The National Times - Selenskyj warnt in Belgrad vor Folgen russischer Angriffe für den Winter

Selenskyj warnt in Belgrad vor Folgen russischer Angriffe für den Winter


Selenskyj warnt in Belgrad vor Folgen russischer Angriffe für den Winter
Selenskyj warnt in Belgrad vor Folgen russischer Angriffe für den Winter / Foto: © AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat bei seinem ersten offiziellen Besuch in Serbien seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor den Folgen der verstärkten russischen Angriffe für die Energieversorgung seines Landes gewarnt. Die Ukraine habe vor dem kommenden Winter "praktisch keine intakten Wärmekraftwerke mehr", sagte Selenskyj am Samstag nach Gesprächen mit Präsident Aleksandar Vucic in Belgrad. In der Nacht zuvor wurden bei russischen Angriffen auf Kiew und Umgebung nach Angaben Selenskyjs mindestens vier Menschen getötet, darunter ein dreijähriger Junge.

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"Die russischen Raketen zielen ganz konkret darauf ab, das Leben der Ukrainer unerträglich zu machen", sagte Selenskyj in der serbischen Hauptstadt. Mit Vucic habe er über die "Herausforderungen gesprochen, vor denen die Ukraine in diesem Winter stehen wird".

Selenskyj dankte dem serbischen Präsidenten zugleich für einen "konstruktiven Dialog" und ein neues humanitäres Hilfsprogramm für die Ukraine, insbesondere in den Bereichen Medizin und Energie. Bei ihren Gesprächen ging es nach Angaben des ukrainischen Präsidenten zudem um Sicherheitsfragen, die wirtschaftlichen Beziehungen und die EU.

Die Reise Selenskyjs in das traditionell mit Russland verbündete Serbien fällt in eine Phase verstärkter russischer Angriffe. In Puchiwka in der Region Kiew wurden in der Nacht zum Samstag nach Angaben Selenskyjs ein Großvater, eine Großmutter und ihr dreijähriger Enkel bei einem Drohnenangriff getötet. Die Eltern des Jungen, sein 15-jähriger Bruder sowie ein Nachbar wurden demnach ins Krankenhaus gebracht.

Ein weiterer Mensch wurde Selenskyj zufolge bei einem Angriff mit sechs ballistischen Raketen auf zivile Infrastruktur in Kiew getötet. Ein AFP-Reporter hörte während der Angriffe dutzende Explosionen. Selenskyj forderte zusätzlichen Druck auf Russland und neue Sanktionen, die Moskau an der Produktion solcher Raketen hindern sollten.

Bereits am Mittwoch waren bei nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew und die umliegende Region mindestens 17 Menschen getötet worden. Wegen fehlender Abfangraketen konnte die ukrainische Luftabwehr dabei keine der eingesetzten russischen Raketen abschießen.

Selenskyj war deshalb Ende Juli nach Washington gereist und hatte US-Präsident Donald Trump um weitere Patriot-Flugabwehrsysteme gebeten. Diese gehören zu den wenigen Systemen, mit denen die Ukraine besonders leistungsfähige russische ballistische Raketen abfangen kann. Der "Financial Times" zufolge lehnte Trump die Bitte wegen knapper US-Bestände infolge des Kriegs im Nahen Osten ab.

Der US-Senat stimmte am Freitag unterdessen mit großer Mehrheit für neue Sanktionen gegen Russland. Das Paket nimmt insbesondere die russische Öl- und Gasindustrie sowie erstmals die sogenannte Schattenflotte ins Visier und sieht auch hohe Zölle auf wichtige Abnehmer russischer Energieträger vor.

Selenskyjs Besuch in Belgrad ist auch wegen der engen Beziehungen Serbiens zu Russland bemerkenswert. Serbien ist stark von russischen Gaslieferungen abhängig und hat sich den westlichen Sanktionen gegen Moskau nicht angeschlossen. Ein hochrangiger ukrainischer Regierungsvertreter hatte AFP vor der Reise gesagt, Kiew wolle "die Serben von der Seite Russlands wegziehen". Der Besuch sei für Russland "ein Schlag ins Gesicht".

Eine mögliche Sicherheitszusammenarbeit mit der Ukraine könnte für Serbien heikel werden. Der russische Auslandsgeheimdienst hatte serbischen Rüstungsunternehmen 2025 vorgeworfen, über Drittstaaten Munition an die Ukraine zu liefern. Vucic wies entsprechende Vorwürfe zurück und erklärte später, Serbien habe seine Ausfuhren von Waffen, Munition und militärischem Gerät eingestellt.

Dennoch hat Belgrad die Ukraine wiederholt mit ziviler Hilfe unterstützt. Vucic reiste bereits in die ukrainische Schwarzmeerstadt Odessa und in die Hauptstadt Kiew. Er hält aber an seiner Weigerung fest, Russland mit Sanktionen zu belegen.

G.Morris--TNT

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