The National Times - Angolas langjähriger Ex-Staatschef dos Santos mit Staatsbegräbnis beigesetzt

Angolas langjähriger Ex-Staatschef dos Santos mit Staatsbegräbnis beigesetzt


Angolas langjähriger Ex-Staatschef dos Santos mit Staatsbegräbnis beigesetzt
Angolas langjähriger Ex-Staatschef dos Santos mit Staatsbegräbnis beigesetzt / Foto: © AFP

Nach heftigem Streit zwischen Regierung und Teilen der Familie hat Angola mit einem Staatsbegräbnis Abschied von dem langjährigen früheren Präsidenten José Eduardo dos Santos genommen. An der Trauerfeier für den umstrittenen Ex-Staatschef in Luanda nahmen am Sonntag unter anderem die Präsidenten von Südafrika, Simbabwe, Guinea-Bissau und der Demokratischen Republik Kongo sowie der Staatschef der früheren Kolonialmacht Portugal, Marcelo Rebelo de Sousa, teil.

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Dos Santos war im Juli im Alter von 79 Jahren in Barcelona gestorben. Er stand von 1979 bis 2017 an Angolas Staatsspitze, ohne jemals direkt gewählt worden zu sein. Seine Anhänger verehren dos Santos als "Architekt des Friedens", weil 2002 unter seiner Herrschaft ein 27-jähriger Bürgerkrieg endete. Gleichzeitig aber wird ihm vorgeworfen, im Laufe seiner fast vier Jahrzehnte währenden Herrschaft in Angola große Summen veruntreut zu haben, um seine Familie und enge Vertraute zu begünstigen.

Obwohl er noch selbst von dos Santos zu dessen Nachfolger bestimmt worden war, leitete Präsident João Lourenço nach seinem Amtsantritt 2017 eine großangelegte Anti-Korruptionskampagne gegen Angehörige und weitere enge Vertraute seines ehemaligen Mentors ein. Dos Santos selbst blieb jedoch dank einer Reihe noch unter seiner Herrschaft verabschiedeter Gesetze vor strafrechtlicher Verfolgung geschützt.

Seit 2019 lebte er in Spanien. Nach einem Streit zwischen Teilen der Familie und der Regierung in Luanda verfügte ein spanisches Gericht schließlich die Überführung von dos Santos' Leichnam nach Angola.

Überschattet wurde das Staatsbegräbnis für dos Santos vom Streit über den Sieger der Parlamentswahl vom vergangenen Mittwoch. Nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen konnte Lourenços Partei MPLA die Wahl zwar mit 51,07 Prozent für sich entscheiden, doch fordert die oppositionelle Unita eine unabhängige Überprüfung.

Die Wahlkommission kündigte am Sonntag an, "mit der Auszählung der endgültigen Ergebnisse zu beginnen". In Angola stellt die stärkste Partei im Parlament automatisch den Präsidenten.

N.Taylor--TNT

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