The National Times - Israelische Siedler greifen palästinensisches Dorf Kusra im Westjordanland an

Israelische Siedler greifen palästinensisches Dorf Kusra im Westjordanland an


Israelische Siedler greifen palästinensisches Dorf Kusra im Westjordanland an
Israelische Siedler greifen palästinensisches Dorf Kusra im Westjordanland an / Foto: © AFP

Im Westjordanland haben Dutzende israelische Siedler das palästinensische Dorf Kusra angegriffen. Bewohner und die israelische Armee berichteten am Samstag von Steinwürfen und gewaltsamen Zusammenstößen, bei denen nach Angaben des Militärs auch Palästinenser verletzt worden sein sollen. In dem im Norden des Westjordanlands gelegenen Kusra gibt es bereits seit Anfang August Spannungen zwischen Siedlern und palästinensischen Bewohnern.

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Ein Dorfbewohner sagte AFP, zunächst habe sich eine kleine Gruppe von Siedlern mehreren Palästinensern genähert, die Arbeiten an einem Haus ausführten. Die Siedler seien anschließend mit dutzenden weiteren Menschen zurückgekehrt, hätten die Palästinenser in dem Haus eingekesselt und sie mit Steinen beworfen.

Die israelische Armee erklärte, Soldaten und Grenzpolizisten seien nach Berichten über "gewaltsame Zusammenstöße" und Steinwürfe in den Ort geschickt worden. Dort hätten sie dutzende israelische "Randalierer" vorgefunden, die sich in einem palästinensischen Haus verbarrikadiert hätten, während sich dort auch palästinensische Bewohner aufhielten. Die Sicherheitskräfte hätten die Siedler aus dem Gebäude gebracht und mehrere mutmaßlich von ihnen benutzte Fahrzeuge als Beweismittel beschlagnahmt.

Bereits Anfang August hatten Siedler am Rand von Kusra mehrere palästinensische Häuser belagert und Bewohner nach deren Angaben zeitweise von Lebensmitteln und anderen Versorgungsgütern abgeschnitten. Der als Befürworter israelischer Siedlungen im Westjordanland bekannte US-Botschafter Mike Huckabee hatte das Vorgehen damals ungewöhnlich scharf als "schreckliche Terrortat" verurteilt. Auch die UN und die EU hatten Israel zum Einschreiten gegen Siedlergewalt aufgerufen.

Seit dem Großangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hat sich die Gewalt im Westjordanland deutlich verschärft. Einer AFP-Zählung auf Grundlage palästinensischer Gesundheitsdaten zufolge wurden seither mindestens 1103 Palästinenser, darunter Zivilisten und bewaffnete Kämpfer, von israelischen Soldaten oder Siedlern getötet. Nach israelischen Angaben wurden im selben Zeitraum mindestens 48 Israelis bei palästinensischen Angriffen oder israelischen Militäreinsätzen getötet.

Israel hält das Westjordanland seit dem Ende des Sechstagekriegs im Jahr 1967 besetzt. Dort leben rund drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler. Die Siedlungen sind nach dem Völkerrecht illegal.

S.Collins--TNT

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