Sachsen-Anhalt: Schulze schließt Zusammenarbeit mit AfD nach Wahl weiter aus
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) hat erneut eine Kooperation mit der AfD nach der Landtagswahl im September ausgeschlossen. "Ich habe nicht vor, mit der AfD zusammenzuarbeiten", sagte Schulze, der auch Spitzenkandidat der CDU ist, am Mittwochabend in der "Wahlarena aus Magdeburg" des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR). Zugleich lehnte er auch eine Koalition mit der Linkspartei weiter ab. Es sei für ihn ausgeschlossen, dass einem von ihm geleiteten Kabinett "Minister der AfD oder der Linkspartei" angehörten.
Die Spitzenkandidaten von sieben Parteien stellten sich in der MDR-Sendung den Fragen von Bürgerinnen und Bürgern. Neben Ministerpräsident Schulze beantworteten AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund sowie die Kandidaten von SPD, Grünen, Linkspartei, FDP und BSW live Fragen aus dem Publikum.
Schulze warf der AfD vor, sie habe bei vielen Themen "keine Antwort". Auch SPD-Spitzenkandidat Armin Willingmann sagte, er könne sich mit der AfD eine Zusammenarbeit "nicht vorstellen". CDU und SPD regieren in Sachsen-Anhalt derzeit gemeinsam mit der FDP. Die Grünen-Spitzenkandidatin Susan Sziborra-Seidlitz warf der AfD vor, sie würde Sachsen-Anhalt "permanent schlechtreden".
AfD-Spitzenkandidat Siegmund verteidigte indes die Pläne seiner Partei im Falle einer Regierungsübernahme. Er nannte unter anderem die "Abschaffung der Regenbogenideologie" und die Aufweichung der Schulpflicht. Die AfD wolle Sachsen-Anhalt "vom Kopf auf die Füße stellen".
In Umfragen liegt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte AfD mit Abstand vorn und erreicht Werte um 41 Prozent. Die CDU kommt aktuell auf etwa 24 Prozent. Die AfD strebt nach der Landtagswahl am 6. September eine Alleinregierung an und will erstmals in Deutschland einen Ministerpräsidenten stellen. Dies ist auch davon abhängig, wie viele Parteien insgesamt ins Parlament einziehen werden.
Die Linke lag in einer aktuellen Umfrage für den MDR und weitere Medien bei 13 Prozent, die SPD bei sieben Prozent. Die Grünen erreichten fünf Prozent. Den Einzug ins Landesparlament verpassen würde derzeit das BSW mit vier Prozent. Die FDP liegt in Umfragen ebenfalls unter der Fünf-Prozent-Hürde.
Sollte die AfD die parlamentarische Mehrheit verfehlen, wäre eine von den Christdemokraten geführte Minderheitsregierung denkbar, die dann aber auf eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei angewiesen wäre.
D.Kelly--TNT