschriebenen Anschlagsversuch auf dem Flughafen Leipzig wirft der russische Außenminister Sergej Lawrow Berlin vor, "wieder Krieg" gegen Russland zu wollen. Zu dem Drohnenvorfall sagte Lawrow am Sonntag laut russischen Nachrichtenagenturen: "Sie haben erklärt, es handele sich um eine russische Drohne, ohne dass jemand versucht hätte, genauer nachzuforschen." Dies sei "letztlich der Beginn eines echten Krieges". Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte, der Vorfall sei "sehr klar, unbestreitbar und auch gerichtsfest" Russland zugeordnet.

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mobilisiert Wähler

In Sachsen-Anhalt ist am Sonntag eine der am meisten beachteten Landtagswahlen der vergangenen Jahre angelaufen. Knapp 1,7 Millionen Wahlberechtigte sind zur Stimmabgabe aufgerufen. In den Umfragen lag die AfD mit großem Abstand vor der regierenden CDU von Ministerpräsident Sven Schulze. Die Wählerinnen und Wähler waren offenbar interessiert und mobilisiert: Bis zum frühen Nachmittag wurde eine sehr hohe Wahlbeteiligung verzeichnet.

Textgröße ändern: